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Königsbrunn/Schwabmünchen

25.01.2019

Nur eine Schülerin fehlt wegen der Demo

Wegen der Schülerdemo gegen Klimawandel blieb nur eine Königsbrunner Schülerin dem Unterricht fern.
Bild: Silvio Wyszengrad (Archivbild)

Wenn Jugendliche den Unterricht schwänzen, müssen die Schulleiter über Konsequenzen nachdenken.

Am Freitag schlossen sich viele Schüler der internationalen Protestbewegung „FridaysForFuture“ an. Mit ihrer Demonstration am Vormittag setzten sie sich für mehr Klimaschutz ein. Sie fordern unter anderem einen schnellen Ausstieg aus der Kohle, damit die 2015 in Paris beschlossenen Ziele, die Erderwärmung auf weniger als 1,5 Grad zu begrenzen, noch erreicht werden können.

Am Königsbrunner Gymnasium fehlte eine Schülerin, war von Schulleiterin Eva Focht-Schmidt zu erfahren. Die Mutter der Oberschülerin habe am Morgen angerufen und gesagt, dass ihre Tochter an der Protest-Demo teilnehmen werde. „Leider musste ich ihr sagen, dass es nicht genehmigt ist, dem Unterricht fernzubleiben“, so Focht-Schmidt. Die Sache selber sei gut, sagt die Schulleiterin und sie verstehe, dass die Schüler sich für den Klimaschutz einsetzten, „denn die Jungen müssen die Konsequenzen tragen“. Sie würde ein Engagement der Schüler außerhalb der Schulzeit ausdrücklich begrüßen. Aber die Rechtslage sei klar: Es herrsche Schulpflicht; dass habe sie der Mutter auch so gesagt. Welche Konsequenzen jetzt auf die Schülerin zukommen werden, wollte Focht-Schmidt noch nicht sagen. Erst einmal will sie mit der jungen Protestantin reden.

Alexander Pfaffendorf: Schulpflicht ist ein hohes Gut in Deutschland

Am Leonhard-Wagner-Gymnasium in Schwabmünchen gab es laut Schulleiter Alexander Pfaffendorf auch am gestrigen Freitag nicht einen einzigen Schüler, der aufgrund einer Demonstration dem Unterricht fern geblieben ist. „Es gibt aus meiner Sicht bisher auch keine Anzeichen dafür, dass unter Schülern etwas in dieser Richtung geplant ist“, so der Oberstudiendirektor, der es toll findet, dass sich Schüler politisch interessieren und engagieren. „Anderseits muss ich allerdings sagen, dass bei uns Schulpflicht herrscht. Ich denke, dass das ein hohes Gut in Deutschland ist.“

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Dadurch sei den Schülern aber nicht das Recht genommen, außerhalb der Unterrichtszeiten zu demonstrieren. „Seine Meinung öffentlich darlegen dürfen, ist ein ebenso hohes Gut wie die Schulpflicht, über die ich froh bin“, so Pfaffendorf. Wie er entscheiden würde, wenn ein Schüler, um zu demonstrieren, nicht zum Unterricht erscheinen würde: „Das überlege ich erst dann, wenn es soweit ist. Ich werde dann sicherlich auch den Einzelfall betrachten. Streiken sollten die Schüler allerdings nicht, denn sie gehören ja keiner Gewerkschaft an.“

Kultusministerium gibt Schulen nur rechtliche Hinweise

Eine Weisung durch das Kultusministrium, wie mit Schülern umzugehen wäre, die während des Unterrichts fehlen, erhielt er nicht: „Uns wurden nur rechtliche Hinweise gegeben und es wurde mitgeteilt, dass im Fall der Fälle der Schulleiter selbst entscheidet. Wir sind also tatsächlich frei, wie mit dem Schüler verfahren wird.“ (rr, maker)

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