Newsticker
Ampel-Bündnis will Olaf Scholz schon in Nikolauswoche zum Kanzler wählen
  1. Startseite
  2. Politik
  3. USA: Michael Bloomberg gibt Bewerbung auf

USA
04.03.2020

Michael Bloomberg gibt Bewerbung auf

Mike Bloomberg gibt seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur
Foto: Brynn Anderson/AP, dpa

Das Rennen um die US-Präsidenschaftkandidatur ist um einen Bewerber ärmer: Michael Bloomberg hat sich aus dem Wahlkampf zurückgezogen.

Der frühere Bürgermeister von New York, der Multimilliardär Michael Bloomberg, gibt seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten auf. Bloomberg erklärte seinen Rückzug am Mittwoch in einer Mail an seine Anhänger und sprach dem Ex-US-Vizepräsidenten Joe Biden offiziell seine Unterstützung aus. Nach dem "Super Tuesday" mit Vorwahlen in 14 Bundesstaaten bestehe für ihn rein rechnerisch keine Chance mehr, sich die Nominierung zu sichern, schrieb Bloomberg. Der richtige Kandidat sei Biden. Wenn er selbst im Rennen bleibe, würde es das Ziel, US-Präsident Donald Trump zu besiegen, nur erschweren, betonte er.

US-Wahl: Bloomberg mit schwachen Ergebnissen bei den ersten Vorwahlen

Der 78-Jährige schnitt bei den Vorwahlen in 14 Bundesstaaten am Dienstag enttäuschend ab, obwohl er Hunderte Millionen US-Dollar seines eigenen Vermögens in den Wahlkampf gesteckt hatte. Er holte sich nur den Sieg in einem US-Außengebiet mit minimaler politischer Bedeutung, konnte aber keinen einzigen US-Bundesstaat für sich gewinnen. Biden hatte dagegen am "Super Tuesday" ein überraschendes Comeback hingelegt und in der Mehrheit der 14 Bundesstaaten gesiegt.

Nach Bloombergs Ausscheiden sind neben Biden nun nur noch die linken Senatoren Bernie Sanders und Elizabeth Warren ernsthafte Bewerber. Sie wollen bei der Präsidentenwahl am 3. November für die Demokraten gegen den republikanischen Amtsinhaber Trump antreten. Sanders liefert sich mit Biden einen Zweikampf, Warren ist dagegen weit abgeschlagen. Die Kongressabgeordnete Tulsi Gabbard, die ebenfalls noch im Rennen ist, gilt als völlig chancenlos.

Für Bloomberg waren die Abstimmungen am Dienstag, dem sogenannten "Super Tuesday", der erste Test an den Wahlurnen. Er war erst sehr spät, Ende November, in das Rennen der Demokraten um die Präsidentschaftskandidatur eingestiegen und bei den ersten Vorwahlen im Februar noch nicht angetreten.

Bloombergs Entscheidung, selbst zu kandidieren, war Beobachtern zufolge von der Überzeugung angetrieben, dass Biden ein schwacher Kandidat sei, dem es nicht gelingen würde, Trump zu schlagen. Inzwischen hat Biden aber wieder deutlich an Stärke gewonnen.

Bloomberg, einer der reichsten Menschen der Welt, gilt als moderater Demokrat: Er setzt sich für strengere Waffengesetze, den Kampf gegen den Klimawandel, Gesundheitsreformen und bessere Schulen ein. Im Wahlkampf forderte er zudem auch höhere Steuern für Vermögende.

Bloomberg war früher Republikaner - und wechselte nun ins Lager der Demokraten

In New York war Bloomberg 2001 zunächst als Republikaner zum Bürgermeister gewählt worden. Er leitete die Stadt durch die schwierigen Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001, später dann auch durch die globale Finanzkrise. Er war bis Ende 2013 Bürgermeister der Ostküstenmetropole. Zuletzt schloss sich Bloomberg den Demokraten an und wurde - auch wegen seiner entschiedenen Ablehnung Trumps - einer der wichtigen Spender für die Kandidaten und Anliegen der Partei.

US-Präsident Donald Trump hat mit Häme auf die Ankündigung Mike Bloombergs reagiert, aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten auszuscheiden. "Ich hätte ihm schon vor langer Zeit sagen können, dass er nicht das nötige Zeug dazu hat", schrieb Trump am Mittwoch auf Twitter. Bloomberg hätte sich mit dem Verzicht auf eine Kandidatur Trump zufolge viel Geld sparen können. Für Bloomberg sei die erfolglose Bewerbung die "schlimmste und peinlichste Erfahrung seines Lebens", schrieb der US-Präsident. Nun wolle Bloomberg sein Geld noch für Joe Bidens Kampagne verschwenden. "Das wird nicht klappen", schrieb Trump. 

(dpa)

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.