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Königsbrunn

17.04.2019

Aus einem Urlaub wird Urlaubslektüre

Heute kommt Gudrun Grägels neuer Krimi "Proseccolügen" in den Handel. Die Handlung spielt in der reizvollen Landschaft des Veneto.
Bild: Adrian Bauer

Proseccolügen“ heißt der Roman von Gudrun Grägel, der heute in den Handel kommt. Mit ihrem Krimi will sie die Atmosphäre der Region Veneto einfangen.

Begeisterungsstürme hat das Urlaubsziel Veneto bei Gudrun Grägel zunächst nicht ausgelöst: Warum nicht wieder an den Gardasee? Und wenn schon woanders hin in Italien, warum dann nicht ans Meer? Doch für die Königsbrunnerin erwies sich der Vorschlag ihres Mannes nicht nur als Grundlage für schöne Tage, sondern als echte Inspiration. Denn in der italienischen Region zwischen Gardasee im Westen, Adriaküste im Osten und Cortina d’Ampezzo im Norden hat sie Anregungen für ihr Buch „Proseccolügen“ gefunden. Der Krimi spielt im Veneto und ist ab heute in Buchläden in der Region erhältlich.

„Ich habe mir schon auf der Heimfahrt die ersten Ideen aufgeschrieben“, sagt Gudrun Grägel. So viele Inspirationen hat sie bei der Reise gefunden: ein tolles Hotel, eine australische Reisegruppe, die nette Hoteldirektorin, die malerische Landschaft an der sogenannten Prosecco-Straße. Anders als viele Regionalkrimis sei ihr Buch aber kein Reiseführer, stellt Grägel klar: „Eine Begehung der Tatorte ist definitiv nicht möglich, dafür ist zu viel fiktiv. Auch das Hotel aus dem Buch gibt es nicht.“ Der Leser soll die Atmosphäre der Region spüren. Doch statt haarklein jede Straßenecke abzubilden, lege sie mehr Wert darauf, ihre Charaktere zu entwickeln.

Doro Ritter ist als Köchin mittendrin im Mordkomplott

Ihre Hauptfigur heißt Doro Ritter. Die lebensfrohe Mittzwanzigerin hat nach dem Abitur im Sterne-Restaurant ihres Vaters in München gelernt. Dabei nutzt sie zwischendurch auch den Bonus als Tochter des Chefs und nimmt eine Auszeit: Mit ihrem Freund Vincent besucht sie Freunde am Gardasee und hilft dann in einer Hotelküche im Veneto aus. Im Hotel findet ein Familientreffen statt, bei dem ein nach Australien ausgewandert Italiener nach vielen Jahren seine Verwandtschaft wieder trifft. Als ein Mord passiert, steckt Doro schon mittendrin in der tragischen Familiengeschichte.

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Ziel Gudrun Grägels war es, ein Buch zu schreiben, das sowohl spannend als auch entspannend für den Leser ist und die locker-leichte Urlaubsatmosphäre transportiert – auch weil das die Art von Krimi ist, die sie selbst gerne liest: Georges Simenon, Agatha Christie oder Sebastian Henn liefern keine Thriller, sondern Krimis mit Atmosphäre. Zum urlaubstypischen Wohlfühlgefühl gehören auch die Kochrezepte, die hinten im Buch mitgeliefert werden. Darunter sind Eigenkreationen, vor Ort recherchierte Tipps und Vorschläge ihres Bruders, der selbst gelernter Koch ist. „Vielleicht bekommt der ein oder andere ja beim Lesen Lust, mal wieder einen schönen Abend mit Freunden und gutem Essen zu organisieren“, sagt Gudrun Grägel.

Schreiben ist für die Königsbrunnerin ein Ausgleich

Ein Jahr hat sie gebraucht von der Idee bis zur fertigen Geschichte. Dabei legt sie auch immer wieder Schreibpausen ein: Familie, Haus und Garten und ihr Beruf als Pharmazeutisch-technische Assistentin in der Laurentius-Apotheke in Bobingen müssen mit dem Schreiben unter einen Hut gebracht werden. Die Schriftstellerei ist für sie ein seit Jahren gepflegter Ausgleich. Als ihr erster Sohn auf die Welt kam, stand fest, dass sie nicht mehr Vollzeit arbeiten will. Neben Job und Familie wurde das Schreiben ein gern gepflegtes Hobby. Kindergeschichte, Jugendromane, eine Emanzipationsgeschichte und eine zweite Krimilinie sind so entstanden. Mit dem Gmeiner-Verlag hat sie für Prosecco-Lügen nun auch einen starken Partner gefunden, der ihr bei Buchhändlern viele Türen öffnet.

Das Schreiben liegt bei Gudrun Grägel auch in der Familie: Ihre Schwester Brigitte Diefenthaler hat kürzlich ebenfalls ein Buch veröffentlicht (eine Vorstellung in ihrer Zeitung folgt in den nächsten Tagen). Beide widmen sich zwar höchst unterschiedlichen Themen, doch trotzdem, oder gerade deshalb, geben sich beide gegenseitig Inspiration, sagt Grägel: „Wir führen Autorengespräche, arbeiten gemeinsam Plotideen aus und können uns ehrlich die Meinung sagen. Das kann manchmal hart sein, aber das ist besser, als wenn man zu nett ist.“

Die Königsbrunnerin wird ihren Roman am Mittwoch, 5. Juni, um 20 Uhr bei der Premierenlesung in der Stadtbücherei vorstellen.

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