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Horst Seehofer baut sich ein Nebenkanzleramt

Kommentar Von Martin Ferber
28.03.2018

100 neue Arbeitsplätze, ein weiterer beamteter Staatssekretär: Horst Seehofer stockt im Innenministerium auf. Dabei geht es vor allem um eines: Macht.

Als wahrer Job-Motor erweist sich das neue Heimatministerium von CSU-Chef Horst Seehofer. Obwohl das Innenministerium mit rund 1500 Mitarbeitern nicht gerade zu den kleinen und unterbesetzten Häusern gehört, schafft der neue Hausherr gleich in den ersten Arbeitstagen 100 neue Arbeitsplätze einschließlich eines weiteren beamteten Staatssekretärs.

Seehofers Botschaft ist unmissverständlich

Was diese gut dotierten Leute den ganzen Tag allerdings machen, ist noch ein gut gehütetes Geheimnis von Horst Seehofer. Die Aufgabenbeschreibung in der Beschlussvorlage für den Haushaltsausschuss liest sich reichlich vage. Zumal es längst diverse, nicht gerade schlecht bezahlte Beamte im Finanz-, Wirtschafts-, Verkehrs-, Gesundheits- oder Landwirtschaftsministerium gibt, die sich ebenfalls mit den Themen Raumordnung, Herstellung gleicher Lebensverhältnisse oder Schaffung des gesellschaftlichen Zusammenhalts beschäftigen.

Nein, es geht vor allem um Machtspielchen. Und ums Prestige. Wenn sich die Bundeskanzlerin 39 neue Stellen im Kanzleramt gönnt und der neue Vizekanzler 41 neue Mitarbeiter für das Finanzministerium erhält, darunter ebenfalls einen weiteren beamteten Staatssekretär, dann braucht auch der CSU-Chef mindestens einen weiteren beamteten Staatssekretär und zusätzliche Stellen, um auf Augenhöhe agieren zu können. Nach außen geht es um die Heimat, den Zusammenhalt und die gleichen Lebensverhältnisse, tatsächlich aber um die Macht. Horst Seehofer begnügt sich nicht damit, an der Spitze eines ohnehin schon großen Hauses zu stehen, er baut es zu einer Art Nebenkanzleramt aus. Die Botschaft ist unmissverständlich: Gegen ihn kann und darf in Berlin nicht regiert werden.

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Die Diskussion ist geschlossen.

31.03.2018

Die Arbeit im Bundesinnenministerium kann von einer Person nicht gemacht werden. So wie überall in den Unternehmungen in der Privatwirtschaft wie auch der öffentlichen Hand, Kirchen und Gewerkschaften wie auch in den Verbänden kommt es auf die Organisationsstruktur und den richtigen Köpfen jeder Stelle an. Insofern macht Herr Seehofer alles richtig. Auch er hat Ziele zu erfüllen und muss sich moderner Erkenntnisse in Kontrolle, Organisation, Planung und Führung bedienen um seine Ziele effektiv zu erreichen. Selbst ein Privathaushalt wird oftmals nach ähnlichen Kriterien geführt was teilweise von Kommentatoren gerne vergessen wird.

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29.03.2018

Daran sieht man wieder, wie die Politiker mit den Steuergelder umgehen. Viele der 1500 Beamte drehen sicher schon Däumchen weil sie nicht zu tun haben, da braucht der Herr nochmal 100 dazu, ebenso die Mutti und der Scholz. Es wäre mal eine interessante Zahl, wieviele Menschen in den Regierungen der BRD von der Gemeinde bis zur Bundesregierung sitzen. Da wird Steuergeld verwirtschaftet ohne Ende.

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