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Schwabmünchen

15.07.2020

Debatte um Mountainbike-Trails im Wald spaltet die Grünen

Wie soll man mit Mountainbikern umgehen, die im Wald auf Trails fahren? Auch bei den Grünen gehen die Meinungen auseinander.
Bild: Uwe Zucchi, dpa

Plus Geteilte Meinungen gibt es zu den Mountainbike-Strecken auf der Kreisversammlung der Grünen in der Schwabmünchner Stadthalle. Das Thema birgt einen Zielkonflikt.

Durch die weiter geltenden Einschränkungen mussten auch die Grünen im Augsburger Land bei ihrer Kreisversammlung neue Wege gehen. In einer Mischung aus analoger und digitaler Welt ist ihnen dies durchaus gelungen. Rund 30 Mitglieder fanden sich in der Schwabmünchner Stadthalle ein, der Rest konnte sich via Livestream an der Versammlung beteiligen.

Per Videostream war auch Tanja Binder zum Thema „Mountainbiken im Wald“ zugeschaltet. Sie ist Gründungsmitglied des Vereins MTB Augsburg. Seit Jahren schwelt in den Wäldern rund um Augsburg ein Konflikt, für den bisher niemand eine Lösung gefunden hat. Die zentrale Frage: Wo und wie dürfen Mountainbiker ihren Sport ausüben?

Die Gespräche zwischen Grundbesitzern und Radfahrern scheiterten bislang auch daran, dass die Mountainbiker keine Interessenvertretung hatten. Jetzt hat sich in Augsburg eine Gruppe engagierter Sportler zusammengetan, um den Konflikt beizulegen: der Verein MTB Augsburg.

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Sperrung der beliebten Strecke in Deuringen sorgte jüngst für Diskussionen

Neu entzündet hatte sich die Diskussion jüngst nach der Sperrung von bei Bikern sehr beliebten Strecken hinter der Waldhausklinik in Deuringen durch den Bundesforstbetrieb. Ein Aushang drohte mit Strafen. Die Reaktion aus der Mountainbikeszene war eine Internetpetition für ein legales Trailareal in den Westlichen Wäldern, die bisher 2380 Menschen unterschrieben haben.

Neben Tanja Binder waren auch der Landtagsabgeordnete Max Deisenhofer und der Vorsitzende der Jägervereinigung Schwabmünchen, Roland Bock, als Diskussionspartner in der aktuellen Sitzung der Grünen mit dabei. Tanja Binder erläuterte ausführlich die Pläne des von ihr mit gegründeten Vereins. Dabei betonte sie mehrmals, wie wichtig den Mountainbikern der Konsens mit den Waldbesitzern und dem Naturschutz sei. Binder betonte auch, dass sie davon ausgehe, dass, wenn es gelinge, feste und nutzbare Trails zu schaffen, dann diese auch von der Szene angenommen würden.

Max Deisenhofer stellte fest, dass das Thema für die Grünen einen Zielkonflikt birgt. „Auf der einen Seite steht die Freizeitgestaltung vor Ort, ohne Wege mit dem Auto machen zu müssen. Die andere Seite ist die Belastung der Natur, die zwangsläufig mit einhergeht“, so der Landtagsabgeordnete. Vor allem auch aufgrund der rechtlichen Probleme ist die Thematik „politisch sehr kompliziert“, erklärte Deisenhofer weiter. Wichtig sei für ihn der begonnene gemeinsame Diskurs. Jäger Roland Bock erläuterte anschaulich die Problematik mit dem Jungwild, welches oft nah an den üblichen Wegen liegt und so durch die Trails durchaus gefährdet werden kann.

Grüne wollen an der Trails-Thematik dranbleiben

Bei den anwesenden Parteimitgliedern merkte man den von Max Deisenhofer gezeigten Zwiespalt deutlich. Die einen bevorzugten den Konsens mit dem neuen Verein und die Anlage fester Trails, während andere vor allem mit Blick auf die Eingriffe in den Wald sich eher ablehnend zeigten. Einigkeit herrschte darin, dass die Grünen weiter an der Thematik dranbleiben und die Entwicklung auch aktiv mitgestalten wollen.

Im weiteren Verlauf war auch die zukünftige Struktur des Kreisverbandes ein Thema. Dazu erklärte Sprecher Felix Senner: „Mit mittlerweile mehr als 300 Mitgliedern und neun weiteren Ortsverbänden ändert sich die Arbeit.“ Wohin der Weg in Zukunft führe, darüber sollen sich die Mitglieder Gedanken machen. Die Grünen sind sich dabei durchaus bewusst, dass sie nach dem Zuwachs bei den vergangenen Wahlen nun noch mehr im Fokus stehen. Das zeigt auch der Nachwuchs, denn im Herbst wird sich die „Grüne Jugend“ Augsburg-Land gründen.

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