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Corona-Impfung
25.11.2021

EU-Behörde gibt Impfstoff für Kinder ab fünf Jahren frei

In den USA werden bereits Kinder zwischen fünf und elf Jahren geimpft.
Foto: Sebastian Gollnow, dpa

Grünes Licht für die Zulassung von Biontech-Pfizer für Kinder: Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat den Corona-Impfstoff für Kinder ab fünf Jahren freigegeben.

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht für die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer für Kinder ab fünf Jahren gegeben. Das teilte die EMA in Amsterdam mit. Es wird der erste Corona-Impfstoff, der in der EU für Kinder unter zwölf Jahre zugelassen wird. Offiziell muss die EU-Kommission nun noch zustimmen – das aber gilt als Formsache.

EMA: Impfstoff ist für Kinder effektiv und sicher

Kinder ab fünf Jahre sollen von dem Biontech/Pfizer-Impfstoff nur ein Drittel der Erwachsenen-Dosis erhalten und zwei Dosen im Abstand von drei Wochen. Die EMA betonte, dass das Vakzin nach Studien sicher und effektiv sei. Bisher seien keine schweren Nebenwirkungen festgestellt worden, allenfalls milde Reaktionen wie Fieber, Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit oder Kopfschmerzen. Die Experten hatten seit Oktober Studien der Hersteller geprüft.

Bislang ist dieser Impfstoff in der EU nur für Menschen ab 12 Jahren zugelassen. Doch in Israel und auch den USA dürfen damit auch bereits Kinder ab fünf Jahren geimpft werden.

Ab 20. Dezember 2,4 Millionen Dosen verfügbar

In Deutschland stehen nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ab dem 20. Dezember 2,4 Millionen Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs für Kinder zur Verfügung. Weitere Lieferungen seien in den ersten Monaten des neuen Jahres zu erwarten.

Kinder erkranken zwar nur höchst selten an Covid-19. Doch, so sagen die EMA-Experten, auch sie könnten schwer krank werden. Die Vorzüge der Impfung seien daher höher zu bewerten als mögliche Risiken.

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Die Entscheidung der EMA heißt aber nicht, dass nun auch die Impfung von Kindern empfohlen wird. Das müssten nationale Regierungen beziehungsweise Gesundheitsbehörden entscheiden, betont die EMA. In Deutschland wird zunächst ein Gutachten der Ständigen Impfkommission (Stiko) erwartet. Sie will ihre Empfehlung zur Corona-Impfung für Kinder von fünf bis elf Jahren vor Jahresende abgeben.

Abwägen von Nutzen und möglichen "Restrisiken"

Der Vorsitzende der Stiko, Thomas Mertens, äußerte Verständnis für Eltern, die skeptisch sind. "Das kann ich sehr gut verstehen, und es entspricht im Grunde auch dem Problem, vor dem die Stiko mit ihrer Empfehlung steht – nämlich dem Abwägen von Nutzen und möglichen "Restrisiken" bei den Kindern in dieser Altersgruppe", sagte Mertens der Schwäbischen Zeitung.

In einer Zulassungsstudie der Firma Biontech/Pfizer seien keine schwerwiegenden Impfreaktionen oder Nebenwirkungen dokumentiert worden, sagte Mertens. Die Wirksamkeit des Impfstoffs entspreche bei den Kindern nach einer relativ kurzen Beobachtungszeit zudem etwa der bei den Erwachsenen. Zahlen aus den aktuellen Studien reichten aber nicht aus, um seltene Nebenwirkungen auszuschließen. Man müsse die Ergebnisse früherer Studien und Anwendungsdaten einbeziehen. Man bereite die Entscheidung über eine Empfehlung vor, sagte Mertens.

Ein zweiter Impfstoff für Kinder könnte bald folgen. Die EMA-Experten prüfen zur Zeit einen Antrag des US-Herstellers Moderna. (dpa)

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26.11.2021

Passend zum Thema:

Weil der Impfstoff sicher sicher ist, unterstützt das PEI sicherheitshalber eine Studie, um der Frage der kardialen Impfnebenwirkungen bei Kindern nachzugehen: https://mykke.de/?p=775

Das meinen derzeit die Pädiater dazu: https://dgpi.de/sarscov2-impfung-bei-5-bis-11-jaerigen-kindern/

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25.11.2021

Klar lass ich meine Kinder impfen. Zum einen wollen Sie das auch unbedingt, zum anderen bekomme ich ja mit, wie andere Kinder krank werden und das Virus verteilen. Es wird nicht schaden, also wieso nicht?

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25.11.2021

Solange die Impfentscheidung frei bleibt, kein Problem.

Viel pandemische Wirkung wird die Impfung bei Kindern realistischerweise eh nicht haben, liegt doch das Hospitalisierungsrisiko bei <0,01 %, das Sterberisiko ist noch um ein vielfaches geringer. Ich bin gespannt, wie die Nutzen-Risiko-Abwägung der Stiko ausfällt...

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25.11.2021

Ich bin kein Sachverständiger, habe auch keine kleinen Kinder mehr. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Ich würdde mir dasschon sehr gernau überlegen, ein 5-jähriges Kind zu impfen.

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25.11.2021

Die Notwendigkeit zur Impfung von Kindern sehe ich aktuell nicht. Etwaige relevante Vorerkrankungen mögen ein individuelles Argument sein...ansonsten sollte das vor allem in der FREIEN Entscheidung de Eltern bleiben, ob sie ihr Kind impfen wollen. Ich hoffe, dass jetzt nicht die nächste gesellschaftliche und politische Druckwelle auf Kinder und deren Eltern losgetreten wird inkl. Gängelei und das Aussperren von Sport und sonstigen Kinderveranstaltungen.

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