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Migration
24.01.2022

Analyse: Zuwanderung in die EU wird weiter steigen

Immer wieder versuchen Menschen, Europa über das Mittelmeer zu erreichen.
Foto: Bruno Thevenin/AP/dpa/Symbolbild

Immer mehr Menschen versuchen, aus dem Ausland nach Europa zu kommen und hier Fuß zu fassen. Wie die EU mit diesem Trend umgeht, hängt auch von einigen Wahlen in diesem Jahr ab.

Der bereits 2021 beobachtete Trend eines Anstiegs der Zuwanderung in die EU wird sich nach Einschätzung der Wiener Migrations-Denkfabrik ICMPD in diesem Jahr fortsetzen.

2021 hätten fast 200.000 Migranten illegal die Grenzen zur EU überquert - das sei eine Steigerung von rund 57 Prozent im Vergleich zu 2020 und 38 Prozent mehr als 2019, teilte die Denkfabrik in Wien mit. Es gebe Anzeichen dafür, dass das Jahr 2022 besonders entscheidend für die Entwicklung in den kommenden Jahren sein wird, sagte ICPDM-Direktor Michael Spindelegger. Das Institut gehe davon aus, dass unter anderem die Lage in Afghanistan und Syrien sowie das zu geringe Wirtschaftswachstum in Afrika die Menschen vermehrt zur Migration treibe.

Wie wird der Kurs der EU?

Die wichtigen Wahlen, die 2022 stattfinden werden, würden zeigen wie Europa auf die zunehmende Migration reagiert, hieß es weiter. Bei den anstehenden Wahlen spiele unter anderem in Frankreich, Italien, Ungarn und Serbien das Thema Migration eine bedeutende Rolle. Gerade die Haltung Frankreichs werde wegweisend sein. Im Gegensatz zur neuen deutschen Bundesregierung, die für mehr Solidarität werbe, versuchen sich laut ICMPD viele Kandidaten in anderen EU-Ländern mit einem härteren Migrationskurs zu profilieren. Dabei müssten die EU-Staaten bedenken, dass bis 2050 die Zahl der arbeitsfähigen Bürger um 13 Prozent sinken werde. Schon die Corona-Krise habe gezeigt, dass die EU auch von außerhalb ihrer Grenzen Arbeitskräfte benötige.

Die 1993 gegründete Denkfabrik ICMPD mit rund 460 Mitarbeitern unterstützt Regierungen bei der Suche nach tragfähigen Lösungen für die mit Migration verbundenen Herausforderungen. Das Zentrum hat 19 Mitgliedsstaaten.

© dpa-infocom, dpa:220124-99-831165/3 (dpa)

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