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Hitze und Glutnester
08.08.2022

Brand im Berliner Grunewald auch Montag noch nicht unter Kontrolle

Rauch steigt bei einem Brand im Grunewald auf.
Foto: Kay Nietfeld, dpa

Im Berliner Grunewald brennt es bereits seit einigen Tagen. Das Feuer ist nach wie vor nicht unter Kontrolle, weil sich die Löscharbeiten als äußerst schwierig erweisen.

Seit Donnerstagmorgen steht der Berliner Grunewald in Flammen. Ein Großfeuer in Berlin, das hat es in dieser Form auch lange nicht gegeben. Bislang konnte das Feuer von den Einsatzkräften noch nicht in den Griff bekommen werden. Die Löscharbeiten gestalten sich offenbar äußerst schwierig, da auf dem Sprengplatz immer wieder Detonationen erwartet werden müssen.

Die Berliner Feuerwehr hat ihre Löscharbeiten am Montag fortgesetzt und will im Tagesverlauf versuchen, näher an den dortigen Sprengplatz heranzukommen. Ziel sei es, den Gefahrenbereich zu verkleinern, sagte ein Feuerwehrsprecher am Morgen. Die Lage im Einsatzgebiet sei stabil, aber noch nicht unter Kontrolle.

Berlin: Feuer im Grunewald - Avus könnte noch Montag freigegeben werden

Am 8. August soll auch entschieden werden, ob die seit Donnerstag gesperrte Autobahn 115 - genannt Avus - wieder freigegeben werden kann oder nicht. Auf der parallel zur Autobahn, aber in etwas größerem Abstand zum Waldbrand verlaufenden Bahnstrecke rollen seit Samstag wieder Züge.

Auf dem Gelände des Sprengplatzes, auf dem tonnenweise alte Granaten, Munition und beschlagnahmte Feuerwerkskörper in Gebäuden lagern, hatte es Feuer und Explosionen gegeben. Den Sprengplatz zur Vernichtung von Waffen und Explosivstoffen gibt es seit 1950.

Im Wald brennt es laut Feuerwehr weiter, es gebe noch mehrere Glutnester. Über Nacht beobachteten die Einsatzkräfte die Lage, im Dunkeln fanden aber keine Löscharbeiten statt. Auf dem Sprengplatz selbst, wo der Brand ausgebrochen sein soll, lodern hingegen keine Flammen mehr. Der Boden ist allerdings noch sehr heiß.

Ursache für Großbrand im Grunewald von Berlin weiter unklar

Die Ursache für den Brand im Grunewald scheint nach wie vor unklar. "Das war heute hier großes Thema: Wie kann es dazu kommen?", sagte der Sprecher der Berliner Feuerwehr, Thomas Kirstein, am Donnerstagabend in einer rbb-Sondersendung zum Großbrand im Südwesten Berlins.

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Kirstein wies darauf hin, dass auf dem Sprengplatz im Grunewald bereits mehrere Gebäude in "Vollbrand" gestanden hätten, als die Feuerwehr am Morgen dort eingetroffen sei. Die Ursachenermittlung übernehme aber die Polizei. "Wir haben heute mehrere Gespräche auch mit den Sprengmeistern gehabt", so der Feuerwehrsprecher. "Die ermitteln da auch gemeinsam mit dem LKA in alle Richtungen."

Video: dpa

Feuer in Berlin: Kaum bezwingbares Feuer wohl erst Freitag zu löschen 

Die Feuerwehr hatte mit Löscharbeiten innerhalb der Sicherheitszone rund um den Sprengplatz im Grunewald begonnen. "Der Sperrkreis von 1000 Metern bleibt bestehen. Aber es ist möglich, dass wir als Feuerwehr jetzt in gewissen Bereichen bis auf 500 Meter tätig werden können", erklärte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein. "Das heißt, die Löscharbeiten sind zum Teil schon angelaufen." Das Löschwasser sei im Vorfeld schon bereitgestellt worden. 

"Jede Minute, die wir keine Detonationen hören oder auf dem Sprengplatz etwas passiert, ist eine gute Zeit für uns", sagte Kirstein. "Wir werden jetzt mit den Einsatzkräften der Feuerwehr in Teilen bis 500 Meter rangehen können." Die Bundeswehr unterstütze die Feuerwehr, indem sie Schneisen im Wald anlege, von denen aus dann Löscharbeiten möglich seien. "Es ist davon auszugehen, dass das Feuer nicht über den 1000-Meter-Sperrkreis hinweggeht", so der Feuerwehrsprecher.

