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Bobingen

21.01.2020

Initiative will Bobingens Erscheinungsbild bewahren

Der Fall des ehemaligen Trevira-Turms – ein Symbol für die Entwicklung der Stadt Bobingen – war eine Initialzündung für die neue Interessengemeinschaft, die sich jetzt für den Erhalt historisch bedeutsamer Gebäude einsetzt.
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Der Fall des ehemaligen Trevira-Turms – ein Symbol für die Entwicklung der Stadt Bobingen – war eine Initialzündung für die neue Interessengemeinschaft, die sich jetzt für den Erhalt historisch bedeutsamer Gebäude einsetzt.
Foto: Karl Rosengart

Eine Initiative aus Kulturpreisträgern und Unterstützern will mehr prägende Gebäude in Bobingen auf die Denkmalliste setzen.

Es ist ein Interessenskonflikt: Auf der einen Seite steht der Wunsch vieler Investoren, möglichst viel Wohnfläche auf einem Grundstück zu realisieren. Und das auch noch kostengünstig. Auf der anderen Seite kämpfen Denkmalschützer dafür, dass prägende historische Gebäude nicht von der Bildfläche verschwinden. Dieses Ziel verfolgt auch eine neue Interessengemeinschaft von Bobinger Kulturpreisträgern. Der Gruppe um Franz-Xaver Holzhauser, Reinhold Lenski und dem früheren Bezirksheimatpfleger Hans Frei geht es um die Bedeutung von Bobinger Kulturdenkmälern und deren Erhalt: „Wir möchten, dass Bobingen eine schöne Stadt bleibt“, sagt Lenski. „Und das erhalten bleibt, was Bobingen geprägt hat“, meint Holzhauser, der bei einer Präsentation in der kommenden Woche in der Unteren Mühle verschiedene Denkmäler vorstellt.

Die Mitglieder der Initiative die auch vom Heimatverein D’Hochsträßler unterstützt wird, haben sich lange vorbereitet und ebenso aufwendig recherchiert. Herausgekommen ist eine Liste mit vier Kategorien.

Verschiedene Kirchen und das Bobinger Schlösschen stehen auf der Denkmalliste

Auf der Denkmalliste des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege stehen zum Beispiel die Pfarrkirche St. Felizitas, Unserer Lieben Frau und die Kapelle St. Wolfgang und Wendelin. Freilich ist unter der ersten Kategorie auch das Bobinger Schlößchen zu finden – ein absolutes Alleinstellungsmerkmal des ehemaligen Straßendorfes, das zur Stadt wurde. Zur Denkmalliste der geschützten Gebäude gehört beispielsweise auch das Kaminkehrerhaus in der Lindeauerstraße.

In der zweiten Kategorie hat die Interessensgemeinschaft alle ihrer Meinung nach erhaltens- und schützenswerten Gebäude zusammengefasst, die in die Denkmalliste (also Kategorie eins) aufgenommen werden könnten. Jedenfalls sei eine Aufnahme überprüfenswert. Dazu zählen die Experten unter anderem das katholische Pfarrheim, die Sozialstation am Kirchplatz, die Alte Mädchenschule oder auch der Wasserturm und der Bahnhof. Nicht fehlen darf die Mittlere Mühle, in dem das städtische Mühlenmuseum und das Bürgerhaus untergebracht sind.

Die Kirche St. Felizitas steht bereits auf der Denkmalliste.
Foto: Andreas Lode

Alle erhaltens- und schützenswerten Gebäude sind in der dritten Kategorie vereint. Dazu zählen die Experten verschiedene Bauernhäuser zum Beispiel in der Augsburger Straße und in der Römerstraße.

Viele Denkmale in Bobingen fallen unter die vierte Kategorie

In der vierten Kategorie finden sich auch Kunst- und Kulturdenkmale wie Bildstöcke, Grabmale, Skulpturen, Feldkreuze. Alle verdienen Aufmerksamkeit und Rücksicht. Als Beispiele hat die Interessensgemeinschaft das Steinkreuz vor der Sakristei der Pfarrkirche St. Felizitas, Skulpturen von Gisela Heim zum Beispiel im Singoldpark oder den Gedenkstein zur Lechfeldschlacht in der Oberottmarshauser Straße aufgeführt. In diese Kategorie gehören nach Meinung der Experten auch das Heldengrab vor der Aussegnungshalle, das Sudetendeutsche Denkmal oder die drei Holzkreuze für ukrainische Zwangsarbeiter.

Die Interessengemeinschaft will den Bobinger „Bestand mit architektonischer Wertigkeit“ erhalten und nachhaltig schützen. Konkret heißt das: Die Kulturpreisträger und Unterstützer schlagen der Stadt Bobingen vor, genau zu prüfen, welche Gebäude in die Denkmalliste aufgenommen werden können. Dieser Prozess soll fachlich und politisch begleitet werden. Unter dem Strich will die Initiative das Bewusstsein der Behörden, das Verständnis der Besitzer und der Öffentlichkeit schärfen.

Die Befürchtung: Historische Bauwerke werden abgebrochen

Die Mitglieder der Initiative befürchten: Durch umfangreiche Baumaßnahmen und Nutzungsänderungen werde immer wieder in den gewachsenen Baubestand eingegriffen. Es sei zu befürchten, dass wegen der zunehmenden Wohnungsknappheit in den kommenden Jahrzehnten möglicherweise historische Gebäude und andere künstlerisch gestaltete Arbeiten abgebrochen oder so verändert werden, dass sich das Erscheinungsbild der Stadt verändert.

Aber was könnte es für Hauseigentümer bedeuten, wenn sich plötzlich ihr Gebäude auf der Denkmalliste wiederfindet? „Sie können Förderungen für den Erhalt und die Sanierung erhalten“, sagt Reinhold Lenski. Es gebe immer wieder gelungene Projekte.

Termin Die Präsentation in der Mittleren Mühle findet am Mittwoch, 29. Januar, um 19 Uhr statt. Anmeldung per E-Mail oder telefonisch unter bolero12@web.de oder unter der Nummer 08234/905881.

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