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Kommentar

16.12.2019

Greta Thunberg und der Klimaschutz - viel Lärm um das Falsche

Klima-Aktivistin Thunberg sitzt am Boden eines deutschen Zugs. Diese Geschichte geht um die Welt, dabei geraten die eigentlichen Nachrichten in den Hintergrund.
Bild: Twitter

Die Meldung, dass Greta Thunberg im überfüllten ICE auf dem Boden sitzen musste, geht um die Welt. Dabei gehen die wesentlichen Nachrichten unter. Ein Kommentar.

Deutschland spricht über Greta Thunberg. Sie musste auf ihrem Weg nach Hause in einem überfüllten Zug der Deutschen Bahn auf dem Boden sitzen. Zunächst arbeiteten sich die Öffentlichkeitsarbeiter des Schienenkonzerns an dem 16-Jährigen Mädchen ab, danach in den sozialen Netzwerken Journalisten und Politiker.

Greta Thunberg und ihre Bahnfahrt - die wichtige Nachricht gerät in den Hintergrund

Entweder ging es um das Versagen der Bahn oder darum, dass Thunberg eine Blenderin und verzogene Göre sei. Die Schwedin kehrte vom Klimagipfel in Madrid zurück, der mit einem Minimalkompromiss zu Ende ging. Aus Sicht des Klimaschutzes muss man wohl von einem Scheitern sprechen. Diese wichtige Nachricht gerät nun vollkommen in den Hintergrund. Bundesweites Achselzucken.

Bund und Länder haben sich am Morgen außerdem darauf verständigt, dass von allen Seiten kritisierte Klimapaket nachzuschärfen. Der Ausstoß einer Tonne Kohlendioxid soll teurer werden als die bislang geplanten 10 Euro. Damit bessert die deutsche Politik bei einer wesentlichen Schwäche ihres Klimapaketes nach. Auch hier Achselzucken.

Greta Thunberg und der Klimaschutz - viel Lärm um das Falsche

Die beiden eigentlichen Nachrichten – ein Misserfolg in Madrid, aber Deutschland tut mehr für den Kampf gegen die Erderwärmung – gehen unter im Greta-Wirbel. Sie bewegen viel weniger als die unbequeme Zugfahrt der weltbekannten Prominenten.

Diese Schlüsse kann man für den Klimaschutz aus der Geschichte ziehen

Wahrscheinlich ist es menschlich, dass die Leute das am stärksten interessiert, wo es menschelt. Klatsch, Tratsch und Lästereien sind ein wichtiges Bindeglied für den Zusammenhalt von Gruppen. Und zu Bahnchaos und überfüllten Zügen kennt auch fast jeder eine haarsträubende Geschichte.

Dagegen haben es CO2-Preis, 1,5-Grad-Ziel und steigende Meeresspiegel schwer. Doch eigentlich ist es gar nicht so kompliziert, würde die richtige Geschichte erzählt. Da hockt ein erschöpftes Mädchen zwischen ihren Koffern auf dem Weg nach Hause, nachdem sie für den Klimaschutz zwei Mal den Atlantik in einem Boot überquert hat.

Das Bild könnte im wahrsten Sinne des Wortes sinnbildlich dafür stehen, wie mühsam die Rettung der Welt ist, wie schwer sich die Menschheit damit tut und wie viele Rückschläge drohen. Journalisten müssen die richtige Geschichten erzählen.

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Die Diskussion ist geschlossen.

17.12.2019

Schon richtig, es geht um das Wesentliche.
Dazu gehören aber auch Fragen wie:
Wachstum oder Wettbewerbsverlust durch Alleingänge im Klimaschutz?
Werden Deutschland und Europa den Rest der Welt motivieren, die Anstrengungen im Klimaschutz zu erhöhen?
Also: mehr Mut zum Wesentlichen!

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16.12.2019

es ist ein Bildnis der DB, und des Komforts im ICE. Eine weitere Interpretation entblößt sich doch. Fahren Sie mit dem TGV von München über Augsburg nach Paris, ein Sitzplatzticket und Pünktlichkeit ist gewiss. Dasselbe auf einer Fahrt von Moskau nach St. Petersburg. Stattdessen findet auf der Fahrt mit dem ICE ein geduldiger Kompromiss zwischen den Reisenden um Sitzplätze statt, weil für Fahrten meist mehr Reisende als Plätze vorhanden sind. Klassisches BWL Nachfrage/Angebot Thema. In der Schweiz undenkbar, eine Bepreisung ohne Leistung. Dazu kommt, dass es offensichtlich furchtbar kompliziert ist (es wird von enormen Aufwänden für eine Digitalisierung gesprochen), sog. kurzfristig online gebuchte Plätze 'real' als reserviert auszuzeichnen. In England werden ebenso Platzkarten ausgestellt, und im Sinne des Fahrgast fährt die Railway pünktlich.