Die Berliner Feuerwehr geht davon aus, dass der Brand im Grunewald bis Freitag anhalten wird. "Wenn man hier eine vorsichtige Einschätzung vornimmt und wenn man das realistisch analysiert die Lage, sieht es so aus, dass wir schon damit rechnen, dass die Lage mindestens auch noch in den frühen Morgenstunden nicht beendet sein wird. Sich über die Nacht zieht", sagte James Klein vom Pressedienst der Feuerwehr. Die Einsatzkräfte sind derzeit noch mit einem Großaufgebot vor Ort.

Feuer in Berlin-Grunewald: Evakuierungen kein Thema für Bürgermeisterin

Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) sieht trotz des anhaltenden Brandes im Grunewald keine Notwendigkeit für Evakuierungen. "Es ist kein Personenschaden zu beklagen", sagte die SPD-Politikerin, die kürzlich bei einer Rede mit Eiern beworfen wurde. "Es gibt keine Notwendigkeit für eine Evakuierung von Bevölkerung", sagte sie. "Das haben wir in Brandenburg ja anders erlebt, wo ganze Dörfer evakuiert werden mussten. Das ist hier nicht der Fall, weil hier im Umkreis von zwei Kilometern niemand wohnt." 

Giffey sagte, bei dem Brand im Grunewald handele es sich um ein Ereignis, das in der Berliner Nachkriegsgeschichte einmalig sei. Die Regierende Bürgermeisterin hatte ihren Urlaub unterbrochen, um sich im Grunewald selbst ein Bild von der Lage zu machen. Dort brennt es auf und rund um den Sprengplatz der Berliner Polizei seit den frühen Morgenstunden. Die Brandursache ist noch unklar. 

Explosion im Grunewald von Berlin: Bekämpfung von Waldbrand schwierig

Am Donnerstagmorgen war die Lage zunächst "unübersichtlich", wie ein Sprecher der Feuerwehr verkündete. "Es brennt der Wald und eine Lagerstätte für Fundmunition der Polizei Berlin", warnt die Feuerwehr: "Es ist mit Explosionsgeräuschen und Belästigung durch Brandgase zu rechnen."

Immer wieder seien kleinere Detonationen von Sprengkörpern zu hören, die weiterhin auf dem Sprengplatz erfolgen. Dort waren am Hüttenweg gegen vier Uhr mehrere massive Detonationen zu hören gewesen. Ersten Vermutungen zufolge könnte ein Waldbrand die auf dem Sprengplatz gelagerte Fundmunition entzündet haben. Zur Ursache für den Brand ist bislang aber noch nichts näheres bekannt. Dieser könnte auch erst in Folge der unbeabsichtigten Explosionen entfacht worden sein.

Mehr als 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr sind vor Ort, um das Feuer zu löschen und die Lage unter Kontrolle zu bringen. Auch Notärzte und Rettungswagen sind unter den Einsatzkräften. Die Bekämpfung des Waldbrandes gestaltet sich allerdings schwierig, da immer wieder mit neuen Detonationen gerechnet werden muss.

Video: dpa

Brand im Berliner Grunewald: Avus gesperrt und kein Zuverkehr – Warnung für Anwohner

Der Sprecher der Feuerwehr betonte, dass in Folge der großen Explosion niemand verletzt wurde. Die Feuerwehr gab für die Anwohner unterdessen eine Warnung heraus, sie sollen Türen und Fenster geschlossen halten. Klimaanlagen und Lüftungen sollen ausgeschaltet werden.

Die Gluthitze ist eine zusätzliche Belastung für die Einsatzkräfte.
Foto: Paul Zinken, dpa

Am Donnerstagmorgen wurden zunächst mehrere Straßen im Berliner Grunewald gesperrt. Dabei handelt es sich um die Havelchaussee, den Kronprinzessinnenweg und die Avus, die Autobahn A 115. Der Zugverkehr der Linie S7 der Berliner S-Bahn ist wegen des Brandes zwischen Wannsee und Grunewald unterbrochen. Im Berufsverkehr kam es in der Region dadurch zu Verzögerungen.