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Schwabmünchen

10.05.2020

Kirche in Corona-Zeiten: In Schwabmünchen wird niemand weggeschickt

Es wäre noch Platz gewesen. 108 Gläubige dürfen in der Schwabmünchner St. Michaels Kirche am Gottesdienst teilnehmen, zum Auftakt wurde diese Zahl noch nicht erreicht.
Bild: Christian Kruppe

Plus Wie die Christen in Schwabmünchen die erste öffentliche Messe nach den Ausgangsbeschränkungen erleben und warum der Pfarrer nicht böse über freie Plätze ist.

Nach Wochen ohne Gottesdienste dürfen die Kirchen nun auch wieder ihre Pforten öffnen, um Gottesdienste zu feiern. Doch wer einen Ansturm auf die Gotteshäuser erwartete, lag falsch. Zumindest in Schwabmünchen.

108 Gläubige finden gemäß den Auflagen Platz in der Schwabmünchner St. Michaels Kirche. Ein Wert, der bislang noch nicht erreicht wurde. Stadtpfarrer Christoph Leutgäb ist davon nicht überrascht: „Gerade die Älteren, die zur allgemeinen Risikogruppe zählen, sind noch vorsichtig.“ Daher stört es ihn nicht, dass zu den beiden Gottesdiensten am Sonntag noch Plätze frei geblieben sind. „Es ist für alle eine neue Situation, auch für uns.

Ich bin froh, dass wir wieder gemeinsam einen Gottesdienst feiern können“, sagt Leutgäb. Zudem hätte er es auch „nicht schön“ gefunden, wenn es nötig gewesen wäre Kirchgänger wieder wegzuschicken, weil die Kirche „voll“ ist. „Es muss sich sowieso erst einmal zeigen, ob die Aufteilung funktioniert, wie wir sie geplant haben“, ergänzt er.

Einige Schwabmünchner überlegen lange, ob sie zur Kirche gehen sollen

Leutgäb hängt auch die Bedeutung eines gemeinsamen Gottesdienstes nicht zu hoch. „Einen Gottesdienst kann man auch alleine feiern. Aber natürlich ist es schöner, wenn Menschen mit dabei sind“, erklärt er. Für die Kirchgänger war es eine Wohltat. Der Tenor beim kurzen, vom Einhalten des Abstandsgebots geprägten Plausch vor der Kirche war eindeutig: „Schön, aber noch ungewohnt.“

Ungewohnt, aufgrund des Freiraumes zwischen den Menschen, ungewohnt auch, mit Maske zu singen und zu beten. Auch die Gäste der Vormittagsmesse zeigten sich wenig überrascht, dass die mögliche Platzkapazität nicht voll ausgeschöpft war. „Wir haben selbst überlegt, ob wir gehen, oder anderen die Gelegenheit lassen. So haben wohl viele gedacht“, erklärt eine Kirchgängerin durch ihre Maske. Die anderen um sie herum nicken zustimmend. Auch eine Form der Solidarität und Rücksichtnahme. Und irgendwie passend, zu dem was der Glaube den Menschen vermittelt.

Rücksichtnahme prägt den Ablauf des Gottesdienstes

Die Rücksichtnahme prägt auch den Ablauf des Gottesdienstes mit. Das Wahren des Abstandes, keine ausliegenden Gotteslobe und der Verzicht auf den Empfang der Heiligen Kommunion – zumindest bis Christi Himmelfahrt. Den somit leicht geänderten Ablauf des Gottesdienstes nutzte Christoph Leutgäb, der in der vergangenen Woche das 20. Jubiläum seiner Priesterweihe feierte, für inspirierende Worte, zudem lud er die Kirchgänger ein, die Gelegenheit zum stillen Gebet, zum Austausch mit Jesu wahrzunehmen.

Neben Schwabmünchen finden in der Pfarreiengemeinschaft auch in Schwabegg Gottesdienste statt. „Wir sind von der Diözese angehalten, in den beiden Kirchen, die den meisten Platz bieten, die Gottesdienste durchzuführen. In Schwabegg finden unter Einhaltung der Vorgaben 50 Menschen Platz, das schaffen wir in den anderen beiden Kirchen nicht“, erklärt Leutgäb die Wahl.

Welche Regeln die Gemeinden für Gottesdienstbesucher eingeführt haben, lesen Sie hier.

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