Sylvia Thimm ist eine Frau, die nicht so leicht aufgibt. Ihre Kneipe, das „Doors“ im Berliner Szenebezirk Prenzlauer Berg, ist keine 40 Quadratmeter groß – wie soll sie da ein Raucher-Separee abtrennen? Zwei Drittel ihrer Gäste rauchen, schätzt die Wirtin. Müsste sie ihnen das verbieten, wie es der Berliner Senat im Herbst 2007 von ihr verlangt, könnte sie das „Doors“ auch gleich schließen und Sozialhilfe beantragen. Nachdem Freunde jedoch den Kontakt zu einem Anwalt und dem Rechtsprofessor Heinrich Wolff herstellen, steht Sylvia Thimms Entschluss schnell fest. Sie legt Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein – und gewinnt. In kleinen Kneipen ohne Nebenraum wie dem „Doors“ darf in Berlin weiter geraucht werden.
75 Jahre Grundgesetz