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  3. Luftbrücke für Überlebende: "Irma" hinterlässt 48 Todesopfer und gewaltige Schäden

Luftbrücke für Überlebende
12.09.2017

"Irma" hinterlässt 48 Todesopfer und gewaltige Schäden

Ein Mann watet in Collier County vor seinem zerstörten Haus durch Hochwasser.
6 Bilder
Ein Mann watet in Collier County vor seinem zerstörten Haus durch Hochwasser.
Foto: Loren Elliott (dpa)

In Florida werden die Schäden von Hurrikan "Irma" erst langsam sichtbar, in der Karibik zeigt sich das enorme Ausmaß klar und deutlich. Die Zerstörung übersteige "alle Vorstellungskraft", sagt der niederländische König. Und Frankreich schafft eine Luftbrücke.

Angesichts der gewaltigen Zerstörung durch Hurrikan "Irma" läuft in der Karibik und im Süden der USA eine riesige Hilfs- und Aufräumaktion. Frankreichs Präsident Macron sprach von der "größten Luftbrücke seit dem Zweiten Weltkrieg", die zur Versorgung der Sturmopfer eingerichtet worden sei.

Der niederländische König Willem-Alexander erklärte am Dienstag, die Verwüstung übersteige "alle Vorstellungskraft. Die Bundesregierung schickte ein Krisenteam in die USA.

Schätzungen zufolge hat der Hurrikan allein auf der Inselgruppe der Florida Keys ein Viertel aller Häuser zerstört. Das US-Verteidigungsministerium schickte einen Flugzeugträger zu den Inseln, um die Rettungsmaßnahmen zu unterstützen.

"Irma" war am vergangenen Mittwoch als Hurrikan der höchsten Stufe 5 auf der kleinen Karibikinsel Barbuda an Land getroffen. Seither hielt er die Gegend in Atem. Es ist einer der schwersten jemals in der Region registrierten Tropenstürme. Insgesamt kamen mindestens 48 Menschen ums Leben.

Einige Karibikinseln wurden so schwer zerstört, dass sie als unbewohnbar gelten. Der niederländische König Willem-Alexander sagte bei einem Besuch auf Sint Maarten: "So etwas habe ich noch nie gesehen. Und ich habe ziemlich viel Naturgewalt und Kriegsgewalt gesehen."

Frankreichs Präsident Macron erklärte, rund 1900 bewaffnete Sicherheitskräfte und Hilfsgüter hätten auf die von "Irma" heimgesuchten Inseln Saint-Martin und Saint Barthélémy gebracht werden können. Der 39-Jährige begann am Dienstag in Pointe-à-Pitre auf der Karibikinsel Guadeloupe einen Krisenbesuch.

Im Süden das USA wird das Ausmaß der Schäden nach und nach sichtbar. Die Katastrophenschutzbehörde Fema schätzt, dass auf der Inselgruppe der Florida Keys ein Viertel aller Häuser zerstört sind. Die übrigen 65 Prozent hätten große Schäden erlitten, sagte Fema-Direktor Brock Long. "Im Grunde ist jedes Haus auf den Keys auf irgendeine Art betroffen." Die Inselgruppe war am Sonntagmorgen (Ortszeit) direkt vom Auge des Sturms getroffen worden. Das Weiße Haus rechnete damit, dass geflohene Bewohner möglicherweise über Wochen nicht zurückkehren können.

In dem gesamten Bundesstaat waren am Dienstag 15 Millionen Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten, wie das Heimatschutzministerium mitteilte. Im nördlichen Nachbarstaat Georgia hatten demnach eine Million Menschen keinen Strom. Dort starben am Dienstag in Folge des Sturms drei Menschen. In South Carolina gab es ein Todesopfer. Damit stieg die Zahl der Toten inoffiziellen Schätzungen von US-Medien zufolge auf elf.

Die Westküste Floridas wurde von dem befürchteten Horrorszenario verschont. Bei ihrem Zug über die Halbinsel sorgte Irma aber in der nordöstlich gelegenen Stadt Jacksonville für heftige Überflutungen. Prognosen zufolge sollte es sich der Sturm "Irma" am Dienstagabend (Ortszeit) auflösen.

In den USA traf am Dienstag auch ein 31-köpfiges Krisenteam aus Deutschland ein. Dazu gehörten Mitarbeiter des Auswärtigen Amts, der Bundeswehr und des Technischen Hilfswerks, teilte das Auswärtige Amt mit. Ein A400M-Transportflugzeug der Bundeswehr brach zudem mit Hilfsgütern an Bord nach Curaçao auf.

Bis zu 200 000 deutsche Staatsangehörige halten sich nach Angaben des Außenamts in Florida auf. Auch in der Karibik seien Deutsche von dem Sturm betroffen. So sollen mit dem A400M in den nächsten beiden Tagen auf der karibischen Insel Sint Maarten/Saint-Martin gestrandete Deutsche ausgeflogen werden. In Atlanta im US-Bundesstaat Georgia sei zudem ein regionales Krisenzentrum zur Hilfskoordination eingerichtet worden. Das Generalkonsulat Atlanta sei personell verstärkt worden.

Die Britischen Jungferninseln in der Karibik haben neben dem Durchzug von Hurrikan "Irma" mit einer weiteren Gefahr zu kämpfen gehabt: Mehr als 100 Schwerverbrecher waren aus einem Gefängnis ausgebrochen und stellten eine "ernsthafte Bedrohung" für Recht und Ordnung in dem britischen Überseegebiet dar, wie der britische Staatssekretär im Außenministerium, Alan Duncan, in London sagte. Es habe die Gefahr bestanden, dass der Rechtsstaat komplett zusammenbreche.

Nach dem Ausbruch der Häftlinge seien am Freitag britische Soldaten eingesetzt worden, um "den Gouverneur sowie alles zu beschützen, was mit Recht und Ordnung zusammenhängt", sagte er. Nach wachsender Kritik an den Hilfsmaßnahmen der Londoner Regierung will Außenminister Boris Johnson die kommenden Tage in der Region verbringen.

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