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Großbritannien
24.08.2015

Nach Unglück sollen strengere Regeln für Schauflüge gelten

Die Rettungskräfte bergen die Überreste nach dem Absturz des Militärjets in Shoreham, West Sussex.
Foto: Will Oliver/dpa

Ein Militärjet des Typs Hawker Hunter stürzte ab. Dabei starben mindestens elf Menschen. Nun sollen in Großbritannien strengere Regeln für Schauflüge von alten Maschinen gelten.

Nach dem Absturz eines Militärjets aus den 50er Jahren gelten in Großbritannien strengere Regeln für Schauflüge alter Maschinen. Bei dem Absturz starben vermutlich elf Menschen. So lange die Untersuchungen zur Absturzursache laufen, dürfen historische Flugzeuge keine schwierigen Manöver mehr ausführen, sondern nur noch am Publikum vorbeifliegen, wie die zivile Luftfahrtbehörde (CAA) am Montag mitteilte.

Hawker Hunter dürfen vorerst gar nicht mehr fliegen. Eine Maschine dieses Typs war am Samstag während eines Schauflugs auf eine vielbefahrene Straße und mehere Autos gestürzt. Dabei wurden mindestens elf Menschen in den Tod gerissen.

Geplante Showflüge werden normal stattfinden

Zudem werde von Show zu Show geprüft, ob weitere Sicherheitsvorkehrungen nötig seien. Die Mutter eines der Todesopfer forderte im "Telegraph", Schauflüge nur noch über dem Meer zu erlauben. Die CAA sei aber "unglaublich sicherheitsbewusst" hielt ein Experte für Flugsicherheit von der Universität Leeds dagegen. Die Risiken von Veranstaltungen wie der Shoreham Airshow werden gründlich abgewogen. "Dies war ein schrecklicher Unfall, aber das Flugzeug selbst ist nicht in die Menschenmenge gestürzt", so Steve Wright.

Die geplanten Showflüge in den kommenden Wochen werden wie normal stattfinden, kündigten die Veranstalter mehrerer britischer Flugshows an. Der Vorsitzende des britischen Flugschau-Verbands, John Turner, sagte, es müssten zunächst die genauen Umstände des Unfalls geklärt werden, um die richtigen Konsequenzen ziehen zu können.

Die Polizei fürchtet weitere Opfer unter den Trümmern

Währenddessen laufen am Unglücksort in der Nähe von Brighton die Aufräumarbeiten, die sich nach Polizeiangaben über mehrere Tage ziehen werden. Einsatzkräfte brachten einen Kran in Stellung, um die Wrackteile von der schwer beschädigten Straße zu heben. Die Polizei geht bisher von elf Menschen aus, die "sehr wahrscheinlich" ums Leben gekommen sind, fürchtet aber, weitere Opfer unter den Trümmern zu finden.

Der Pilotschwebt weiterhin in Lebensgefahr. Retter hatten ihn aus dem brennenden Wrack gezogen. Er war früher bei der britischen Luftwaffe und galt als sehr erfahren und umsichtig. Warum er das Flugzeug nach einem Looping-Manöver nicht mehr hochziehen konnte, ist unklar.

Ein ähnliches Unglück löste in der Schweiz tiefe Betroffenheit aus. Hier kam es zum Absturz zweier Sportflugzeuge aus Baden-Württemberg. Einer der Piloten starb dabei. Die Präsidentin der nahe Basel liegenden Gemeinde Dittingen, Regina Weibel, sagte der "Basellandschaftlichen Zeitung", die Organisatoren der traditionsreichen Dittinger Flugtage würden jetzt über die Zukunft der Veranstaltung beraten. Die beiden Maschinen vom Typ Ikarus C-42 waren am Sonntag während eines Flugmanövers kollidiert und abgestürzt. Ein Pilot konnte sich mit Hilfe des Fallschirms seiner Maschine retten. AZ/dpa

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