Ein hoffnungsfrohes Länzchen gebührt dieser Tage der RB für die A-M Pendler, b.t.w. die größte M-Pendler Fraktion. Manche Fahrten sind derzeit überpünktlich ;) auch wenn die Wagons manchmal leidvoll gekürzt werden, ist das mal ein Schritt in die richtige Richtung. Doch wird zukünftig ein anderer Anbieter die RB Fahrten gestalten. Das heißt Vorfahrt für den zukünftigen Regionalbahnverkehr A-M.

Nun am Ende noch die Nachhaltigkeitsfrage: die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Bundesregierung fragen nicht danach WIE man sich alltäglich fortbewegt, abgesehen von der Co2 Steuer. Eine erhöhte Pendlerpauschale ist ein Mumpitz, weil nur der Entfernungsfaktor zählt, aber nicht ob es sich verdient hat. Ein Mumpitz wär ich würde ich die Single-Drived-Pkw´s am Morgen, auf der Radl-Fahrt zum Bahnhof zählen. Dennoch, hinsichtlich der Ziele finden sich Im Klimaschutzpaket der Bundesregierung die Eckdaten für den Verkehrssektor, und diese stimmen gut (III b aus nachfolgendem Link),
https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Klimaschutz/eckpunkte_klimaschutzprogramm_2030.pdf

Zukunft: Die Umfrage nach einer Transrapid auf der Autobahnstrecke A-M hat offensichtlich keinen Impact. Wieso auch, langsam über Dörfer fahren können Elektroautos. Ultraschall-Geschwindigkeiten auf Schiene sind nachhaltig nutzlos, zudem Lärm. Und Flugtaxis sind Energieverschwender. Also, Erneuerbare Energien Tanken, diese ins Stromnetz zurück geben, von zuhause, am Arbeitsplatz, an der E-Tanke und das Stromnetz stabilisieren, und gar einen privatwirtschaftlichen Profit machen. Win\Win Situation. Kein Lärm, kein fossiler Gestank, kein Co2 und vll. auch kein Tempolimit wenn die junge Technologie der Elektromobilität in dem komfortablen Sofa D-Land durchstartet.

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16.12.2019

>> In der Schweiz undenkbar, eine Bepreisung ohne Leistung. <<

Unfug, die SBB stehen wie die DB für Kartenverkauf ohne Zugbindung.

Da gehören Stehplätze im abendlichen Verkehr aus Genf heraus auch zur von mir erlebten Realität.

(edit/persönlicher Angriff)

>> Doch wird zukünftig ein anderer Anbieter die RB Fahrten gestalten. Das heißt Vorfahrt für den zukünftigen Regionalbahnverkehr A-M. <<

???

>> Also, Erneuerbare Energien Tanken, diese ins Stromnetz zurück geben, von zuhause, am Arbeitsplatz, an der E-Tanke und das Stromnetz stabilisieren, und gar einen privatwirtschaftlichen Profit machen. Win\Win Situation. <<

Erneuerbare Energien tanken und diese ins Stromnetz zurückgeben? Damit mein Nachbar sein E-Auto mit dem Strom aus meinem E-Auto voll macht?

(edit/mod)

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16.12.2019

Danke, für den guten Kommentar!

Gut, dass endlich die Bundesregierung (offenbar auf Drängen der Opposition) sich für die Bepreisung von CO2 mit anfangs 25 €/t und Rückgabe dieses Geldes über eine damit bezahlte Senkung der EEG-Umlage (mit der ja die Investitionen in Erneuerbare Energien erfolgreich angeschoben und bezahlt werden) entschieden hat.

Raimund Kamm

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16.12.2019

(edit/mod)

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16.12.2019

>> Gut, dass endlich die Bundesregierung (offenbar auf Drängen der Opposition) <<

Die Grünen haben das in ihrer Eigenschaft als Regierungspartei in den Bundesländern über den Bundesrat erreicht. Auch für die erhöhte Pendlerpauschale sind die Grünen mit verantwortlich.

Regieren ist halt nicht Rosinenpicken in der Opposition ;-)

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16.12.2019

Sie haben es erfasst!! Es menschelt, statt Vernunft...

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17.12.2019

Nana, Politikern, die auf einen Hype aufspringen, Vernunft zu attestieren, ist sehr gewagt. Fakt bleibt, dass bis auf Weiteres der Energiebedarf nicht mit erneuerbaren Energien zu decken ist. Jedenfalls nicht in den Zeiten, in denen kein Wind bläst oder keine Sonne scheint. Bin gespannt, welcher der "vernünftigen" Politiker sich trauen wird zu sagen (vmtl. nach Merkels Abgang), dass die zur Abschaltung vorgesehenen AKWs nun halt leider doch noch 10 Jahre länger am Netz bleiben müssen.

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