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Kommentar
25.01.2014

Das macht den Reiz vom ARD-Krimi "Tatort" aus

"Tatort" ist viel mehr als eine Krimi-Reihe. Warum das so langer Zeit noch immer so ist und was uns 2014 am Sonntagabend in der ARD erwartet.

Wie lange dauert die Erkennungsmelodie der ARD-Krimi-Reihe „Tatort“? Elf, 22 oder 33 Sekunden? Wenn Sie diese beliebte Fernsehquiz-Frage mit „33 Sekunden“ beantworten, haben Sie schätzungsweise mindestens zwei oder drei Folgen dieser für Deutsche unverzichtbaren Reihe gesehen.

Die Augen, das Fadenkreuz, die übers Pflaster eilenden Füße – die Musik von Klaus Doldinger. Allenfalls die „Tagesschau“-Fanfare kann es an Popularität mit dem Krimi-Intro aufnehmen. Seit 1970 wird im Ersten unter dem „Tatort“-Siegel gemordet, gemeuchelt und zusehends auch gewitzelt. Wahrscheinlich im Februar wird die 900. Folge des Krimi-Klassikers gezeigt. Wobei die Zulieferungen aus Österreich ausgeklammert sind – zum Ärger der alpenländischen Nachbarn.

Seit einigen Jahren straft der „Tatort“ die auch im Fernsehen gültige Weisheit Lügen, dass nichts so einschläfernd im Leben ist wie die Gewohnheit. Von wegen: Systematisch legt das föderativ strukturierte Krimispiel an Beliebtheit zu. Das hat zum Teil mit den engagierten Fan-Diskussionen zu tun. Sonntagabends wird während der Ausstrahlung etwa derart sachkundig und lustvoll getwittert, dass man seine Mühe hat, all den Anspielungen zu folgen.

Zum anderen schafft es das von der ARD organisierte Verbrechen, einstige Hits wie „Wetten, dass . .?“ abzuhängen, weil der Zuschauer auf eine Welt trifft, die er sich als brauchbare Alternative zu seinem Alltag zurechtgerückt hat. Und die umso besser funktioniert, weil bei der Polizei der strahlende Held und die Super-Frau ausgedient haben. Und somit die Charaktere eher zur Identifikation einladen.

Kaum ein Kommissar, der ohne Macke auskommt. Ob er süffelt, von seiner Frau verlassen wurde oder wie der Münsteraner Thiel von einem Hippie-Vater und dem grandios-selbstverliebten Pathologen Boerne geplagt wird. In dem wohl schlimmsten Fall haben die Autoren dem Wiesbadener LKA-Ermittler Murot einen Tumor ins Hirn geschrieben.

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Mögen optisch und von den Ideen her überlegene US-Serien wie „Breaking Bad“ ihre Fans haben, der Großteil der Deutschen fährt auf die Symbiose von fassbaren Typen und den Schauplätzen ab, die Regionalität allerdings oft nur vorspiegeln. Die Großstadt im „Tatort“ – ob München, Hamburg oder Frankfurt – ist ein grün-graues Geviert aus Parkplätzen, U-Bahnhöfen, Versicherungsbauten und Klinik-Fluren. Was läge näher, als jeder Großstadt in der Republik einen „Tatort“ zukommen zu lassen?

Inzwischen bewegt sich das Erfolgsmodell auf einem schmalen Grat. Monatelang bestimmte die aus Jugendschutzgründen erfolgte Verschiebung des Kölner Beitrags „Franziska“ die Diskussion – mit dem Ergebnis einer hohen Quote auch zu später Stunde. 2014 soll es so viele Tote im „Tatort“ geben wie nie zuvor. Wobei die reine Zahl noch nichts über die Zunahme gewalttätiger Szenen sagt.

Noch spielen die Zuschauer mit, aber man fragt sich schon, ob ein Pathologe nicht auch mal humorlos sein darf. Und muss wie in Münster eine Staatsanwältin mit Brummbärstimme Kette rauchen, während die attraktive, blonde Kollegin aus Saarbrücken es glatt schaffen könnte, dass der Angeklagte blind-verliebt vor Gericht einbricht?

Ist der „Tatort“ das letzte TV-Lagerfeuer, das wir als Nation haben? Das wäre zu wenig. Er müsste selbst als Krimi die Bruchstellen der Gesellschaft, den Spagat zwischen Schuld und Unschuld ausleuchten. Dann können wir auch auf die standardisierte Ermittlerfrage verzichten: „Wo waren Sie gestern um 21 Uhr?“

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