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Königsbrunn

08.08.2020

Der Ilsesee in Königsbrunn hat ein Müllproblem

Am Königsbrunner Ilsesee quollen am vergangenen Wochenende die Abfalleimer über. Nicht nur die Schwäne labten sich an den Essensresten der Badegäste.
Bild: Robert Schmid

Plus Am ersten Hitzewochenende liefen am Ilsesee Abfalleimer über, Schwäne taten sich an Essensresten der Badegäste gütlich. Was die Stadt Königsbrunn unternimmt.

Wenn die Temperaturen am Wochenende wieder auf Werte jenseits der 30-Grad-Marke steigen, dürfte es am Ufer des Ilsesee wieder voll werden. Auch am vergangenen Wochenende suchten zahlreiche Sonnenhungrige Erholung am Badesee – und ließen reichlich Müll zurück. Als die aufgestellten Tonnen nicht mehr ausreichten, legten viele ihren Abfall einfach daneben ab. Die Behälter häufiger zu leeren kommt für die Stadt Königsbrunn aber nicht infrage.

Die Mitarbeiter des Betriebshofs leerten die Mülleimer von Montag bis Freitag jeden Tag, heißt es aus dem Rathaus. Dabei fielen je nach Wetterlage und Besuch zwischen 100 und 250 Kilo Abfall an. „Im Betriebshof gibt es derzeit keine Bereitschaft für eine Müllentsorgung an Wochenenden“, heißt es weiter in der Pressemitteilung der Stadt.

Neue Mülleimer sollen die Ilsesee-Schwäne an der Futtersuche hindern

In der vergangenen Woche hat man einige Gegenmaßnahmen gegen die Müllflut und das damit einhergehende zweite Ärgernis am See ergriffen: Tiere, insbesondere die am Ilsesee ansässigen Schwäne, haben die Mülleimer als Nahrungsquelle entdeckt und verteilen bei der Suche den Unrat noch weiter im Gelände. Die Stadt hat daher zehn geschlossene Mülltonnen (120 Liter Fassungsvermögen) beschafft. Diese werden in der Werkstatt des Betriebshofs umgebaut. Dazu gehören eine Diebstahlsicherung und der Einbau eines neuen Deckels. Dieser könne nicht komplett umgeschlagen und offen stehen gelassen werden, sei also krähen- und schwanensicher, heißt es von der Stadt.

Zwei der neuen Tonnen wurden am vergangenen Wochenende bereits getestet, die weiteren werden in diesem Tagen aufgestellt. Zudem werden fünf der zehn bestehenden offenen Gitterkörben mit Trichtereinsätzen versehen, sodass auch diese vogelsicher sind.

Mit dieser Maßnahme schlägt die Stadt zwei Fliegen mit einer Klappe. Im Zuge der Umrüstung werden fünf der alten Gitterkörbe mit 80 bis 100 Litern Fassungsvermögen entfernt, gleichzeitig kommen die neuen 120-Liter-Tonnen hinzu. Somit wird nicht nur das Vogelproblem gelöst, sondern auch die Kapazität der Müllcontainer deutlich erhöht.

Königsbrunner Rathaus appelliert an die Vernunft der Badegäste

Darüber hinaus wird der Ball aus dem Königsbrunner Rathaus auch zurück an die Bürger gespielt. Sie werden aufgerufen, ihren Abfall wieder mit nach Hause zu nehmen, falls die Mülleimer voll sind: „Vor allem unter dem Aspekt des Umweltschutzes, des umweltbewussten Umgangs mit Wertstoffen wäre dies zu empfehlen, denn in den städtischem Müllbehältnissen gibt es keine Mülltrennung. Hier landen Papier, Glas und Plastik in einem Behältnis, werden nicht getrennt und können auch nicht verwertet werden.“ Zu Hause sei die Trennung möglich. Zudem untersage die städtische Grünanlagensatzung deren Verunreinigung: Wenn der Müll also nicht in den Behälter passe, müsse man einen anderen Eimer suchen oder den Müll mit nach Hause nehmen.

Die Stadt Königsbrunn hatte den Ilse- und den Lautersee im Frühjahr von der Stadt Augsburg gekauft. Seitdem ist man zivilrechtlich für den See und auch für die Müllentsorgung an dessen Ufer zuständig. Derzeit laufen die Planungen für Verbesserungen rund den Ilsesee um den Freizeitwert und die Aufenthaltsqualität für die Besucher zu steigern. Beispielsweise wünscht sich der Königsbrunner Stadtrat einen Rundweg um den See und weitere öffentliche Toiletten.

Einen Kommentar zu dem Thema lesen Sie hier: Problem gelöst? Mal schauen

Was die Stadt Königsbrunn am Ilsesee noch vorhat, lesen Sie hier: Königsbrunn kauft Augsburg den Ilsesee ab

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