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US-Zölle: Trump denkt taktisch - nicht strategisch

Kommentar Von Gregor Peter Schmitz
05.07.2018

Wir sollten die Zoll-Idee der Amerikaner nicht überbewerten. Trump will etwas Frieden gewinnen. Strafzölle sind deshalb nicht ausgeschlossen.

Kein Botschafter, auch kein amerikanischer, kann Deutschland einen Erlass von Autozöllen anbieten. Denn in allen Handelsfragen verhandelt längst die Europäische Union in unserem Auftrag – was der chaotischen Trump-Regierung natürlich unbekannt oder egal ist.

Trump hat sich übernommen

Dennoch findet dieses amerikanische „Angebot“ viel Echo. Das liegt am Thema. Eine Abschaffung der lästigen Zölle schwebte den Befürwortern eines transatlantischen Freihandelsabkommens (TTIP) ja auch immer vor – das wollte Trump aber ja nicht mehr, er legte das (bei uns allerdings auch mächtig umstrittene) Vorhaben auf Eis.

Nachdem die USA Zölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte erhoben hat, hat die EU-Kommission eine Liste mit US-Produkten erstellt, die seit Freitag mit höheren Importzölle belegt sind.
11 Bilder
Whiskey, Jeans und Co: Auf diese US-Produkte gelten nun EU-Zölle
Foto: Maurizio Gambarini, dpa

Dass die Zoll-Idee den Amerikanern nun doch kommt, sollten wir nicht überbewerten. Für ein Umdenken hin zu vernünftiger Handelspolitik gibt es keine Anzeichen. Wohl aber dafür, dass Trump sich übernommen hat im Handelsstreit mit China, mit den Saudis, mit Europa – und etwas Frieden gewinnen will. Strafzölle sind weiter nicht ausgeschlossen. Trumps Offerte ist eher Taktik als Strategie.

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