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Königsbrunn

10.10.2017

Augschburg bleibt auch in Königsbrunn das Kernthema

Silvano Tuiach (Mitte) mit Herrn und Frau Braun (Roland Krabbe und Gabriela Koch) erzeugten in Königsbrunn ein uriges Augschburger Ambiente.
Bild: Michael Ermark

Erstmals seit 16 Jahren präsentierten Herr und Frau Braun gemeinsam mit Silvano Tuiach ein Programm.

Obwohl Augsburger Kabaretturgestein, präsentierten Silvano Tuiach mit Herr und Frau Braun ihr neues Programm am vergangenen Samstag im Pfarrsaal Zur Göttlichen Vorsehung in Königsbrunn und konnten das Publikum auch „auswärts“ begeistern.

So klein isch die Welt zeigte dem Publikum ein aufgelockertes Programm: Episoden mit aktuellem Bezug, wie die Suche nach einer neuen Spielstätte für das Augsburger Stadttheater oder der Selbstoptimierung durch unzählige Smartphoneapps wechseln sich mit zeitlosen Weisheiten des Walter Ranzmayr oder der bittersüßen Suche nach Anerkennung Frau Beutelrocks, der Toilettendame auf dem Stadtmarkt, ab.

Menschen beobachten genügt als Inspiration

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Doch was macht das Trio einzigartig? „Zur Inspiration beobachten wir einfach die Menschen“, sagte Tuiach nach der Aufführung in der Garderobe, „und unser Kernthema bleibt einfach Augschburg“, fügte Roland Krabbe alias Herr Braun schmunzelnd hinzu. Der Titel „So klein isch die Welt“ stammt beispielsweise aus einer Parabel eines typischen Augsburgers, der beim Einkaufen in Stadtbergen einen Nachbarn traf und statt einem freundlichen „Hallo“ nur ein überraschtes „So klein isch die Welt“ übrig hat, obwohl Augsburg und Stadtbergen höchstens im Kabarett die ganze Welt abdecken.

Mit aktuellem Zeitgeschehen und aktueller Zeitlosigkeit erklärte Silvano Tuiach als Walter Ranzmayr hingegen die unzähligen Baustellen in Augsburg: Im Jahre 1596 soll ein Trompetenklang die Toten auf dem Hermannfriedhof geweckt haben, die daraufhin durch die Straßen zogen und auf dem ganzen Stadtgebiet wieder notdürftig vergraben wurden, bis das letzte Gerippe geschrien haben soll „Ihr werdet sehen, eines Tages grabt ihr uns alle wieder aus“ – „und so geschieht es heute noch“, beendete Tuiach die Stadtlegende.

Die Zoo-Affen spotten über die Besucher

Organisiert hatte den Auftritt der Verein Kultur lebt in Königsbrunn (KliK). Die zweite Vorsitzende, Ursula Rost organisierte schon früher Veranstaltungen mit Silvano Tuiach und freute sich besonders, ihn zusammen mit Herrn und Frau Braun in Königsbrunn vor einem vollen Publikumssaal begrüßen zu dürfen. Der ständige Heimatbezug schien dabei zwar nur auf ein regionales Publikum und somit auf eine eher begrenzte Zielgruppe zu passen, zeigte sich aber als sehr geschickt gewählt, da das Trio so dem Zuschauer auch einen selbstironischen Spiegel vorhielten. Beispielsweise als sie aus der Sicht der Zoo-Affen das Verhalten der Besucher interpretierten und den oft unedlen Lebensstil vieler Menschen verspotteten, der dem der Affen gar nicht so unähnlich ist.

In einem kurzen augsburgerschwäbischen Gedicht brachte Tuiach diese Kritik mit einer spitzen Pointe auf den Punkt: „Weiße Stoffservierten hat der Franzos’ – der Augschburger schmiert ‘n Rüssel an d’ Hos“.

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