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Zweiter Weltkrieg
22.08.2019

Tag des Triumphes für de Gaulle: Vor 75 Jahren wurde Paris befreit

Lange herbeigesehnt: US-amerikanische Truppen marschieren nach der Befreiung über die Champs-Élysées in Paris.
Foto: dpa

Vor 75 Jahren kapitulierten die deutschen Besatzer. Ein neues Museum illustriert die dramatischen Geschehnisse.

"Paris wurde beleidigt. Paris wurde gebrochen. Paris wurde gequält. Aber Paris ist befreit! Befreit durch sich selbst, befreit durch sein Volk mithilfe der französischen Armee und mit der Unterstützung von ganz Frankreich." Die triumphierenden Worte von Charles de Gaulle bei seiner berühmten Rede am 26. August 1944, einen Tag nach der Kapitulation der deutschen Besatzer, die er vor dem Pariser Rathaus hielt, gehören zum französischen Kulturgut. Zuvor war der Chef des "Freien Frankreich", der während des Zweiten Weltkriegs vom Londoner Exil aus den Widerstand organisiert hatte, unter dem Jubel begeisterter Menschen die Champs-Élysées entlangeschritten.

Charles de Gaulle überging den Anteil der Alliierten an der Befreiung

Indem de Gaulle in seiner Rede die Bedeutung der Alliierten bei der Befreiung von Paris überging und diese ganz als französischen Erfolg darstellte, legte der spätere Präsident den Grundstein für den Mythos eines stets souverän gebliebenen Frankreich sowie für seinen eigenen Ruhm. Dieser lebt bis heute fort, auch wenn Historiker die Hintergründe längst aufgearbeitet haben. Demnach planten Briten und Amerikaner die Einnahme der französischen Hauptstadt zu einem späteren Zeitpunkt, während de Gaulle, der einen Bürgerkrieg fürchtete, stark dazu drängte. Als die Résistance ab dem 19. August 1944 einen bewaffneten Aufstand organisierte, wurden schließlich alliierte Truppen zu deren Unterstützung geschickt. So bestand die erste Einheit, die in Paris eintraf, nicht aus Franzosen, sondern Spaniern. Als Militäroperation von großer strategischer Bedeutung gilt die Befreiung der Stadt, die Hitler zerstört sehen wollte, nicht. Ein weltweites Echo erzeugte sie vielmehr aufgrund ihrer symbolischen Kraft.

Das Museum würdigt den Kampf der Resistance

Zum 75. Jahrestag an diesem Sonntag eröffnet in Paris das "Musée de la Libération", das der Besatzungszeit, der Résistance und vor allem zwei ihrer herausragenden Persönlichkeiten gewidmet ist: Zum einen Jean Moulin, dem Koordinator des inneren Widerstands gegen das mit den Nazis kollaborierende Vichy-Régime, der 1943 bei Lyon festgenommen wurde und nach grausamer Folter starb. Zum anderen Philippe de Hauteclocque, der unter seinem Tarnnamen General Leclerc mit Truppen afrikanischer Kolonien die Sahara bis zum Mittelmeer durchquerte, sich an der Landung der Alliierten in der Normandie beteiligte und am 25. August in Paris eintraf.

Symbol des französischen Widerstands: Charles de Gaulle.
Foto: dpa/epa

Das Ziel des Museums bestehe darin, "dem Publikum eine entscheidende Seite der Geschichte Frankreichs über den Weg dieser beiden sehr verschiedenen Männer nahezubringen", sagt Museumsdirektorin Sylvie Zaidman. Die Kollaboration, die aktive Teilnahme an der Judenverfolgung und die Massenfestnahmen bei der Razzia am Wintervelodrom werden zwar thematisiert, das Hauptaugenmerk liegt aber auf der Résistance. Erstmals kann der Bunker 20 Meter unter Straßenniveau besichtigt werden, in dem Henri Rol-Tanguy, einer der Résistance-Chefs, ab 20.August 1944 seinen Kommandoposten eingerichtet hatte – mitsamt Fahrrädern, um notfalls Strom erzeugen und entlüften zu können.

Die deutschen Besatzer logierten in den schicksten Hotels

Neben Videos von Zeitzeugen, Zeitungstitelseiten oder Plakaten nimmt das Alltagsleben der Pariser Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg viel Raum in der Dauerausstellung ein. Die deutschen Besatzer, die sich in den schicksten Hotels der Stadt eingerichtet hatten und das Kulturangebot genossen, wurden von den meisten Menschen demnach mehr schlecht als recht erduldet. Sie warteten, so wie Marguerite Sabaut, die sich in dieser Zeit ein Kleid in den Farben der französischen Trikolore – bedruckt mit Symbolen wie dem Eiffelturm und dem Triumphbogen – schneiderte, in der Hoffnung, es einmal tragen zu können. Was sie auch tat – am 26. August 1944, als sie in der Masse stehend Charles de Gaulle zujubelte.

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