Newsticker
RKI meldet 9727 Corona-Neuinfektionen und 65 Todesfälle
  1. Startseite
  2. Politik
  3. Kirche: EKD-Chef Bedford-Strohm würdigt Merkels Verdienste als Vorbild für Nachfolger

Kirche
14.09.2021

EKD-Chef Bedford-Strohm würdigt Merkels Verdienste als Vorbild für Nachfolger

Heinrich Bedford-Strohm ist als Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) das Gesicht seiner Kirche. Er engagierte sich in den vergangenen Jahren insbesondere für die Seenotrettung von Flüchtlingen aus dem Mittelmeer.
Foto: Oliver Berg, dpa

Exklusiv Für die Zeit nach ihr gehe es darum, ihr Bekenntnis zur Humanität als Grundorientierung des staatlichen Handelns ernst zu nehmen. Einen Satz Merkels betont er dabei besonders.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel für entscheidende Verdienste für die Humanität in Deutschland als Vorbild für die kommende Bundesregierung gewürdigt. „Das Ausscheiden von Angela Merkel aus der deutschen Politik ist eine grundlegende Zäsur“, sagte er der Augsburger Allgemeinen (Dienstagausgabe). „Für mich bleibt der stärkste Satz ihrer Zeit als Kanzlerin der Satz vom September 2015: „Wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land“, zitierte Bedford-Strohm, der auch Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern ist, die Kanzlerin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte im Jahr 2015 während der emotional geführten Debatte über Migranten: „Wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land.“
Foto: Kay Nietfeld, dpa

„Für die Zeit nach ihr geht es darum, dieses Bekenntnis zur Humanität als Grundorientierung unseres staatlichen Handelns in den konkreten politischen Entscheidungen ernst zu nehmen“, forderte Bedford-Strohm weiter. „Dazu gehört, dass wir den Interessen der Menschen in anderen Teilen der Welt und den Interessen der Menschen, die zukünftig leben, das gleiche Recht einräumen wie unseren eigenen“, fügte er hinzu. „Für alles politische Handeln gilt die goldene Regel Jesu: Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch.“

Lesen Sie dazu auch
Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

14.09.2021

Eine Linie - sag ich da nur. So, wie Merkel 2015 gegen europäische Gesetze verstoßen konnte, ohne dass sich ihr jemand in den Weg gestellt hat, darf Bedford-Strohm ungehindert See"notrettung" betreiben, wofür ein anderes Wort besser angebracht wäre. Jeder kennt dieses Wort.

Permalink
14.09.2021

Wir müssen hier klar unterscheiden:
Hilfe war damals notwendig und wichtig,
allerdings war das Problem von 2015 seit mindestens 2012 bekannt!
Daher ist für mich das damalige "Dubliner Abkommen" absoluter Schwachsinn (wer kann vom Mittelmeer direkt nach Deutschland kommen? - keiner), da dies kein Problem der entsprechenden Mittelmeerstaaten, sondern der gesamten EU ist!

Merkel hat alles ausgemerkelt (verschlafen):
gemeinsame Flüchtlingspolitik,
einheitliche Erfassung der Flüchtlinge (Software bzw. Datenbanken),
gerechte Verteilung auf alle EU-Staaten

Ergo:
Hilfe ja, aber von allen (auch 2015)

Permalink