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Klosterlechfeld

05.09.2019

Highland Games: Hiller qualifiziert sich für die WM

Wolfgang Hiller aus Klosterlechfeld erreichte bei der Deutschen Meisterschaft der Highland Games in Wuppertal den dritten Platz.
Bild: Hiller

Wolfgang Hiller aus Klosterlechfeld trat bei der Deutschen Meisterschaft an; warf Baumstämme und Steine – und qualifiziert sich für die Weltmeisterschaft 2020.

Die Männer und Frauen tragen karierte Kilts und kniehohe Strümpfe – in den Händen halten sie schwere Steine oder gar Baumstämme. Sie werfen die Gewichte in die Höhe oder so weit wie möglich nach vorne. Tausende Besucher stehen daneben und bejubeln die Höchstleistungen. Diese Bilder gab es am Wochenende in Wuppertal zu sehen. Dort fanden die Deutschen Meisterschaften der Highland Games statt – einer Sportart, die ihre Ursprünge in Schottland hat. Zum ersten Mal am Start war Wolfgang Hiller aus Klosterlechfeld. Und was der 58-Jährige dort für Leistungen ablieferte, ist beachtenswert.

Von morgens um 9 bis abends um 18 Uhr dauerte der Wettkampftag. Fünf Disziplinen hatte jeder Teilnehmer zu absolvieren, vier davon sogar in einer „leichten“ und einer „schweren“ Variante. Bedeutet: beim Steinstoßen, Hammerwerfen, Gewichtweit- und -hochwurf gab es zwei unterschiedliche Gewichte. Nur der Baumstammüberschlag musste in lediglich einer Variante gemeistert werden. Von leicht zu sprechen, ist aber angesichts der Gewichte stark übertrieben. Dieses lag beim Steinstoßen beispielsweise bei acht Kilogramm. Hiller bugsierte das „Sportgerät“ auf knapp elf Meter. Die schwereren rund zehn Kilogramm stieß er immerhin noch weiter als acht Meter. Mit diesen für ihn hervorragenden Ergebnissen hat der 58-Jährige vor der Meisterschaft nicht gerechnet. Wegen einer Oberschenkelverletzung konnte er im Vorfeld kaum Trainieren. „Dafür ist es aber top gelaufen“, zeigt sich Hiller zufrieden.

Wolfgang Hiller wird Dritter bei der Deutschen Meisterschaft der Highland Games in Wuppertal

Hinter dem amtierenden Weltmeister Andy Deuschle und dem Vizeweltmeister Bernd Wolf landete er bei der Deutschen Meisterschaft als Dritter auf dem Treppchen der Altersklasse „Ü50“. Der Klosterlechfelder zeigte sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden, vor allem, da es erst sein dritter Einzelwettbewerb bei den Highland Games war: „Es ist keine Schande, an diese beiden Athleten nicht ganz ranzukommen“, sagt Hiller über die vor ihn platzierten Sportler. Den zweiten Platz verpasste er nur um einen Punkt.

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Das sei in Wuppertal aber das einzig ärgerliche gewesen, sagt Hiller. Die mehr als 20 Sportler hätten sich den ganzen Tag über einen tollen Wettkampf geliefert. Außerdem wurde schottische Live-Musik gespielt, das Publikum sorgte für eine tolle Stimmung und das Wetter war laut Hiller „warm, aber nicht zu heiß“.

Kraftpaket Wolfgang Hiller muss direkt nach der Meisterschaft wieder in die Arbeit

Groß feiern konnte der 1,80 Meter große und rund 100 Kilogramm schwere Hiller aber nicht. Noch am selben Abend fuhr er mit dem Auto die rund 600 Kilometer zurück in die Heimat. Am nächsten morgen ging es wieder in die Arbeit zur Erdölfirma Wintershall. Etwas müde sei er zwar gewesen, doch von Muskelkater habe es keine Spur gegeben, erzählt das Kraftpaket.

Und wie geht es für ihn nach dem Erfolg bei der Deutschen Meisterschaft weiter? In Leipzig tritt er bei den Highland Games am Wochenende sowohl im Team- als auch im Einzelwettbewerb an. In der „Winterpause“ möchte er viel trainieren und vor allem seine Technik verbessern. Helfen soll ihm dabei Jürgen Stickelbrock, der Präsident des Deutschen Highland-Game-Verbands. „Das ist der vermutlich beste Trainer derzeit“, sagt Hiller und freut sich auf das Jahr 2020. Denn mit seinen Leistungen bei der Deutschen Meisterschaft hat er sich für die Weltmeisterschaft in der irischen Hauptstadt Dublin für 2020 qualifiziert. „Wenn ich teilnehme, dann will ich auch vorne mitspielen. Die Messlatte lege ich mir selber ziemlich hoch“, sagt Hiller.

Lesen Sie hier den Artikel über Wolfgang Hiller und seine Leidenschaft für Highland Games: Highlander Wolfgang Hiller: Ein starker Mann im Schottenrock

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