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Hessen

16.08.2019

Nach Unfall: Rund 60 Gaffer behindern Rettungskräfte

Beim Linksabbiegen ist im hessischen Babenhausen ein 20-jähriger Autofahrer mit dem Wagen eines 52-Jährigen zusammengestoßen.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Im hessischen Babenhausen ist bei einem Unfall eine Person schwer verletzt worden. Rund 60 Unfallgaffer sollen die Arbeit von Rettungskräften behindert haben.

Im südhessischen Babenhausen im Landkreis Darmstadt-Dieburg sollen nach einem Unfall rund 60 Gaffer die Arbeit der Rettungskräfte behindert haben. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, kam es am Donnerstag gegen 21.40 Uhr zum Zusammenstoß zweier Autofahrer.

Ein Mitfahrer schwer verletzt nach Zusammenstoß von zwei Autos

Ein 20-Jähriger fuhr demnach die Bürgermeister-Willand-Straße von der Bouxwiller Straße kommend in Richtung Philipp-Reis-Straße und wollte nach links in diese abbiegen. Dabei übersah der Babenhausener Autofahrer laut Polizei einen 52-Jährigen, der ebenfalls aus Babenhausen stammt und die Bürgermeister-Willand-Straße in entgegengesetzter Fahrtrichtung befuhr. Im Einmündungsbereich seien die beiden Autos dann zusammenstoßen. Durch die Aufprallwucht soll der Wagen des Unfallverursachers um 180 Grad gedreht worden und anschließend zehn Meter rückwärts in die Philipp-Reis-Straße gerollt sein.

Bei dem Unfall wurden der Polizei zufolge lediglich die beiden Mitfahrer des 20-Jährigen verletzt, einer davon schwer. Nach der Erstversorgung durch einen Notarzt kamen beide in ein umliegendes Krankenhaus. Die beiden Autos wurden nach dem Unfall abgeschleppt. Die Polizei schätzt den Gesamtschaden auf etwa 11.000 Euro.

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48-Jährige kollabiert neben Unfallstelle - Gaffer behindern Sanitäter

Wie die Oberhessische Presse unter Berufung auf die Polizei schreibt, wurden die Rettungskräfte bei ihrer Arbeit durch rund 60 Gaffer behindert. Die Unfallgaffer seien demnach verbal aggressiv gewesen und einige hätten sich den Helfern in den Weg gestellt. Der Oberhessischen Presse zufolge waren mehrere Polizeistreifen, die teils auch aus Bayern kamen, ein Polizeihund und ein Sichtschutzzaun nötig, damit die Rettungskräfte arbeiten konnten.

Unter den Schaulustigen soll auch eine Frau gewesen sein, die kollabierte. Die 48-Jährige sei vermutlich wegen der emotionalen Belastung kollabiert, denn einer der Unfallbeteiligten sei ein Familienmitglied von ihr gewesen, so die Zeitung. Mehrere Gaffer hätten die Frau umringt und den hilfsbereiten Rettungssanitätern keinen Platz machen wollen, wird eine Sprecherin der Polizei zitiert. Der Versorgung der Unfallopfer hätte sich jedoch niemand in den Weg gestellt. Man prüfe nun, ob einige Schaulustige strafrechtlich belangt werden könne. (AZ)

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