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Großbritannien

14.03.2019

Stimmen zum Brexit: "Theresa May ist nicht mehr an der Macht"

Premierministerin Theresa May hat beim Thema Brexit die Kontrolle über ihre Partei verloren, kommentieren mehrere Medien. Pressestimmen im Überblick.
Bild: Francisco Seco/AP, dpa

Seit Monaten dauert der Brexit-Streit in Großbritannien nun an - eine Einigung scheint nicht in Sicht. Die Pressestimmen zum Brexit-Chaos.

Das britische Parlament hat am Mittwochabend mehrheitlich gegen einen Brexit ohne Abkommen gestimmt - Das nächste Kapitel in dem seit Monaten andauernden Brexit-Streit in Großbritannien. Das sagt die Presse zu Theresa May und ihren Brexit-Plänen:

Brexit: May bringt ihren Vorschlag zum dritten Mal zurück von den Toten

"Nach einer Nacht des politischen Chaos ist es nahezu sicher, dass  Großbritannien auf eine Verschiebung des Brexit zusteuert, nachdem  die Abgeordneten sich gegen einen Brexit ohne Deal entschieden haben. [...] Theresa May bringt ihren Brexit-Vorschlag nun zum dritten Mal zurück von den Toten." Sun, England

"Theresa May ist zwar noch als Premierministerin im Amt, aber sie ist nicht mehr an der Macht. (...) Sobald das Parlament für einen Aufschub der Anwendung des Artikels 50 zum EU-Austritt gestimmt hat, wird sie die Kontrolle über den Brexit an die EU verlieren. Brüssel wird dann darüber entscheiden, wie lange der Aufschub dauern soll und an welche Bedingungen er geknüpft wird." Times, England

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"Ein Referendum hat zu diesem Durcheinander geführt. Und ein Referendum könnte der einzige Weg sein, es wieder aus dem Weg zu schaffen." Irish Times, Irland

"In Großbritannien war Politik wohl selten so unvorhersehbar wie heute. In normalen Zeiten wäre eine Premierministerin nach einer doppelten haushohen Niederlage wie jener Mays kaum mehr lange im Amt. In gewißer Hinsicht ist das auch jetzt schon nicht mehr der Fall, obwohl May physisch noch nicht aus der Downing Street Nr. 10 ausziehen muss. Denn wenn die Abgeordneten auch noch einer Verschiebung des Austrittsdatums zustimmen, übernimmt das Parlament definitiv die Zügel im Brexit-Prozess. Theresa May hat die Kontrolle darüber verloren." NZZ, Schweiz

Premierministerin Theresa May hat den Machtkampf zwischen Regierung und Abgeordneten verloren.
Bild: House Of Commons, dpa

"Meine Frage an diejenigen, die gestern Abend dafür gestimmt haben, einen No Deal zu stoppen, und die in den kommenden Tagen noch mehr Unheil verursachen werden, ist diese: Seht ihr nicht, wie ihr unser höchstes Gut untergrabt, indem ihr unsere Demokratie diskreditiert und verlacht? ... Dank der Sabotage des Brexits durch die Austrittsgegner, die mit seiner Ausführung betraut waren, erklärt die Mehrheit der politischen Klasse allen Austrittsbefürwortern und allen Demokraten den Krieg. Ich kann mir keine größere Tragödie vorstellen." Telegraph, England

Stimmen zu Theresa May: Die Taktik ist gescheitert

"Theoretisch könnte sich die Premierministerin auch über das Abstimmungsergebnis hinwegsetzen und Großbritannien dennoch ohne Deal aus der EU führen – einfach, weil es politisch gesehen keine andere Möglichkeit gibt. Aber um einen solchen Kurs gegen das Parlament und weite Teile der eigenen Partei durchzupeitschen, ist May eigentlich schon zu politisch angeschlagen." Focus Online

"Die Regierung wollte die Kontrolle über den Brexit-Prozess erhalten und die Möglichkeit des No-Deals erhalten, deshalb hat es die konservativen Abgeordneten angeordnet, entgegen ihre eigenen Beweggründe abzustimmen. Diese Taktik ist gescheitert." BBC, England

"Pikanterweise könnten die Abstimmungen in den vergangenen Tagen nun sogar Mays Position stärken. Sie will dem Parlament den von ihr ausgehandelten Vertragsentwurf noch einmal vorlegen. Der Druck ist immens. Sollte die EU einer Verlängerung der Austrittsfrist nicht zustimmen, wären die Parlamentarier endgültig vor die Wahl gestellt, ob das Land ohne Deal austreten soll oder sie sich mit Mays Vorschlag abfinden können." FAZ (AZ/dpa)

Lesen Sie unseren Kommentar zum Brexit: Die störrische Frau May hat komplett die Kontrolle verloren

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