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Lehrstellenoffensive 2015

10.04.2015

So finden sich Chef und Azubi

Bei diesen beiden hat es geklappt: Ausbilder Ralf König von der Firma Siegle in Augsburg mit der Auszubildenden Nicol Siefert.
Bild: Ulrich Wagner

Am 18. April startet unsere große Ausbildungsaktion, die Bewerber und Betriebe zusammenbringt. Auch Nicol Siefert ist so auf ein paar Zeilen gestoßen, die ihr Leben veränderten.

Jugendlicher (18), männlich, sucht – nicht nur die Partnerwahl ist oft schwierig, auch die Suche nach dem richtigen Ausbildungsplatz fällt vielen nicht leicht. Darum startet am Samstag, 18. April, wieder die Lehrstellenoffensive unserer Zeitung. Sie findet in diesem Jahr zum 13. Mal statt. Zusammen mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben, der Handwerkskammer für Schwaben und Arbeitsagenturen der Region wollen wir als Zeitung mithelfen, dass Jugendliche und Ausbildungsbetriebe zusammenfinden.

Auch Nicol Siefert aus Baindlkirch bei Mering hat im vergangenen Jahr beim Blättern in der Zeitung die passende Anzeige entdeckt. Sie führte die 18-Jährige zur Augsburger Firma Leop.Siegle, wo sie nun eine Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel macht. Das mittelständische Unternehmen ist für den Verkauf von Arbeitsschutzartikeln bekannt.

Siegle sucht Auszubildende für eine Stelle im Großhandel. Wie war das vor einem Jahr?

Siegle-Personalchef Ralf König überlässt die Suche nach Auszubildenden nicht dem Zufall. Der 46-Jährige weiß noch ganz genau, wie das vor einem Jahr abgelaufen ist. Er zieht eine Zeitung vom vergangenen Jahr aus der Schublade und zeigt auf eine Anzeige in der Lehrstellenoffensive 2014, darin steht: Siegle sucht Auszubildende für eine Stelle im Großhandel. Wir wollten wissen, wie das vor einem Jahr war.

Herr König, Sie haben also mithilfe einer Zeitungsanzeige die richtige Auszubildende gefunden?

Ralf König: Ja. Wir sind froh, dass über die Lehrstellenoffensive weitere Jugendliche auf uns aufmerksam werden. Vor zehn Jahren haben sich noch hunderte Bewerber bei uns gemeldet, inzwischen sind es keine 50 mehr.

Frau Siefert, wie leicht oder schwer war es denn für Sie, eine Lehrstelle zu finden?

Nicol Siefert: Nach meinem Abschluss an der Realschule in Mering war es schwer, einen Ausbildungsplatz zu finden. Ich habe bei vielen Betrieben angerufen, aber oft waren die Plätze schon vergeben, oder die Betriebe waren zu weit weg von zu Hause. Trotzdem habe ich einige Bewerbungen losgeschickt. Dann habe ich in der Schule die Zeitungsseite bekommen. Darauf waren Suchanzeigen verschiedener Firmen. Ich wollte schon immer einen Bürojob wegen der geregelten Arbeitszeiten. Anzeigen, die dazu nicht gepasst haben, habe ich aussortiert – Siegle passte.

"Für mich war nach dem Bewerbungsgespräch klar, dass es passt"

Wann war endgültig klar, dass mit einer Lehre begonnen werden kann?

Siefert: Ich habe zwei Zusagen zum Bewerbungsgespräch bekommen. Für Siegle habe ich mich entschieden, weil ich mich bei den anderen Firmen nicht so wohlgefühlt habe, irgendwie ausgefragt. Mit Herrn König verlief das Gespräch besser.

König: Für mich war nach dem Bewerbungsgespräch klar, dass es passt. Es kommt nicht nur auf das Zeugnis an. Ich lege großen Wert darauf, dass die Jugendlichen nicht verstockt sind, sondern sich natürlich geben. Das ist oft eine Sache der Einstellung. Frau Siefert hat offen mit mir gesprochen, daher hatte ich gleich das Gefühl, sie passt in unser Team.

Frau Siefert, Sie haben also das Bewerbungsgespräch gut gemeistert. Was ist ihr Tipp an Jugendliche, denen das noch bevorsteht?

Siefert: Ich habe mich vorher über die Firmen informiert. Wenn man gut vorbereitet ist, fällt viel Nervosität weg und man tut sich leichter damit, offen zu sein.

König: "Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen"

Hat es seit Beginn der Ausbildung auch mal Probleme gegeben?

Siefert: Anfangs habe ich etwas Zeit gebraucht, bis ich mich beispielsweise in die Computerprogramme eingearbeitet habe. Man sollte aber trotzdem nicht aufgeben.

König: So etwas ist nicht schlimm. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Ein Problem ist es eher, wenn Auszubildende mit den falschen Vorstellungen die Ausbildung beginnen. Viele wissen beispielsweise nicht, dass bei der Großhandelsausbildung auch die Arbeit im Lager eine Station ihrer Ausbildung ist. Dazu gehören etwa auch der Wareneingang oder der Versand.

Was müssen Bewerber sonst noch mitbringen, wenn sie erfolgreich eine Ausbildung absolvieren wollen?

König: Sie sollten sich beispielsweise immer auch für die Produkte interessieren, mit denen die Firma arbeitet.

Siefert: Ich arbeite zwar noch nicht direkt mit Kunden, aber trotzdem muss ich auf alle Menschen zugehen können, zum Beispiel auf Lieferanten. Und ich muss allem Neuen gegenüber offen sein.

Und was nehmen die Auszubildenden nach den drei Jahren für sich mit?

König: Wir können zwar nicht jeden übernehmen, aber wenn die Azubis von Anfang an überall mit anpacken und vom ersten Tag an in der Praxis eingesetzt werden, sammeln sie viel Erfahrung, die sie überall einsetzen können. 

Weitere Informationen zur Lehrstellenoffensive gibt es auch unter www.leo-bayern.de.

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