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Nackter Protest

13.04.2019

Femen-Aktivistinnen stören Minister Jens Spahn bei Veranstaltung

Aktivistinnen von Femen werden von Beamten aus dem Saal geführt, nachdem sie eine Rede von Gesundheitsminister Jens Spahn gestört hatten.
Bild: Ulrich Seehausen

Femen-Protest bei Jens Spahn: Der Gesundheitsminister ist bei einer Veranstaltung von halbnackten Aktivistinnen angegangen worden. Er blieb unbeeindruckt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist bei einem Auftritt in Meldorf in Schleswig-Holstein von zwei halbnackten Femen-Aktivistinnen überrascht worden. Aus Protest gegen eine von Spahn geplante Studie zu seelischen Folgen von Schwangerschaftsabbrüchen bewarfen die jungen Frauen den CDU-Politiker am Freitagabend mit Papierschnipseln, wie auf einem Video zu sehen ist, das die Organisation auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte. Dazu sangen sie: "Das ist Spahnsinn, warum schickst du Frauen in die Hölle? Hölle! Hölle! Hölle!" nach einem Schlager von Wolfgang Petry. 

Spahn reagierte gelassen: "Bei mir kommt ihr mit Ausziehen nicht so weit", sagte der Minister, der mit einem Mann verheiratet ist, unter dem Gelächter des Publikums. Personenschützer warfen die Aktivistinnen aus dem Saal.

Femen ist eine internationale Frauenbewegung. Bekannt wurde Femen durch ihre Oben-ohne-Proteste: Halbnackte Aktivistinnen demonstrieren bei Großveranstaltungen und lassen sich öffentlichkeitswirksam festnehmen.

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Femen-Aktivistinnen protestieren halbnackt bei Jens Spahn

Gegründet wurde Femen im April 2008 in Kiew/Ukraine, unter anderem aus Protest gegen den dortigen Sex-Tourismus. Gründerin ist die 1984 geborene Anna Hutsol.

Die Protest-Aktionen von Femen finden regelmäßig ihren Weg in eine breite Öffentlichkeit. Denn wenn die Aktivistinnen sich nackt zeigen, sind die Fotografen der Weltpresse häufig mit dabei.

Femen-Aktivistinnen protestierten unter anderem gegen Silvio Berlusconi und Wladimir Putin, gegen Gazprom und die Katholische Kirche. Erst vor einigen Wochen zerlegten Femen-Aktivistinnen mit nacktem Oberkörper und schwerem Gerät in Hamburgs Rotlichtviertel einen Sichtschutz. Die Aktivistinnen kritisierten, dass die öffentliche Straße seit Jahrzehnten für Frauen unzugänglich ist. Einige der Frauen hatten sich mit schwarzer Farbe und auf Englisch "Keine Mauern zwischen Frauen" auf den Rücken schreiben lassen. (AZ, dpa)

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22 Bilder
Femen: Nackter Protest gegen radikalen Islam
Bild: Johannes Eisele
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