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Klimaschutz

14.08.2020

Studie der Grünen: Nahverkehr bundesweit noch deutlich ausbaufähig

Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in ländlichen Regionen weist noch Mangel auf. Eine Studie sagt: Etwa eine Milliarde Euro mehr im Jahr müsste der Bund ausgeben.
Bild: Silvio Wyszengrad

Exklusiv Eine neue Studie der Grünen im Bundestag nennt Zahlen zur Flächenabdeckung des öffentlichen Nahverkehrs. Die Partei fordert einen „Mobilpass“.

In Ballungszentren und auf dem Land ist einer neuen Studie der Grünen-Bundestagsfraktion zufolge beim Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs noch erheblich Luft nach oben. In sogenannten „Speckgürtel-Regionen“ ist demnach eine Erhöhung von 20 auf 50 Prozent möglich, wie es in dem Papier heißt, das unserer Redaktion exklusiv vorliegt. In strukturstärkeren ländlichen Regionen rund um Mittelzentren könnte der Anteil demnach von derzeit sieben Prozent auf bis zu 35 wachsen. Am schwierigsten bleibt die Situation der Studie zufolge auch künftig auf dem flachen Land. Doch selbst in strukturschwachen ländlichen Räumen sei immerhin noch eine Steigerung von derzeit fünf bis sieben Prozent auf bis zu 20 Prozent möglich.

Studie im Auftrag der Grünen zeigt: Beim Flächenverkehr muss noch nachgebessert werden

„Die Studie zeigt, dass auch im ländlichen Raum ein großes Potenzial für öffentliche Mobilität da ist. Wir können den Menschen Alternativen zum eigenen Pkw anbieten, wenn wir verschiedene Verkehrsmittel intelligent verknüpfen“, sagte Markus Tressel, Sprecher der Grünen-Fraktion für ländliche Räume und Regionalpolitik, der Redaktion. Es komme aber darauf an, ein funktionierendes Gesamtsystem statt immer neue Insellösungen zu schaffen. Gerade strukturschwache Räume könnten diese Aufgabe nicht alleine stemmen, erklärt Tressel.

Der Studie zufolge müsste für den strukturschwachen ländlichen Raum bundesweit eine Milliarde Euro mehr im Jahr ausgegeben werden. Ziel sei ein zuverlässiger Flächenverkehr, der verschiedene Mobilitätslösungen integriere. Die Grünen bekräftigten in diesem Zusammenhang ihre Forderung nach einem „Mobilpass“ als einheitlichem Plattformstandard für Mobilitätsplattformen. Damit könnten überall nach dem gleichen Muster Tickets und Verkehrsinformationen über alle Formen des öffentlichen Verkehrs hinweg gesucht, gebucht und bezahlt werden. (AZ)

Den Artikel zur Studie lesen Sie hier: Klimaschutz: Bus und Bahn schöpfen ihr Potenzial nicht aus

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