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Ukraine-Krieg
03.05.2022

Vorräte anlegen: Das sind die Empfehlungen der Bundesregierung

Gut ausgestattet: Wer Vorräte anlegen möchte, sollte ausreichend Mehl, Wasser und Konserven kaufen.
Foto: Jens Büttner, dpa

Konserven, Getreide, Milch: Mit Blick auf den Ukraine-Krieg rät Bundesinnenministerin Faeser, zu Hause Vorräte anzulegen. Diese Einkaufsliste empfiehlt die Bundesregierung.

Leere Supermarkt-Regale waren zu Beginn der Corona-Pandemie ein völlig neuer Anblick für uns hier in Deutschland. Nun, seit Beginn des Krieges ist es abermals schwer, an haltbare Grundnahrungsmittel wie Mehl und Nudeln zu kommen. Wer welche ergattern kann, nimmt gerne auch mal zwei Packungen mit. Nur zur Sicherheit.

Nun hat Bundesinnenministerin Nancy Faeser tatsächlich dazu geraten, einen kleinen Lebensmittelvorrat anzulegen. Grund ist der russische Angriffskrieg auf die Ukraine – ein Lebensmittelvorrat diene zur Vorsorge für den Krisenfall. "Denken Sie zum Beispiel an Cyberattacken auf kritische Infrastruktur", sagte die SPD-Politikerin dem Handelsblatt.

Video: dpa Exklusiv

Seien es Stromausfälle oder sonstige Einschränkungen des alltäglichen Lebens – es sei immer sinnvoll, einen kleinen Notvorrat zu Hause zu haben, so Faeser – und verweist auf eine vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz veröffentlichte Liste. Die Betonung liegt dabei aber auf "klein" – hamstern ist nicht nötig!

Für den Krisenfall: Welche Vorräte sollte ich anlegen?

Ob Hochwasser, Stromausfall oder Sturm: Im Katastrophenfall kann es schnell passieren, dass Lebensmittel kurzfristig nicht mehr oder nur begrenzt verfügbar sind, warnt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK) in seinem "Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituation". Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ist das zentrale Organisationselement für die zivile Sicherheit in Deutschland.

Empfehlungen für den Grundvorrat: Welche Lebensmittel sollte ich vorrätig haben?

Vorräte für Katastrophen anlegen ist zwar sinnvoll, aber sie sollten wirklich nur für den Notfall und kurzfristig reichen: Vorräte, die eine Großfamilie monatelang über Wasser halten könnten, sind nicht notwendig. Sinnvoll sei es, so viele Lebensmittel zu Hause zu haben, dass man zehn Tage ohne Supermarktbesuch überstehen könne. Die Empfehlungen der Bundesregierung basieren auf dem BBK – und das berechnet sie basierend auf dem Gesamtenergiebedarf einer erwachsenen Person. Dieser beträgt täglich ca. 2.200 Kalorien. Um diesen 10 Tage lang abdecken zu können, sollte pro Person im Haushalt folgender Grundvorrat vorhanden sein:

Lebensmittel Menge
Getränke ca. 20 Liter
Gemüse, Hülsenfrüchte 4 kg
Getreide, Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis 3,5 kg
Obst, Nüsse 2,5 kg
Milch & Milchprodukte 2,6 kg
Fisch, Fleisch, Eier, bzw. Volleipulver 1,5 kg
Fette, Öle 0,357 kg


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Die Liste zeigt: Die Basics, die jeder im Keller haben sollte, sollten eine gute Mischung aus Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß sein. Wichtig sind außerdem Lebensmittel, die Vitamine und Spurenelemente enthalten. Sinn macht hier natürlich, auf haltbare Lebensmittel zu setzen, seien es Konserven oder Tiefkühlprodukte.

Bei Getränken gilt es, großzügig zu kalkulieren. Immerhin braucht ein Mensch mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag. Das Bundesamt kalkuliert jedoch mit zwei Litern pro Tag, damit ein Haushalt unabhängig von der Wasserversorgung sein kann. Deshalb sollte auch stilles Wasser vorrätig sein: Es ist nötig, um anderen Nahrungsmittel wie Nudeln oder Brot zuzubereiten – und nötig für den Fall, dass die Wasserversorgung nicht mehr funktioniert.

Vorräte anlegen: Hygieneartikel, Hausapotheke, Notgepäck

In der Broschüre des Bundesamts werden noch weitere Dinge empfohlen, die im Haushalt immer vorhanden sein sollten.

Zum einen eine kleine Hausapotheke: Verbandskasten Schmerzmittel, Wunddesinfektionsmittel, Fieberthermometer sowie Medikamente gegen Erkältungs- und Durchfallerkrankungen sollte jeder Haushalt stets vorrätig haben.

Hygiene-Artikel sollten ebenfalls vorrätig sein – vor allem Seife, Zahnpasta und Zahnbürsten, Toilettenpapier, Müllbeutel, Haushaltshandschuhe und Desinfektionsmittel. Außerdem sollten für den Fall eines Stromausfalls Kerzen und Feuerzeuge im Haus sein, genau wie Taschenlampen, Batterien und ein Campingkocher.

Ins Notgepäck gehören wichtige Dokumente. Eine Kopie ist oft ausreichend. Außerdem ein Schlafsack, wichtige Medikamente und Material zur Wundversorgung, ein Taschenmesser sowie ein Atemschutz.

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