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Kirche

10.02.2015

Die Einsamkeit und der Blick auf die Jugend

Bei seiner Visitation in St. Felizitas kam Weihbischof Losinger mit allen Mitarbeitern der Pfarrei zusammen. Rechts im Bild: Weihbischof Losinger sprach beim Gottesdienst auch Herausforderungen der Zeit für die Kirche an.
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Bei seiner Visitation in St. Felizitas kam Weihbischof Losinger mit allen Mitarbeitern der Pfarrei zusammen. Rechts im Bild: Weihbischof Losinger sprach beim Gottesdienst auch Herausforderungen der Zeit für die Kirche an.
Bild: Patrick Schindler/Ivanka Williams-Fuhr

Weihbischof Anton Losinger spricht in Bobingen große Herausforderungen an

Drei Tage lang war Weihbischof Anton Losinger in der Pfarrei St. Felizitas in Bobingen auf Visitation. Es seien drei „sehr schöne Tage“, summiert Dekan und Stadtpfarrer Thomas Rauch. „Der Weihbischof hat viel gesehen, einen Querschnitt der Gemeinde erlebt, gut zugehört, viele Fragen gestellt und uns neue Impulse gegeben.“ Losinger habe auch deutlich spüren können, „dass in Bobingen ein fröhlicher Geist haust“, so Rauch. Für die Pfarrei habe die Visitation viel Arbeit im Vorfeld bedeutet, aber auch Wertvolles gebracht. „Wir haben einen intensiven Blick auf unsere Pfarrei gerichtet, das Wirgefühl gestärkt und auch konkrete Anregungen erhalten.“

So sollen jetzt beispielsweise alle Kirchenkunstwerke inventarisiert und die Internetseite modernisiert werden. „Weihbischof Losinger hat uns bestärkt, nicht stehen zu bleiben, weiter zu gehen und vor allem auch die Jugend weiterhin im Fokus zu behalten.“ Weihbischof Losinger ging in seiner Predigt im Sonntagsgottesdienst auf Themen ein, die auch die Kirche vor Herausforderungen stellt. Dazu stellte er die Frage, was die schlimmste Krankheit unserer Zeit sei. „Es ist nicht Ebola oder Aids“, sagte er, „es ist die Einsamkeit.“ Die Menschen würden zum Mond fliegen, es aber nicht bis zur Tür des Nachbarn schaffen, sie hätten mehr Wissen, aber weniger Urteilsvermögen, sie wüssten, wie man Geld verdient, aber nicht, wie man lebt. „Ich habe in der Pfarrgemeinde aber auch viele Menschen kennengelernt, die sich engagieren und dafür einsetzten, dass andere leben können“, so Losinger. Über 400 ehrenamtliche Helfer gibt es in der Kirchengemeinde.

In Gesprächen mit den Schulleitern habe er erfahren, wie sich die Schulklassen zusammensetzen – mit Kindern verschiedener Glauben oder aber auch ohne: „Der Religionsunterricht steht somit vor einer großen Herausforderung. Es ist für viele die erste und manchmal auch die letzte Begegnung mit Gott.“ Ob es dennoch Hoffnung und Zuversicht für die Zukunft der Kirche gebe, beantwortete Losinger mit einem klaren Ja. „In Bobingen sowieso. Ich habe registriert, dass die Menschen hier – ob klein oder groß – gerne in die Kirche gehen.“ Er habe viele Begegnungen in den letzten drei Tagen gehabt, viele Gespräche etwa mit den Leitern der Kindergärten und der Schulen, den Jugendgruppen, der Sozialstation, den Vertretern der Kirche, den ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern, der politischen Gemeinde und noch anderen geführt. „Die Bilanz fällt sehr positiv aus“, sagte Losinger. „Ich bin tief bewegt von dieser lebendigen Gemeinde, die sich um Menschen aller Generationen und Herkunft bemüht und auch hervorragende Jugendarbeit leistet.“

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Zum Abschluss seines Besuchs feierte der Weihbischof mit Dekan Thomas Rauch in der Pfarrkirche St. Felizitas einen bunten, fröhlichen Familiengottesdienst – und eroberte die Herzen der Kirchenbesucher im Sturm. Sehr langer Applaus begleitete ihn zum anschließenden Empfang im Pfarrheim. Dort mischte er sich unter das Volk und führte mit den Besuchern anregende Gespräche über Gott und die Welt.

Den Gottesdienst haben erstmals die Bobinger Ensembles Caminando, Joyful Voices, Crossover und Jubilatio gemeinsam musikalisch gestaltet.

Weihbischof Anton Losinger führt in diesem Jahr im Auftrag von Bischof Konrad Zdarsa in allen Pfarrgemeinden des Dekanats Schwabmünchen Visitationen durch. Weitere solcher Aktionen gibt es bis Ende 2019 im ganzen Bistum. Ein offizieller Bericht wird diese jeweils dokumentieren, bewerten und den Pfarrgemeinden zur Verfügung gestellt. „Der Bericht wird aber auch der Diözese sowie verschiedenen Institutionen wie beispielsweise dem Schulamt vorgelegt und kann als Grundlage für künftige Entscheidungen dienen“, so Losinger. Der Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Felizitas wird am kommenden Sonntag um 18.30 Uhr auf a.tv/katholisch1.tv gezeigt und kann auch im Internet angesehen werden.

Bei uns im Internet

viele Bilder von der Pfarrvisitation

schwabmuenchner-allgemeine.de

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