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Bobingen

11.03.2015

Englisch für Erstklässler: Eine Klasse, zwei Sprachen

Heike Fedrich wird ab dem kommenden Schuljahr das Modellprojekt "Bilinguale Grundschule" an der Grundschule an der Singold in Bobingen betreuen. Sie wird mit einer ersten Ganztagsklasse in verschiedenen Fächern Englisch sprechen. Foto: Alexander Sing

Ab September gibt es in Bobingen Englisch für Erstklässler. Im Modellversuch soll der zweisprachige Unterricht die Kinder besser fördern

Tiernamen wie das „guinea pig“ (Meerschweinchen) stehen neben dem Gemüse „cucumber“ (Gurke) und der Farbe „purple“ (violett). Mit solchen Alltagswörtern lernen Grundschüler schon ab der dritten Klasse Englisch. Die bunten Schilder hängen an einer Wand im Klassenzimmer der 4a in der Grundschule an der Singold in Bobingen. Mit einer neuen Herangehensweise wird der Englischunterricht dort ab September nun auch auf Erstklässler ausgeweitet. Die Schule nimmt mit einer Ganztagsklasse als eine von 20 bayerischen Schulen am Modellversuch „Bilinguale Grundschule“ teil.

Bereits ab der ersten Klasse soll dann eine zusätzliche Lehrkraft im Unterricht Englisch mit den Kindern sprechen. Dabei geht es aber nicht darum, Grammatik und Vokabeln zu pauken, sagt Rektorin Gabriele Glockner: „Die Kinder sollen lernen, auf Englisch zu kommunizieren. Dazu wird die Sprache quasi nebenbei, an passenden Stellen, in den Unterricht eingebunden. So soll spielerisch gelernt werden.“ Vor allem im Sportunterricht und in den musischen Fächern können dann etwa Arbeitsanweisungen und Fachbegriffe in zwei Sprachen erklärt werden. Aber auch in anderen Fächern kann sich Glockner den zweisprachigen Unterricht vorstellen: „Beim Rechnen könnte man die Ziffern auf Englisch besprechen, beim Lesen lernen kann man mit Bildern und den englischen Begriffen arbeiten. Es gibt viele Möglichkeiten.“

Kinder, die einen solchen zweisprachigen Unterricht bekommen, würden häufig auch in anderen Bereichen große Fortschritte machen, so die Rektorin. Vielleicht auch deshalb fielen die Bemühungen der Schule auf fruchtbaren Boden. „Als wir das Projekt bei einem Elternabend vorgestellt haben, war das Interesse sehr groß. Und auch die Stadt unterstützt uns gerne.“

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Die St. Anna-Grundschule in Augsburg praktiziert diese Art von Unterricht bereits seit 2007 recht erfolgreich. Aber auch in Bobingen hat man bereits Erfahrungen gesammelt. Im Rahmen einer Kooperation von verschiedenen europäischen Partnerschulen, unter anderem in England, führen Schüler regelmäßig Gespräche via Skype. Dabei erzählen sich die Kinder gegenseitig in ihrer Sprache aus ihrem Alltag, die Lehrer übersetzen. Und die Kinder sind mit Feuereifer bei der Sache, berichtet die Englischlehrerin Heike Fedrich: „Wir sind ja von englischen Begriffen umgeben. Und die Kinder finden es toll, wenn sie dann auch das ein oder andere selbst verstehen.“

Fedrich hat Lehramt für Englisch an Grund- und Mittelschule studiert und betreut das Modellprojekt in Bobingen. „Wir starten im kommenden September mit einer Ganztagsklasse, die dann über vier Jahre zweisprachig betreut wird. Ich werde dann mit den jeweiligen Kollegen in der Klasse sein und mit den Schülern immer wieder auf Englisch arbeiten.“ Dass ihre Schule beim Modellversuch mitmachen darf, kam für sie überraschend. „Es hatten sich sehr viele Schulen beworben. Als am Montag die Zusage kam, haben wir uns natürlich sehr gefreut.“ Wie das Projekt im Detail umgesetzt wird, steht noch nicht fest. Aber die Klasse 4a gibt dann sicher gerne ihre Vokabel-Schilder her.

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