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Tatort-Kritik

09.01.2017

"Land in dieser Zeit": Tatort aus Frankfurt hat einige Schwächen

Hauptkommissar Paul Brix (links) und Hauptkommissarin Anna Janneke in einer Szene des neuen Frankfurt-Tatorts "Land in dieser Zeit".
Bild: HR/Degeto/Bettina Müller

Im neuen Tatort aus Frankfurt ging es um kriminelle Ausländer und Flüchtlinge, Rassismus und neue Rechtsradikale. Ein starkes Thema - allerdings nicht optimal umgesetzt.

"Land in dieser Zeit" hieß der neue Tatort aus Frankfurt, der am Sonntag (20.15 Uhr, hier geht's zum Trailer) im Ersten lief. Hier erfahren Sie, worum es ging, was bei den Kommissaren lief - und, ob sich das Einschalten lohnte.

Handlung: Darum ging es beim Tatort aus Frankfurt

In einem ausgebrannten Friseursalon wird die Leiche der Auszubildenden Melanie Elvering gefunden. "Kill All Nazis" haben Unbekannte an den Tatort geschmiert. Schnell gerät ein afrikanischer Drogendealer ins Visier der Frankfurter Kommissare Anna Janneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch). Er soll vor der Gewalttat einen heftigen Streit mit der Getöteten gehabt haben. Der Tatverdacht bröckelt aber nach und nach. Stattdessen geraten die labile Friseuse Vera (Jasna Fritzi Bauer) und zwei junge Akademikerinnen in den Blick der Ermittler. Vera hat Kontakte in die rechtsextreme Szene und reagiert aggressiv auf die Nordafrikaner, die sich auf dem Platz vor dem Friseursalon treffen.

Kritik: Ob es sich lohnte, bei "Land in dieser Zeit" einzuschalten

Afghanistan als Abschiebeland, brutale Gewalt gegen Ausländer, Flüchtlinge mit falschen Identitäten und eine neue Rechte: "Land in dieser Zeit" reißt viele aktuelle gesellschaftspolitische Konflikte und Probleme an, vertieft aber kein Thema. Das Drehbuch hat einerseits Längen, viele der überraschenden Wendungen und die Situationskomik wirken dafür konstruiert oder oberflächlich. Oft bleiben Fragezeichen zurück, etwa bei manchen Charakteren, die in die Handlung eingeführt werden, allerdings nur schemen- oder rätselhaft. Fazit: Nach dem viel gelobten "Wendehammer" ein eher schwacher Frankfurt-Tatort.

Pressestimmen und Quote: So war die Resonanz auf den letzten Tatort

Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl), Ivo Batic (Miroslav Nemec), Andy (Ferdinand Doerfler) und Werner (Wolfgang Pregler).
Bild: ARD Degeto/BR/Bavaria Fernsehproduktion/Bernd Schulle

Schwache Quote und schlechte Kritiken (zu den Pressestimmen ): Der Münchner Tatort "Klingelingeling" am zweiten Weihnachtstag schnitt eher bescheiden ab. Rund 6,73 Millionen Zuschauer verfolgten die Folge um den Tod eines Säuglings mit dem Ermittlerduo Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl). Die Spur führt die Kommissare in einen rumänischen Bettlerclan vor den Toren der bayerischen Landeshauptstadt.

Am vergangenen Sonntag (Neujahr) fiel der Tatort aus, die Kollegen vom "Polizeiruf" mussten einspringen. Der vorgesehene Krimi wurde aufgrund der Parallelen zum Anschlag von Berlin verschoben. drs

Sendetermine: Das sind die kommenden Tatort-Folgen

15. Januar: "Wacht am Rhein" (Köln)

22. Januar: "Schock" (Wien)

29. Januar: "Söhne und Väter" (Saarbrücken)

5. Februar: "Der scheidende Schupo" (Weimar)

19. Februar: "Tanzmariechen" (Köln)

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21 Bilder
Tatort-Kommissare: Wer ermittelt wo?
Bild: Thomas Kost, WDR
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