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Döner

30.11.2017

Debatte in der EU: Droht dem Döner das Aus?

Ein äußerst beliebtes Gericht: der Döner.
Bild: Peter Steffen, dpa (Symbolbild)

Im Europaparlament gibt es den Vorstoß, Phosphatzusätze bei Fleisch zu verbieten - was das Aus für den Döner bedeuten würde. Doch könnte es wirklich so weit kommen?

Gibt es bei uns bald keinen Döner mehr? Droht der kulinarischen Speerspitze der Türkei das Aus? Und dann auch noch durch eine Regelung der Europäische Union? Man traut fast seinen Ohren nicht. Diese Nachricht sorgte jedenfalls für Gesprächsstoff. Wobei man sagen muss: Auch beim Döner wird nichts so heiß gegessen wie gegrillt. Aber der Reihe nach.

Döner-Fleischspieß würde ohne Phosphat zerfallen

Stein des Anstoßes ist Phosphat. Es wird verarbeitetem Fleisch wie Dönerspießen beigefügt, weil es das Fleisch vor dem Austrocknen schützt und zudem den Geschmack länger erhält. Ohne diesen Zusatz zerfallen die Fleischspieße. Es würde wohl tatsächlich das Aus für den Döner in der EU bedeuten.

Grundsätzlich ist es in der EU auch gar nicht erlaubt, Phosphat dem Fleisch dazuzugeben. Aber bislang hatte es Regulierungslücken gegeben. Damit es dem beliebten Gericht eben nicht an den Kragen gehen kann, hatte die EU-Kommission bereits im September vorgeschlagen, Phosphatzusätze beim Döner ausdrücklich zu erlauben.

Phosphat soll gefährlich für die Gesundheit sein

Der Vorschlag muss noch vom Europaparlament gebilligt werden. Zuvor ging die Sache durch den Umweltausschuss des Parlaments. Dort setzten sich dann aber vor allem Abgeordnete der Sozialisten, Liberalen und Grünen durch – und sprachen sich gegen die Änderung aus. Ihr Argument: Es gebe Studien, wonach Phosphate in Nahrungsmitteln bedenklich für die Gesundheit sind. Angeblich soll es zu Herz-Kreislauf-Problemen führen – vor allem, wenn man Nierenprobleme hat. Doch ob sich der Einwand aus dem Umweltausschuss im Europaparlament durchsetzen kann, ist mehr als fraglich. Zwar kann es mit einer absoluten Mehrheit von 376 Stimmen ein Veto gegen einen Vorschlag der EU-Kommission einlegen.

Bekäme man in der entsprechenden Abstimmung aber alle Sozialisten, Grüne und Liberale unter einen Hut, hätten die zusammen nur 171 Stimmen. Allein die konservative EVP hat 216 Abgeordnete. Und es ist nicht unbedingt damit zu rechnen, dass diese – ohne wenn und aber – eine Initiative durchwinken, an der beispielsweise die Linken beteiligt sind. Das relativiert den Vorstoß aus dem Umweltausschuss doch erheblich. Es ist eher zu erwarten, dass wir auch weiterhin den Döner in gewohnter Weise im Imbiss um die Ecke bekommen können.

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