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Königsbrunn

07.11.2019

Gymnasiumsweiher: Das Dickicht soll weichen

Das Dickicht am Gymnasiumsweiher soll nach den Plänen eines Landschaftsarchitekten weichen.
Bild: Manuela Antosch

Der Gymnasiumsweiher in Königsbrunn wird derzeit wenig beachtet. Ein Landschaftsarchitekt hat jetzt Varianten vorgestellt, mit denen das geändert werden könnte.

Der Gymnasiumsweiher in Königsbrunn fristet seit vielen Jahren ein Schattendasein. Fast ringsum zugewachsen ist das als Biotop geplante Gewässer derzeit eher ein Platz für nächtliche Partys und eine latente Gefahrenquelle für leichtsinnige Planscher. Das möchte die Stadt ändern. Ein Landschaftsarchitekt hat im Bauausschuss am Dienstagabend mehrere Varianten vorgestellt, wie der Weiher umgestaltet werden könnte.

Fünf mögliche Gestaltungsarten stellte Manfred Schachenmayr vom Büro Brugger Landschaftsarchitekten den Mitgliedern vor – von der Luxusvariante für 1,4 Millionen Euro, bis zur reduzierten Gestaltung für knapp 300000 Euro. „Noch günstiger geht es wirklich nicht“, sagte Schachenmayr. Gemeinsam haben alle vorgestellten Möglichkeiten, dass die Hecken auf der nördlichen Seite, die den Weiherbereich derzeit vom Rest des Sport- und Freizeitparks West abgrenzen, deutlich ausgelichtet werden sollen. Auf dieser Seite soll ein senioren- und behindertengerechter Weg für Spaziergänger geschaffen werden. Der südliche und westliche Uferbereich bliebe weitgehend unangetastet und stünde weiter als Brutrevier für Vögel und andere Tiere zur Verfügung.

Spazierweg, Naturlehrpfade oder doch ein Biergarten?

Bei der Grundvariante gibt es tatsächlich nur einen Weg und die Auslichtung der Büsche. „Das wäre quasi der Keks ohne die Marmelade. Aber das kann ja auch mal schmackhaft sein“, sagte Schachenmayr. Aufwärts ist vieles machbar. Der Landschaftsarchitekt präsentierte mehrere Varianten mit gestalteten Naturlehrpfaden. Dabei wurde beispielsweise an Alpinum – ein gestalteter Steingarten mit Pflanzen aus dem Alpenraum – oder ein Brückenweg mit Sumpfpflanzen vorgeschlagen. Die etwas teureren Vari-anten bringen neben dem Naturerlebnis auch noch Naherholung mit einer Sonnenterrasse oder einem gastronomischen Angebot samt Biergarten – letztere wäre die genannte „Luxusvariante“.

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Bürgermeister Franz Feigl wollte wissen, wie man es schaffen könne, dass das Gewässer nicht als Badesee zweckentfremdet wird. Nach spontanen Vorschlägen aus dem Gremium („Piranhas“, „Schnappschildkröte“) machte Schachenmayr wenig Hoffnung. Man könne sicherlich Schilder aufstellen, ganz abschrecken werde das die Badewilligen grade an heißen Tagen nicht.

Bauausschuss-Mitglieder sehen Vorschläge als gute Diskussionsgrundlage

Insgesamt zeigten sich die Vertreter aller Fraktionen durchaus aufgeschlossen für die Planungen. Helmut Schuler (Freie Wähler) lobte die Öffnung des Dickichts hin zum Park und sprach sich für eine Lehrpfad-Gestaltung für einen Teil des Ufers aus: „Auch um zu zeigen, dass das kein Vergnügungsbereich ist“. Florian Kubsch (SPD) lobte die Varianten als gelungene Grundlage für die künftigen Diskussionen. Besonders bei der Platzierung der Gastronomie sah er aber noch erhöhten Redebedarf. Maximilian Wellner (CSU) sagte, er kenne den Weiher vor allem dienstlich. Daher sei es gut, wenn das Buschwerk gelichtet und für mehr Menschen einsehbar werde. Er regte an, die Grundvari-ante ins Auge zu fassen und zusätzliche Verschönerungsmaßnahmen auf später zu verschieben.

 Die einzigen, die sich deutlich gegen einige der Varianten aussprachen, waren die Grünen, auf deren Antrag hin die Landschaftsarchitekten überhaupt beauftragt worden waren. Doris Lurz und Alwin Jung erklärten, zentrales Thema ihres Antrags sei der Naturschutz gewesen. Naherholungsangebote oder gar eine Gastronomie komme aus ihrer Sicht nicht infrage. Die Grundvariante oder die Gestaltung mit dem Alpinum und einem Lehrpfad sei durchaus gelungen, wenn man sich dabei an lechfeld-typischer Vegetation orientiere und Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen würden, sagte Doris Lurz. Alwin Jung regte an, baldmöglichst erste Schritte zu unternehmen. In den kommenden Monaten sei der ideale Zeitpunkt, um das Buschwerk auszulichten, ehe Anfang März die Schutzzeit für die Vogelbrut beginnt. Helmut Schuler sagte, es gebe Landwirte, die auf solche Arbeiten spezialisiert seien und im Winter sicher Kapazitäten hätten. Bürgermeister Feigl versprach, dass man zunächst mit dem Betriebshof sprechen würde, und danach sehe, was möglich sei.

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