Großaitingen

03.04.2019

Der Neue am Taktstock

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3 Bilder
355 Jahre Engagement im Musikverein Großaitingen: (v.l. sitzend) Renate Kölbl, Ludwig Mutzel, Vorsitzender Ernst Stauderer, (v.l. stehend) Leonhard Hochstatter, Bürgermeister Erwin Goßner, Josef Waworka, Alexandra Müller, Thomas Mahr, Peter Hutter, (nicht im Bild: Roman Göppel, Alfons Kugler).
Bild: Michael Mäusly

Der Großaitinger Traditionsverein macht sich fit für die Zukunft. Ein neuer Name soll dabei helfen.

Es war ein gutes Jahr beim Musikverein Großaitingen: Die Finanzen stimmen, der Mitgliederstand ist in Ordnung, musikalisch hat man die Stellschrauben zukunftsfähig justiert und vor allem ist ein neuer Dirigent im Amt. Auf der Jahreshauptversammlung im Großaitinger Gasthof „Zum Grünen Kranz“ konnten Vorsitzender Ernst Stauderer und Bürgermeister Erwin Goßner zudem zahlreiche Mitglieder für ihre jahrzehntelange Treue zum Verein ehren.

Bereits seit 60 Jahren sind Renate Kölbl, Leonhard Hochstatter und Alfons Kugler im Musikverein, der im Jahr 1956 gegründet wurde. Auch Ludwig Mutzel ist seit 50 Jahren dabei, so wie in vielen anderen Ortsvereinen auch, erzählt der 86-Jährige stolz.

Der Neue ist studierter Trompeter

Der Neue am Taktstock heißt Michael Herrles. Der Leiter und Lehrer einer Musikschule im Kleinwalsertal mit Wohnsitz in Langerringen hat gerade erst den Taktstock vom Schwabmünchner Rudi Seitz übernommen. Seitz war nach acht Jahren zum Jahresende 2018 zurückgetreten. Wie Stauderer erklärte, sei die Suche nach einem geeigneten Nachfolger schwierig gewesen. Als Interimslösung hatte sogar Bezirksdirigent Andy Rest vom Allgäu-Schwäbischen-Musikbund (ASM) die Probenarbeit bei der Stammkapelle übernommen.

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Der studierte Trompeter Herrles spielte zu Anfang der Versammlung auch gleich das Solo „Ich hatt´ einen Kameraden“ zum Totengedenken an verstorbene Mitglieder. Eine seiner beruflichen Stationen war die eines Tanzmusikers in München, aber als Vater mit vier Kindern sei das mit der Zeit zu stressig gewesen. Die Chemie scheint zu passen, denn Michael Herrles zeigt sich besonders von der professionellen Jugendarbeit des Vereins begeistert: „Bei mir ist es Beruf und die machen es ehrenamtlich.“ Bei der Jugend gestaltete sich die Dirigentensuche dann aber doch einfacher, so Stauderer. Mit Valentin Scherer übernahm ein anderer studierter Musiker die Jugend. Scherer betreibt seit sechs Jahren zusammen mit seinem Bruder Dominik eine erfolgreiche Musikschule im nahen Leitershofen. Der fast noch Neu-Großaitinger möchte neue Wege gehen und hat quasi damit in Großaitingen so etwas wie eine Zweigstelle in Form des Projektes „Beathof“ initiiert. Am 14. April können sich die Großaitinger beim Konzert der Jugendkapelle über die musikalischen Talente mit eigenen Ohren informieren.

Jugendkapelle in Großaitingen heißt künftig „Brasserei“

In der heutigen Zeit brauchen Vereine ein deutlich zugkräftigeres Jugendangebot als noch vor einigen Jahren, selbst auf dem Land. Bei den Großaitingern Musikern versucht man dem Rechnung zu tragen, indem die Jugendkapelle zukünftig den Namen „Brasserei“ trägt – ein Begriff, den die breitere Öffentlichkeit auch beim kürzlich stattgefundenen Konzert der Langerringer Musikschule in Zusammenhang mit der Big Band „3BA“ hörte (ausführlicher Bericht folgt). Im Herbst vergangenen Jahres wurde bereits ein neues Outfit und das neue Konzept mit Valentin Scherer auf den Weg gebracht; nach Vorsitzendem Stauderer ein Alleinstellungsmerkmal im ASM. 412 Mitglieder umfasst der Musikverein insgesamt, davon sind 138 aktive Musiker.

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