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Obermeitingen

04.12.2018

Kinder müssen auf Spielplatz warten

Die lang ersehnte Eröffnung des erneuerten Spielplatzes am Feststadel verzögert sich noch um einige Wochen, da die Firma die langen Rubinienstämme der Spielanlage tiefer ins Fundament einsetzten muss.
Bild: Sybille Heidemeyer

In Obermeitingen bemängeln Bürger die Vergaberichtlinien der 18 Bauplätze. Der Spielplatz am Feststadel und die Sanierung der alten Schule sind ebenfalls Thema.

Das 1300 Quadratmeter große Baugebiet Ost II in Obermeitingen ist erschlossen worden. Die Verfahren zur vergünstigten Bauplatzvergabe sind abgeschlossen, insgesamt gab es 59 Bewerber für die 18 Bauplätze. Zu den Vergabekriterien gab es von einigne der rund 90 in der Bürgerversammlung Anwesenden einige Nachfragen und zum Teil auch Unverständnis, warum die Grundstücke nicht ausschließlich für Einheimische bestimmt waren oder warum Singles nicht antragsberechtigt waren.

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Einige Bürger bemängelten zudem, dass ehrenamtliches Engagement keine Berücksichtigung fand. Bürgermeister Erwin Losert (CSU) verwies auf die EU-Richtlinien, an die sich die Gemeinde bei der Vergabe von vergünstigten Baugrundstücken halten müsse. „Wir als Kommune haben nur noch einen Gestaltungsspielraum, zum Beispiel was die Bewertung der Ortsansässigkeit und der Anzahl der Kinder betrifft“, erklärte Losert das komplexe Thema. Die Gemeinde wollte vor allem jungen Familien Baugrundstücke zu einem ermäßigten Preis anbieten. Nach langen Überlegungen habe man sich zudem darauf geeinigt, das Ehrenamt nicht im Vergabeprozess zu berücksichtigen, da eine Bewertung extrem schwierig sei.

Spielplatz: Firma muss nachbessern

Bürgermeister Losert blickte auf weitere wichtige Themen der 1777 Einwohner zählenden Gemeinde zurück. Im Sommer wurde die Erneuerung des Spielplatzes am Feststadel in Angriff genommen. In Eigenleistung hat der Bauhof die alten Spielgeräte abgebaut und neue Fallschutzzonen hergestellt. Die neuen Spielgeräte sind aus witterungsbeständigem Robinienholz. Da die langen Balken nicht tief genug in das Fundament eingebracht wurden, war eine Spielanlage instabil. Die Firma muss nachbessern. Deshalb verzögert sich die Eröffnung des Spielplatzes um einige Wochen.

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In den Bauhof hat die Gemeinde heuer 80000 Euro investiert. Unter anderem wurde der Fuhrpark erweitert. Bürgermeister Losert dankte den 39 aktiven Feuerwehrmännern und vier Feuerwehrfrauen der Freiwilligen Feuerwehr für ihr Engagement. In Ausrüstungsgeräte und persönliche Schutzausrüstung investierte die Gemeinde 6000 Euro. Die Kindertagesstätte St. Mauritius besuchen im Kindergartenjahr 2018/19 83 Kinder, davon zwölf die Eulengruppe im Feuerwehrhaus.

Stromanschluss wird teurer als gedacht

Zu den diesjährigen Baumaßnahmen gehörte eine Versickerungsanlage für Niederschlagswasser, die im kleinen Wäldchen beim Wertstoffhof errichtet werden musste. Im Baugebiet Süd III wurde der Entwässerungsbereich zu einer Grünanlage mit einem Mühlsteinbrunnen ausgebaut. Dieser muss allerdings noch an den Strom angeschlossen werden, was aufwendiger und kostenintensiver ist als gedacht. Im Frühjahr will die Gemeinde noch Bänke aufstellen. Die Straßenbeleuchtung in Obermeitingen wurde zu 80 Prozent auf LED-Technik umgestellt.

Im kommenden Jahr stehen die Verstärkung der Fahrbahndecken der Lechfelder Straße und der Koloniestraße sowie der Breitbandausbau der Telekom in der Kolonie, Schwabstadl und dem Gewerbegebiet an. Die Gemeinde möchte das Naherholungsgebiet mit Badesee an die Strom- und Wasserversorgung für einen Kioskbetrieb anschließen.

Eine Kinderkrippe und einen Hort in der alten Obermeitinger Schule

Losert stellte die Pläne für die Sanierung und Erweiterung der alten Schule vor. Dort soll es drei Nutzungsbereiche geben: eine Kinderkrippe mit drei Gruppen für 36 Kinder unter drei Jahren im Erdgeschoss und im Anbau, einen Hort für 26 Schulkinder und einen öffentlichen Nutzungsbereich mit Toiletten. Nach Abzug von Fördergeldern müsste die Gemeinde 1,35 Millionen Euro selbst stemmen. Allerdings verzögert sich das Vorhaben, da die Architektenleistung einen Wert von 220000 Euro überschreitet. Deshalb muss nach EU-Richtlinien die Architektenleistung in einem sogenannten VGV-Verfahren ausgeschrieben werden.

Nach dem Vortrag stand Losert den Bürgern Rede und Antwort. Dabei ging es unter anderem um Fragen zu Stellplätzen, unansehnliche Schotterrasenstreifen im Gebiet Süd III, Tauben in der Zugspitzstraße und den Tempo 30-Bereich Aggensteinstraße/Alpenstraße. Die Wünsche nach sozialem Wohnungsbau und barrierefreiem Wohnen kann die Gemeinde nach Aussage des Bürgermeisters nicht erfüllen. „Das können wir als Gemeinde nicht alleine stemmen“, sagte er.

In der Bürgerversammlung stellte Soziologin Laura Eder das Projekt „Wir daheim auf dem Lechfeld“ vor. Sie betonte, dass das Projekt für alle Menschen gedacht ist, die einen Hilfebedarf haben. Mit dabei sind die Gemeinden Obermeitingen, Untermeitingen, Graben, Klosterlechfeld und Kleinaitingen. Für eine Fragebogenaktion wurden 8000 Fragebögen mit 33 Fragen an die Haushalte der fünf Gemeinden verteilt und ausgelegt. 580 ausgefüllte Bögen kamen zurück. Von den 65 Obermeitinger Fragebögen hat Eder inzwischen 47 ausgewertet und freut sich über die angebotenen Dienste wie Nachbarschaftshilfe, Fahrdienst und Hilfe beim Einkaufen.

Brigitte Rid, die zusammen mit Andrea Pfänder-Rid die Seniorenbeauftragte der Gemeinde ist, betonte, dass Bürgerbeteiligung beim regelmäßig stattfindenden „Runden Tisch Senioren“ erwünscht sei. „Jeder, der eine Idee hat oder etwas mitgestalten möchte, kann dazu kommen“, sagte Brigitte Rid.

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