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TVOG: Der Neue

12.09.2019

Sido: Aus dem Plattenbau zum Popstar - ein Porträt des Rappers

Sido ist in der neuen Staffel "The Voice of Germany" zusammen mit Alice Merton, Mark Foster und Rea Garvey in der Jury.

"The Voice of Germany" 2019 geht heute weiter. Als Jurymitglied und Coach ist der ehemalige Skandalrapper Sido dabei - der Mann mit der silbernen Maske. Wie aus ihm ein salonfähiger Musiker wurde.

Heute geht "The Voice of Germany" 2019 in die zweite Runde der Blind Auditions. Auch auf den Juroren-Sesseln: Rapper Sido, der anderen Talenten mit seiner Erfahrung zum Titel verhelfen möchte. Neben ihm sitzen Rea Gavey, Alice Merton und Mark Forster. Mehr zur ersten Folge von "The Voice of Germany" 2019 lesen Sie hier: "The Voice of Germany" 2019, Folge 1: Die ersten Blind-Auditions

Der deutsche Gangsta-Rap ist tot. Auch deshalb trägt der deutsche Rapper Sido keine Maske mehr.

Früher war das anders. Der deutsche Hip-Hop entwickelte damals ein neues Gesicht, oder besser gesagt gar kein Gesicht. Mit einer silbernen Totenkopfmaske vor der Visage und harten, teils frauenverachtenden Songtexten, verdrängte Sido als Zugpferd des deutschen Gangsta-Raps Größen wie die Fantastischen Vier oder die Beginner um Jan Delay aus der Jugendkultur des Hip-Hops in Deutschland. Sido, die Abkürzung bedeutet super-intelligentes Drogenopfer, stand zu Beginn seiner Karriere unter anderen zusammen mit Bushido als „Die Sekte“ auf der Bühne.

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Sido war gewissermaßen der deutsche Eminem

Ihre Musik handelte von Drogen, Gewalt und dem Leben auf den Straßen Berlins. Es war das Pendant zum Hip-Hop aus den Vereinigten Staaten – Sido, der deutsche Eminem. Einer, der es sozusagen vom Tellerwäscher zum Millionär schaffte. Einer, der die Sprache vieler Jugendlicher sprach. Auch wenn die mitunter Drogen verharmloste und homophobe Ausdrücke und gewaltverherrlichende Liedzeilen beinhaltete. Deshalb feierte die Jugend den Rapper, und deshalb rebellierte ein Teil der Musikwelt und forderte die Indizierung seiner Lieder. Es war der Konflikt, den jeder Jugendliche irgendwann führt – sich gegen die „alten“ Eltern erheben – projiziert auf eine Person, Sido gegen die etablierte Musikszene.

Ausgerechnet einer seiner harmloseren Songs landete dann 2004 in den deutschen Charts. „Mein Block“ wirkt wie eine Hommage an Sidos frühere Heimat: die Plattenbau-Siedlung Märkisches Viertel in Berlin. In dem Song führt der Rapper durch seinen Wohnblock vom ersten bis zum 16. Stock. „Der Kerl aus’m Ersten war früher mal Rausschmeißer. Seit dem er aus dem Knast ist, ist er unser Hausmeister.“

Doch die Zeiten des Gangsta-Raps in Deutschland sind vorbei. Kürzlich sagte Sido: „Ich möchte nie wieder in mein Viertel zurück oder mein altes Leben zurückhaben. Das ist meine größte Angst.“

Sido wird Jury-Mitglied und Coach bei "The Voice of Germany"

Mittlerweile lebt Sido, der Paul Hartmut Würdig heißt, am Stadtrand Berlins. Der 38-Jährige ist erwachsen geworden. Er ist mit der Moderatorin Charlotte Engelhardt verheiratet, die seinen Namen angenommen hat, und Vater dreier Kinder. Auch deshalb trägt er die silberne Maske nicht mehr. Die Musik ist mit dem Künstler gewachsen. Während er früher Rapper beleidigte, singt Sido heute mit Andreas Bourani oder landet mit dem Popmusiker Adel Tawil einen Hit – poppiger, eingängiger. Dennoch verdrängte er wieder die Fantastischen Vier. Dieses Mal von den Juror-Stühlen bei „The Voice of Germany".

Smudo und Michi Beck räumen ihren Platz. Ab Donnerstag, 12. September, beurteilt Sido an ihrer Stelle Nachwuchsmusiker. „Um hier Erfolg zu haben, musst Du 100 Prozent für die Musik geben. Ohne Kompromisse. Sonst funktioniert das nicht. Ich kann auch nichts anderes. Aber Musik, das kann ich!“ Die nächste Kostprobe gibt es Ende September. Dann erscheint Sidos Album „Ich & keine Maske“.

Lesen Sie dazu auch: The Voice of Germany 2019: Kandidaten in den Teams

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