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28.04.2019

Freinacht: Harmloser Streich oder Sachbeschädigung?

Gegenstände mit Toilettenpapier zu „verzieren“, gehört zu den Klassikern in der Freinacht. Immer wieder kommt es aber auch zu ernsthaften Sachbeschädigungen.
Bild: Reinhold Radloff

Die Polizei erklärt, wie sie sich auf diese Nacht vorbereitet und was Hausbesitzer beachten sollten

In der Freinacht, die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai, werden vielerorts Streiche gespielt. Doch wo ist die Grenze zwischen einem harmlosen Streich und Ärger mit der Polizei? Und was hat das Ganze mit dem Brauchtum zu tun?

Was in der Freinacht verboten ist

Besonders beliebt ist es beispielsweise, Autos mit Toilettenpapier einzuwickeln. „Das Klopapier mache ich schnell weg und fahre dann mit dem Auto los“, sagt Robert Künzel, der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Schwabmünchen. „Das ist an der Grenze und wird unterschwellig toleriert.“ Grundsätzlich gilt aber: In der Freinacht ist nur dasselbe erlaubt wie in allen anderen Nächten auch. Im Klartext: Sobald eine Sachbeschädigung vorliegt oder Gegenstände in ihrer Wirkung eingeschränkt werden, hört der Spaß auf. Beispielsweise kann eine Nötigung vorliegen, wenn das Auto so verunstaltet wird, dass man „stundenlang nicht wegkommt“. Ausgehobene Gullydeckel sind für Autofahrer extrem gefährlich und verboten. Lustig ist das freilich nicht und steht auch ohne Zusammenhang mit der Freinacht. Denn der hierzulande übliche Brauch, Dinge, die nicht aufgeräumt wurden, an den Maibaum des jeweiligen Ortes zu schleppen, wird immer weniger praktiziert. Solange dabei nichts beschädigt wird und die Eigentümer ihre Dinge dort oder an einem anderen zentralen Platz im Ort wiederfinden, ist alles okay, sagt auch die Polizei: „Die Gartentüre sollte man schon abschließen und die Pflanzenkübel reinstellen, sonst muss man sich nicht wundern, wenn sie in dieser Nacht weg sind.“

Mülltonne sicher unterstellen. Eine neue Tonne kostet.

Dass dieses Jahr Mülltonnen verzogen werden, gilt als wahrscheinlich. Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Augsburg appelliert deshalb an die Eigenverantwortung der Hauseigentümer und Hausmeister und weist darauf hin, in der Freinacht die Müllgefäße sicher zu verwahren. Die Müllbehälter sollten deshalb so aufgestellt werden, dass sie nicht problemlos erreicht werden können. Sollte die Mülltonne nach der Freinacht und nach eingehender Suche in der Nachbarschaft tatsächlich nicht mehr auftauchen, muss der Grundstückseigentümer ein neues Gefäß gegen Kostenersatz beim Abfallwirtschaftsbetrieb beantragen.

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Alles andere als okay war ein „Maischerz“ im vergangenen Jahr in der Bobinger Siedlung. Dort wurden sieben Verteilerkästen von Kabel Deutschland umgetreten, zwei weitere beschädigt. Dadurch fielen im Umfeld das Fernsehen, aber auch teilweise Internet, Radio und Telefon aus. Der Sachschaden an den Kästen betrug etwa 6000 Euro.

Über Regen freut sich die Polizei in der Freinacht

Trotzdem hat Künzel den Eindruck, dass die Verstöße in der Freinacht zurückgehen. Das Ausmaß an Scherzen und Verstößen sei aber stark wetterabhängig. „Regen ist polizeifreundliches Wetter“, sagt Künzel und lacht. Auf alle Fälle werden in der Freinacht verstärkt Streifen unterwegs sein – sowohl uniformiert als auch in zivil, erklärt der Polizist.

Es gibt in der Freinacht aber auch gelungene Überraschungen: Von einer solchen sprach Untermeitingens Bürgermeister Simon Schropp im vergangenen Jahr in der Nebenerwerbssiedlung. Dort wurden das Ortsschild „Gallien“ sowie selbst gebastelte Straßenschilder mit Bezug zu Lokalpolitikern aufgestellt.

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