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Konzert

27.12.2017

Ein Treffen mit Außerirdischen

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In der Pause präsentierten sich die Geehrten (von links): Markus Mayr (Vorsitzender Musikverein), Sebastian Steugner, Thomas Zech, Lena Müller, Anja Hegmann, Birgit Schmid, Angela Egger, Werner Hämmerle mit Jürgen Weber.

Mit dem traditionellen Weihnachtskonzert nimmt der Musikverein Langerringen die Besucher auf eine Reise um die Welt und zu den Sternen mit. Auch Aliens können die Klangeigenschaften der Turnhalle nicht verbessern

Wohlgeordnet, mit großer Disziplin sowie in überraschender Geschwindigkeit schritten 50 Musiker, festlich in Schwarz-Weiß gekleidet, durch die Turnhalle und besetzten in kurzer Zeit ihre Plätze auf der Bühne. Mit derselben Präzision intonierte das Blasorchester des Musikvereins Langerringen unter der Leitung von Stephan Knöpfle eine Vielfalt von Melodien auf der Reise um die Welt bis zu den Sternen.

Ausgeprägten Musikverstand zeigten am ersten Weihnachtsfeiertag die Besucher als erfahrenes Publikum, das zwischen einzelnen Sätzen eines Werkes nicht applaudiert. Händels „Feuerwerkmusik“ erklang ungestört festlich, beim „Barbier von Sevilla“ mit seinen sowohl opulenten als auch leichten Melodien fand Graf Almaviva letztlich seine Angebetete. Der „Spanische Marsch“ von Johann Strauss Sohn führte die Zuhörer auf die iberische Halbinsel. Schon früh waren die sehr eingeschränkten akustischen Verhältnisse der Turnhalle zu spüren, die dem hohen musikalischen Können des Orchesters nicht immer gerecht werden kann. Nicht immer war in der Klangwolke eine Differenzierung der Register möglich. Pompös-dramatische Teile der Werke, wie beim siebenteiligen Besuch des Star Wars Universums, ließen daher die musikalische Urgewalt der Arrangements lediglich erahnen.

Eine optische Zutat glich es aus: Heimlicher Höhepunkt war dabei die „Cantina Band“, jener eingängigen Ragtime-Melodie aus Chalmuns Cantina in Tatooines Raumhafen Mos Eisley. Nachdem sich sechs Mitglieder des Blasorchesters in außerirdische Bith-Musiker verwandelt haben, war es mit der Zurückhaltung des Publikums zwischen den Sätzen vorbei. Mit kräftigem Applaus dankte es dem Orchester für diese gelungene Einlage.

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Für die Schlagwerker bot „Circle of Life“ und besonders der „Mambo Jambo“ sowie die Filmmusik zu „Children of Sanchez“ die Möglichkeit, ihre Qualitäten unter Beweis zu stellen. Mal gefühlvoll, mal impulsiv und südamerikanisch treibend, legten sie immer angemessen den rhythmischen Teppich unter den von den Registern gespielten melodischen Elementen. Auch der Einsatz des für ein Blasorchester ungewöhnlichen Kontrabasses zahlte sich aus. Durch die tiefen, unaufdringlichen Flächen war somit das Feld für einige Soli bestellt.

Gespickt mit musikalischen Schwierigkeiten entführte das Jugendensemble unter Leitung von Christian Mayr zu Beginn mit „The Lost City“ die über 250 Gäste in eine namentlich nicht bekannte verlorene Stadt. Typisch für den Czárdás interpretierten die 22 Musiker im Alter von 10 bis 13 Jahren moderat beginnend und dann immer schneller werdend ihren Besuch beim „Kleinen Ungarn“, wobei Dirigent Mayr trotz der temperamentvollen Musik nur wenige Bewegungen brauchte, um das Ensemble durch das anspruchsvolle Arrangement zu führen. Im dritten und letzten Stück ließen die jungen Musiker die Besucher an der irrwitzigen Jagd eines Butlers nach dem entlaufenen Hund Chester teilhaben. Die perlenden Läufe und die fröhliche Melodie, auf den Punkt von allen Registern des Nachwuchsorchesters gespielt, ließen die Szenerie vor dem inneren Auge ablaufen. Herzlicher Applaus voller Anerkennung entließ die Musiker nach dem gekonnten Auftritt.

Die Qualität unterstrich Jürgen Weber, Vorsitzender des Bezirks 13 im Allgäu-Schwäbischen Musikbund ASM: „Hier in Langerringen erleben wir wie immer ein Konzert auf höchstem Niveau. Dies ist nur durch langjährige Arbeit und Engagement zu erreichen“, sagte er einleitend zur Ehrung der Jubilare. Für 40 Jahre Vereinsmitgliedschaft wurden Angela Egger und Birgit Schmid ausgezeichnet, für 15 Jahre Anja Hegmann, Lena Müller, Sebastian Steuger und Thomas Zech. Eine Ehrung, die nicht vom ASM sondern alleine vom Verein durchgeführt werden konnte, war die Ernennung des ehemaligen Musikvereinsvorsitzenden Werner Hämmerle zum Ehrenvorstand durch seinen Nachfolger Markus Mayr.

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