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Porträt
06.06.2014

Hans-Christitan Ströbele seit den Sechziger Jahren in der Öffentlichkeit

Hans-Christian Ströbele (Bündnis 90/Die Grünen) wird 75. Der Politiker ist in den Nachrichten stets präsent, wenn es um Rechtsextremismus oder Datenschutz geht.
Foto: Maurizio Gambarini, dpa

Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele hat immer etwas zu allen Themen zu sagen, egal ob NSU oder NSA. Er steht seit den 60er Jahren in der Öffentlichkeit.

Vor wenigen Tagen hatte der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach beim Promi-Special „Wer wird Millionär?“ einen viel beachteten Fernseh-Auftritt. Trotz Krebs-Erkrankung. Aber er ist nicht der Einzige in Berlin, der trotz schwerer Krankheit weiter das volle Programm abspult. Auch der Grüne Hans-Christian Ströbele fällt unter diese Kategorie.

„Arbeit hält davon ab, ständig an die Krankheit zu denken und sich von ihr dominieren zu lassen“, sagte er in einem Interview. In Unterhaltungssendungen wurde er bisher aber nicht gesichtet. Doch ob NSU oder NSA – wenn es um Rechtsextremismus oder um den Datenschutz geht, ist er in den Nachrichten stets präsent.

Ströbele versäumte trotz Bestrahlung keine Bundestagssitzung

Vor zwei Jahren war bei Ströbele, der am Samstag 75 Jahre alt wird, ein Prostata-Karzinom festgestellt worden. Er ging darauf drei Monate lang zweimal am Tag zur Bestrahlung. Das schlauchte ihn sichtlich. Aber er versäumte dennoch keine Bundestagssitzung.

Ströbele ist ein Phänomen. Er ist der einzige direkt gewählte Bundestagsabgeordnete der Grünen. Den Berliner Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg gewann er im vergangenen September bereits zum vierten Mal. Im Parlament ist er der zweitälteste Abgeordnete (nach CDU-Mann Heinz Riesenhuber).

Grünen-Politiker Ströbele ist Dauerbrenner

Nicht nur deswegen ist Ströbele ein Dauerbrenner. Sondern auch, weil er seit den 60er Jahren in der Öffentlichkeit präsent ist. Der Rechtsanwalt verteidigte in der Apo-Zeit Studenten, die wegen Protestaktionen angeklagt waren, dann die Terroristen Andreas Baader und Ulrike Meinhof.

Wegen des Vorwurfs, den Austausch von Nachrichten zwischen den Inhaftierten ermöglicht zu haben, wurde er zu zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Er verlor sein Mandat im Stammheimer Terroristenprozess und flog aus der SPD.

Ströbele traf sich mit Snowden

Doch als Mitbegründer der Grünen und der linken Tageszeitung taz schuf sich Ströbele eine neue poltische Basis. Unter anderem wurde er Vize-Fraktionschef im Bundestag. Heute ist er vor allem als Ankläger in der NSA-Abhöraffäre aktiv. Weil er sich aus erster Hand informieren wollte, traf er sich zur allgemeinen Überraschung vergangenes Jahr in Moskau mit dem Informanten Edward Snowden.

Ströbele, dessen Augenbrauen beinahe so buschig wie bei Theo Waigel sind, ist Vegetarier, Antialkoholiker und Fahrradfahrer. Seit 1967 ist er verheiratet. Seine Frau Juliana Ströbele-Gregor, ebenfalls über 70 Jahre alt, ist kaum weniger rührig als er. Die Ethnologin reist viel und hält Vorträge. Oft mahnt sie ihren Mann, kürzerzutreten. Vielleicht hat sie wenigstens morgen Erfolg damit.

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