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Sachsen: Schluss mit der Anbiederung an die AfD

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Kommentar Von Simon Kaminski
24.08.2018

Immer wieder fällt Sachsen als das Bundesland auf, in dem die AfD besonders stark ist. Doch die Politiker anderer Parteien machen es der AfD zu leicht.

Was ist nur in Sachsen los? Diese Frage wird seit geraumer Zeit immer wieder gestellt. Gerne auch mit hämischem Unterton. Tatsächlich ist unstrittig: Die AfD ist in dem Bundesland stark wie sonst nirgendwo.

Warum machen Sachsens Politiker es der AfD so leicht?

Die Demoskopen taxieren sie derzeit auf 24 Prozent – Tendenz steigend. Und doch ist es unfair – wie mehrfach geschehen – pauschal vom „Sachsensumpf“ zu sprechen oder die dortige Polizei als „Pegizei“ zu verunglimpfen. Diese billigen Verallgemeinerungen helfen am Ende denjenigen, die in der rechten Ecke mit Erfolg um neue Anhänger buhlen.

Rätselhaft ist aber, warum der Ministerpräsident Michael Kretschmer es den Kritikern so leicht macht. Anstatt innezuhalten, spricht er via Twitter die Polizei vorschnell von jedem Fehlverhalten frei.

Anbiederung bei AfD-Anhängern bringt nichts

Nicht zum ersten Mal erweckt der CDU-Politiker den Eindruck, sich aus durchsichtigen Erwägungen bei AfD- und Pegida-Anhängern anzubiedern. Das hat Innenminister Horst Seehofer (CSU) auch schon versucht – mit überschaubarem Erfolg.

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24.08.2018

Das Grundübel ist hier, daß man als Politiker schon fast genötigt wird, zu jedem Quark zeitnah am besten per elektronischem Medium seine Meinung kundzugeben. Donald Trump macht's ja auf Twitter vor - Kretschmer macht's nach - und Söder macht's.
Ich rate jeder "Führungsperson" bei solchen Themen, bei denen es nicht um eine akute Bedrohung für Leib und Leben geht, sich erst mal gründlich zu informieren - hier könnte man zum Beispiel das ungeschnitte Material der Journalisten anfordern - , dann evtl. im Vertrautenkreis darüber zu diskutieren, dann eine Nacht drüber zu schlafen und dann eine Pressemeldung rauszugeben. In der Zwischenzeit haben sich 50% des Quarks von allein gelöst, ist uninteressant geworden und "unliebsame Überraschungen" sind auch schon aufgedeckt worden. Die Reaktion des Ministerpräsidenten kommt halt dann erst zwei Tage später, aber was soll's.

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