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Oberottmarshausen

13.11.2018

Eine Lärmschutzwand entlang der B17?

Hier soll ein Wohngebiet in Oberottmarshausen entstehen. Nicht nur deshalb denkt der Gemeinderat über einen besseren Lärmschutz nach, der von der B17 ausgeht. Im Hintergrund ist der Renk-Neubau an der Bundesstraße zu sehen.
Bild: Michael Lindner

In Oberottmarshausen müsste für eine Lärmschutzwand viel Geld in die Hand genommen werden. Warum die Gemeinde die Kosten komplett selbst tragen müsste.

Bürgermeister Gerhard Mößner kündigte in einem Interview mit unserer Zeitung vor 18 Monaten an, etwas für den „aktiven Lärmschutz vor der B17“ in Oberottmarshausen machen zu wollen. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung stand das Thema nun auf der Tagesordnung, doch das Vorhaben könnte teuer werden.

Tausende von Fahrzeugen rollen Tag für Tag entlang der vierspurigen Bundesstraße; das Verkehrsaufkommen steigt seit Jahren – und damit auch die Belastung für die Anwohner. „Wir müssen für unsere Gemeinde etwas machen. Nicht nur für die Leute, die kommen, sondern auch für diejenigen, die bereits da sind“, appellierte Mößner an den Gemeinderat. Aktuell sei das Thema wegen des Vorentwurfs zum Bebauungsplan Nummer 22 „Südlich der Rainstraße“ geworden. Wie berichtet, soll im Südosten Oberottmarshausens zwischen der Alemannen- und der Rainstraße sowie dem Via-Claudia-Weg auf einem 2,9 Hektar großen Gebiet ein neues Wohngebiet entstehen. Im ersten Vorentwurf ist von 38 Grundstücken die Rede. Da das Wohngebiet nahe der B17 entstehen soll, kam das Thema Verkehrslärm zur Sprache. Daniela Saloustros vom Krumbacher Planungsbüro Kling Consult stellte dem Gemeinderat die aktuelle Situation vor.

Grenzwerte und Orientierungswerte sind wichtig für den Lärmschutz

Zwei Kennziffern spielen eine wichtige Rolle: der Grenzwert und der Orientierungswert. Saloustros erklärt gegenüber unserer Zeitung, dass in der sogenannten DIN 18005-1 schalltechnische Orientierungswerte angegeben sind, die einzuhalten sind. Diese können aber im Rahmen der Abwägung überschritten werden.

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Die vier Dezibel höher angesetzten Grenzwerte sind vom Straßenbauamt zu berücksichtigen, wenn eine neue Straße gebaut oder diese wesentlich verändert wird – beispielsweise durch eine weitere Fahrspur. In Oberottmarshausen werden diese Grenzwerte aber inzwischen zum Teil geringfügig überschritten, hauptsächlich zur Nachtzeit, sagt Saloustros. Dies sei vor allem im nordöstlichen Gemeindegebiet der Fall, der eine geringere Entfernung zur B17 aufweist als der südöstliche Teil.

Eine mehr als einen Kilometer lange Lärmschutzwand entlang der B17?

Eine aktive Lärmschutzeinrichtung könnte dafür sorgen, dass alle Grenzwerte eingehalten werden, sagte die Expertin bei der Gemeinderatssitzung. Im südlichen Bereich müsste man eine zwei Meter hohe Mauer, im nördlichen Bereich eine vier Meter hohe Mauer auf dem bestehenden Lärmschutzwall auf einer Länge von etwa 1050 Meter errichten. Dies sei aber nur mit dem Einvernehmen des Straßenbauamts möglich, das im Besitz des Grundstücks ist.

Die Kosten für eine solche Lärmschutzwand sei hoch, sagte Saloustros. Ersten Planungen zufolge würden diese etwa 1,37 Millionen Euro betragen. Auf Nachfrage von Gemeinderat Markus Reiter (FW) bestätigte sie, dass diese Kosten zu 100 Prozent von der Gemeinde getragen werden müssten. Zum Zeitpunkt des Baus der Bundesstraße seien die Grenzwerte eingehalten worden, deshalb sei das Straßenbauamt nicht in der Pflicht, sich an den Kosten zu beteiligen. Bürgermeister Mößner sagte, dass der Haushalt der Gemeinde – die Rücklagen sollen sich zum Ende des Jahres auf 4,9 Millionen Euro belaufen – ein solches Vorhaben hergeben würde.

Lärmschutzwand oder höherer Lärmschutzwall?

Eine Alternative zu einer Lärmschutzwand, wäre ein höherer Lärmschutzwall. Dieser müsste wegen der größeren Entfernung zur Fahrbahn aber voraussichtlich fünf Meter hoch sein. Um diese Höhe zu erreichen, sei eine Breite von rund 16 Metern notwendig.

Der Oberottmarshauser Gemeinderat war sich einig, dass Bürgermeister Mößner das Thema Lärmschutz weiter verfolgen soll.

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