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Königsbrunn

09.09.2019

Bilanz: Projekte, die nicht beendet wurden

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Mitten im Herzen der Stadt Königsbrunn liegt eine große Brachfläche. Die Rathauswiese soll ein lebendiger Teil des neuen Zentrums werden, doch die Umsetzung wird noch dauern.
Bild: Adrian Bauer

Einige Bauprojekte in der Stadt wären zwar wünschenswert, lassen sich derzeit aber aus verschiedenen Gründen nicht realisieren. Wir haben die Wichtigsten aufgelistet und nachgefragt, wie der aktuelle Stand ist.

Zahlreiche Projekte wurden in den vergangenen Jahren in der Stadt Königsbrunn umgesetzt und eingeweiht (wir berichteten). Auf der anderen Seite blieb auch einiges auf der Strecke. Die heutige Folge der Bilanz zur ablaufenden Wahlperiode befasst sich mit Projekten, die in den vergangenen fünfeinhalb Jahren angefangen, aber aus unterschiedlichen Gründen nicht beendet wurden.

Der größte Brocken: die Rathauswiese

Rathauswiese Der größte unvollendete Brocken liegt mitten im Herzen der Stadt. Die Rathauswiese soll einmal mit Wohn- und Geschäftshäusern und zahlreichen Nutzungen ein lebendiger Teil des neuen Zentrums werden. Derzeit liegt das Areal aber immer noch brach, ein Teil der Brachfläche wurde zu einem weiteren Parkplatz umgerüstet, der in naher Zukunft noch einmal erweitert werden soll, um während des Umbaus der Bürgermeister-Wohlfarth-Straße zusätzliche Stellflächen zu schaffen.

Mit einem zeitnahen Schluss einer Baulücke ist nur zwischen Sparkassen-Filiale und Ordnungsamt zu rechnen. Dort hat die GWG begonnen, ein Wohn- und Geschäftshaus zu errichten. 28 Wohnungen sollen dort entstehen und im Erdgeschoss ein neues Bürgerbüro für die Stadt und eigene Räume für die Volkshochschule. Im Frühjahr 2020 sollen die ersten Mieter einziehen.

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Für ein weiteres Wohn- und Geschäftshaus liegen bereits die Planungen fertig in der Schublade. Dort werden sie aber auch noch einige Jahre bleiben. Denn der Stadt und dem Bauwerber fehlen weiterhin die erforderlichen Grundstücke, um die Projekte voranzubringen. Manche Eigentümer wünschen sich passende Tauschgrundstücke, andere wollen derzeit überhaupt nicht verkaufen.

Weitere Einzelgebäude zu erstellen, hält man im Rathaus für wenig zielführend: „Vielmehr muss ein Gesamtkonzept umgesetzt werden, weil inzwischen nur Einzelhandel und Dienstleistung angesiedelt werden können, wenn ein ausreichendes, vielfältiges und gut erreichbares Gesamtangebot geschaffen werden kann. Das wiederum kann nur insgesamt und nicht mit einzelnen zeitversetzt errichteten Gebäuden gelingen“, wurde auf Anfrage unserer Redaktion mitgeteilt. Bis alle Grundstücksfragen gelöst seien, würden sich auch noch viele Anforderungen an ein modernes Zentrum verändern – wie zurzeit die Abkehr vieler Verbraucher von normalen Geschäften hin zum Online-Handel.

Wasserlau f Der Wasserlauf, der im Konzept des Architekturbüro Lüps für die Neue Mitte vorgesehen ist, gehört zu den weiteren „Opfern“ dieses Grundstücksdisputs. Der Stadtrat hat sich zum letzten Mal im Frühjahr 2017 in öffentlicher Sitzung mit dem Projekt befasst. Dabei zeigten sich die Stadträte grundsätzlich eher uneins über die Notwendigkeit des 300 Meter langen künstlichen Gewässers. Das Projekt liege, wie die gesamte Neue Mitte, auf Eis, heißt es dazu aus dem Rathaus: Auch die Ausgestaltung des Wasserlaufs hänge von der Grundstücksfrage ab. Daher sei es nicht sinnvoll, sich derzeit vertiefend mit dem Thema zu beschäftigen.

Im Baugebiet ist noch kein einziges Haus entstanden

Baugebiet Angerstraße  Im Februar 2015 wurde die neue Kindertagesstätte am Ilsesee eingeweiht. Unter anderem sollten dort die Kinder der Anwohner des neuen Baugebiets zwischen Anger- und Zeissstraße betreut werden. Die Kita ist seitdem immer gut ausgelastet, in dem Baugebiet ist aber noch kein einziges Haus entstanden. Das Umlegungsverfahren stockt, es gab Rechtsstreitigkeiten zwischen den Eigentümern. Zuletzt wurde der Bebauungsplan bekannt gemacht. Die Stadt veranlasst alles Notwendige für die Suche nach einer Baufirma, die Leitungen, Straßen und Hausanschlüsse baut. Das Problem: Es besteht die Möglichkeit, eine Normenkontrollklage einzureichen. Das Projekt könnte also weiter verzögert werden.

Grundwasser-Problem Anwohner in der Innenstadt plagt seit Jahren das selbe Problem: Kaum regnet es etwas stärker, steht in ihren Kellern das Wasser. Schuld ist nach einhelliger Überzeugung der Königsbrunner die Lechstaustufe 23. Durch den Bau hätten sich unterirdische Grundwasserströme so verschoben, dass aus trockenen Kellern regelrechte Überschwemmungsgebiete wurden.

Die Stadt versucht, den Anwohnern zu helfen und hat beim Landratsamt Aichach-Friedberg nachträgliche Schutzmaßnahmen beantragt. Sollte dieser Antrag abgelehnt werden, kann dagegen geklagt werden. Der Antrag ruhe aber derzeit, weil Gespräche zwischen Stadt, Landratsamt und Kraftwerksbetreiber laufen, teilt die Stadt mit. Positiv sei, dass Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für Bürgeranliegen, Landtagsabgeordneter Klaus Holetschek, das Anliegen der Stadt Königsbrunn unterstützt, den Grundstückeigentümern zu helfen.

Radweg Gelungen ist ein lang ersehnter Lückenschluss. Seit Jahren mahnten Stadträte und Bürger eine Vollendung des Radwegs an der Benzstraße an. Dort mussten Radler auf einigen Hundert Metern auf die Straße ausweichen, weil der Stadt dort der Baugrund fehlte. Vor der Sommerpause haben sich Bürgermeister und Grundbesitzer auf einen Kaufvertrag geeinigt, sodass zumindest diese Hängepartie nun beendet ist(wir berichteten).

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