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Bürgerversammlung

30.03.2015

Eine Gemeinde mit besonderem Status

Scherstetten freut sich über bevorzugte Behandlung bei Fördermitteln und über begehrte Bauplätze

Als einzige Gemeinde im Landkreis Augsburg hat die Gemeinde Scherstetten den Status „RmbH“ (Räumen mit besonderem Handlungsbedarf) von der bayerischen Staatsregierung erhalten. Dies bedeutet, dass die Gemeinde bei Fördermitteln bevorzugt behandelt wird. Zu Recht stolz darauf zeigte sich Bürgermeister Robert Wippel bei den Bürgerversammlungen in Scherstetten und dem Ortsteil Konradshofen.

Als Aufwertung für den Ort sieht Wippel auch die Teilnahme am Breitbandförderprogramm mit einer maximalen Fördersumme von 720000 Euro. Zusätzlich kann die Gemeinde nochmals 50000 Euro erhalten, da sie zusammen mit den anderen VG-Gemeinden den Breitbandausbau beschlossen hat. 80 Prozent von den tatsächlichen Kosten kann die Gemeinde dann als Fördermittel erhalten. „Mit dem Glasfaseranschluss bis zur Grundstücksgrenze bei neuen Bauplätzen können wir den Käufern ein besonderes Zuckerl anbieten“, erklärte Wippel und freute sich, dass für die geplanten 14 Bauplätze in Scherstetten und sechs Bauplätze in Konradshofen ein enormes Interesse besteht. Viele Anfragen, auch von Bürgern aus anderen Orten, gingen ein.

Mit einer gut ausgearbeiteten Präsentation berichtete Wippel von den ausgeführten Arbeiten. So wurde eine dringend notwendige Kanalnetzberechnung samt Befahrung durchgeführt. An einem Energiecoaching hat die Gemeinde ebenso teilgenommen wie an der geplanten Einführung des Rufbusses. Wippel will sich dafür einsetzen, dass dieser Rufbus von den Bürgern gut angenommen werden kann.

52000 Euro hat die Sanierung der Birkacher Straße gekostet. Mit Kosten von 1200 Euro ist die Sanierung der südlichen Friedhofsmauer in Scherstetten deutlich günstiger ausgefallen. Was nicht mehr aufgeschoben werden konnte, war die Erhöhung der Kanalgebühren. In Scherstetten erfolgte eine Anhebung von 1,68 Euro auf 2,02 Euro und in Konradshofen von 2,76 Euro auf 3,13 Euro. Verärgert zeigte sich Wippel über die Reaktionen einiger Bürger zum gemeindlichen Winterdienst. Obwohl der Räumdienst den Worten Wippels zufolge eine sehr gute Arbeit leistet, erhielt Wippel etliche Beschwerden. „Was ich mir da oft anhören musste, grenzte teilweise an Unverschämtheit.“

Damit unrechtmäßig entsorgte Dinge aus Toiletten in der Kläranlage Scherstetten besser aufgefangen werden können, wird die Gemeinde einen Siebrechen beschaffen. Knapp 25000 Euro fallen dafür an. Was Wippel schon länger auf den Nägeln brannte, war die Unordnung im Gemeindearchiv. Etliche alte Dokumente, teilweise völlig chaotisch, lagern seit Jahrzehnten im Archiv in Scherstetten als auch in Konradshofen und werden derzeit mithilfe eines Kreisheimatpflegers von einer Scherstettener Bürgerin geordnet und entrümpelt.

Die Pro-Kopf-Verschuldung in Scherstetten sinkt weiter. Mit einer Verschuldung von 373 Euro pro Einwohner liegt die Gemeinde deutlich unter dem Durchschnitt vergleichbarer Gemeinden und ist damit auch Spitzenreiter aller Gemeinde der VG Stauden. Das gesamte Haushaltsvolumen liegt bei knapp über zwei Millionen Euro. Auch bei den Geburten zeigte sich weiterhin der positive Trend. Im Zeitraum März vergangenen Jahres bis jetzt gab es bereits zehn neue Erdenbürger.

Auch über den Kindergarten Scherstetten legte Wippel die Zahlen vor. 19 Kinder werden derzeit dort betreut. Alarmierend für Wippel ist, dass sieben ortsansässige Kinder auswärtige Kindergärten besuchen, wodurch der Gemeinde Kosten in Höhe von über 11000 Euro entstehen.

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