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Königsbrunn

13.09.2019

Hausgemachte Leckereien im mobilen Imbiss

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2 Bilder
Abdulrazzak Sasaani und Nicole Breitner haben sich vor gut einem Jahr mit ihrem Foodtruck „Felderbse“ selbstständig gemacht.
Bild: Adrian Bauer

Abdulrazzak Sasaani und Nicole Breitner bieten mit ihrer „Felderbse“ vegane Speisen in Königsbrunn an. Sich Zeit fürs Essen zu nehmen, gehört zum Konzept.

Viele Dinge im Leben gelingen am Besten, wenn man sich Zeit lässt. Das gilt auch für Falafel, sagt Abdulrazzak Sasaani. Er muss es wissen, schließlich betreibt er gemeinsam mit seiner Frau Nicole Breitner den Foodtruck „Felderbse“ an der Haunstetter Straße in Königsbrunn und fertigt die würzigen Bällchen aus Kichererbsenpüree jeden Tag frisch an.

Mindestens zwölf Stunden müssen die Hülsenfrüchte im Wasser durchweichen, damit das Ergebnis perfekt ist, sagt Sasaani: „Je länger, desto besser.“ Je nach Bedarf schüttet er abends eine Portion ins Wasserbad, damit er am nächsten Morgen die schmackhaften Bällchen formen kann. Die Zutaten werden vermengt und mit dem Fleischwolf zu einer homogenen Masse verarbeitet. Je nach Menge kann das schon einmal bis zu einer Stunde dauern. Zu Bällchen geformt werden die Falafel im heißen Öl ausgebacken, bis sie außen knusprig und goldbraun und innen schön saftig sind.

Ein guter veganer Imbiss war bei Ausflügen schwer zu finden

Das klingt einfach. Wenn man es gut machen will, ist es das aber nur bedingt finden Sasaani und Breitner: „Leider verwenden viele Anbieter Tiefkühlware oder ein Pulver, das mit Wasser angerührt wird.“ So entstand die Idee, sich selbstständig zu machen. Nicole Breitner ernährt sich seit sieben Jahren vegan. Ihr Mann stellte sich schrittweise mit um. „Bei Ausflügen gute vegane Snacks zu finden, war nicht leicht“, sagt Breitner.

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Abdulrazzak Sasaani ist leidenschaftlicher Koch und hat von seiner Mutter in Syrien auch das Rezept für die Falafel gelernt. In der „Felderbse“ verwendet er aber ein auf den deutschen Gaumen angepasstes Rezept ohne stark schmeckende Kräuter oder eingelegte Rüben. Für den Traum vom eigenen Café fehlte das Geld, so kaufte die Familie den Anhänger und ließ ihn passend umbauen mit einer Fritteuse und einer großen Ölpfanne, in der die Falafel ausgebacken werden: „Wichtig ist, dass sie am Ende wirklich goldbraun sind. Werden die Falafel dunkel, sind sie entweder alt oder ein Fertigprodukt“, sagt Sasaani.

Die Soßen sind in der „Felderbse“ ebenfalls hausgemacht

Mit ihrem Foodtruck will das Paar auch beweisen, dass veganes Essen wirklich lecker sein kann. Dazu gehören für Sasaani auch selbst gemachte Soßen. Die scharfe Soße wird beispielsweise auf Basis von Walnuss- und Cashewkernen angerührt. Granatapfelsoße, Majo oder Ketchup entstehen auch in der heimischen Küche. „So weiß man einfach, was drin ist“, sagt Sasaani. Die Falafel sind vegan und glutenfrei, weil es keine Panade mit Semmelbröseln braucht. Seine Teigfladen backt er selbst aus Dinkelmehl. Die Gewürze kauft er in einem kleinen Laden in der Augsburger Altstadt, 90 Prozent der Zutaten seien Bio-Qualität, sagt Sasaani: „Alles in Bio-Standard anzubieten ist schwierig, weil man einige orientalische Zutaten nicht so zuverlässig geliefert bekommt.“

Das Geschäft sei gut angelaufen, sagen die beiden Betreiber. Gerade am Wochenende sind sie viel bei Festen und für Caterings unterwegs – in einem Umkreis von bis zu zwei Autostunden. Dabei wechseln sich die beiden ab: Einer fährt mit dem Anhänger los, der andere kümmert sich um die Tochter. Unter der Woche steht der Foodtruck neben dem Opel-Autohaus an der Haunstetter Straße. Der Stellplatz ist mit Bedacht gewählt. Die Familie lebt direkt nebenan. Wenn gerade keine Kunden da sind, ist Zeit für Hausarbeit. Ankommende Kunden können sich mit einer Klingel am Anhänger bemerkbar machen.

Die Kunden kommen aus umliegenden Betrieben aber auch bis aus Augsburg

Viele Kunden kommen aus den umliegenden Betrieben, jetzt im Sommer machen auch viele Badegäste auf dem Weg zum Ilsesee Station. „Wir haben aber auch Stammgäste, die bis aus Augsburg zu uns kommen“, sagt Sasaani. Gerade für Allergiker ist ein glutenfreier Imbiss einen Umweg wert. Den Traum vom eigenen Café hat das Paar nicht aufgegeben. Aber auch hier soll gelten, dass die Dinge am Besten gelingen, für die man sich Zeit lässt.

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