1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Oberottmarshausen: Wie sicher ist die Hauptstraße?

Oberottmarshausen

13.02.2020

Oberottmarshausen: Wie sicher ist die Hauptstraße?

Jeden Morgen stehen an der Hauptstraße in Oberottmarshausen Schulweghelfer, um die Kinder sicher über die Straße zu begleiten. Täglich fahren mehr als 2500 Autos durch den Ort.
Bild: Felicitas Lachmayr

Plus Jeden Tag rauschen mehr als 2500 Fahrzeuge durch Oberottmarshausen. Immer wieder wurde über Verbesserungen diskutiert – bislang ohne Erfolg.

Mit der Leuchtkelle in der Hand steht Sonja Sturm am Straßenrand. Der Wind pfeift ihr um die Ohren, es regnet. Aber davon lässt sie sich nicht abschrecken. Die Sicherheit der Kinder geht vor. Seit acht Jahren ist Sonja Sturm Schulweghelferin in Oberottmarshausen. Bis zu 20 Kinder begleitet sie morgens über die Straße – egal bei welchem Wetter. Denn auf der Hauptstraße rauscht ein Auto nach dem anderen vorbei.

„Manchmal werden die Kinder ungeduldig, weil sie so lange warten müssen“, sagt Sturm. Sie steht an der Hauptstraße Ecke Rainstraße. Wenn sich die Schranke am Bahnübergang öffnet, schiebt sich eine Autoschlange an ihr vorbei. Ein blaues Schild weist Fahrer auf den Schulweghelferübergang hin. Doch das scheinen einige zu übersehen. „Die Autos schießen hier teilweise in den Ort rein“, sagt Sturm.

Oberottmarshausen hat schon einen gesicherten Übergang

Damit die Kinder in Oberottmarshausen sicher über die Straße kommen, wurde vor mehr als 15 Jahren der erste gesicherte Übergang auf Höhe der Kirche eingerichtet. Später kam der zweite an der Rainstraße hinzu. Sieben Schulweghelfer sind derzeit ehrenamtlich im Einsatz. Der viele Verkehr im Ort macht nicht nur ihnen zu schaffen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Auch im Gemeinderat wird das Thema seit Jahren diskutiert. Doch eine wirkliche Verbesserung scheint nicht in Sicht. „Wir haben immer wieder versucht, etwas zu machen“, sagt Bürgermeister Gerhard Mößner. Es sei ein endloses Thema. Gerade für Anwohner, die direkt an der Hauptstraße wohnen, sei der Verkehr enorm belastend.

Vorschläge wie die Errichtung von Querungshilfen beispielsweise in Form einer Ampel, eines Zebrastreifens oder einer Verkehrsinsel sind bislang gescheitert. Die Gemeinde habe keine Hoheit, sagt Bürgermeister Mößner. Da es sich um eine Kreisstraße handelt, ist das Landratsamt zuständig. Eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 sei ebenfalls schwierig umzusetzen, sagt Mößner.

Anträge für Querungshilfen wurden eingereicht

Zwar hatte die Gemeinde schon Anträge zur Errichtung von Querungshilfen beim Landratsamt eingereicht – allerdings ohne Erfolg. Von Behördenseite heißt es, dass die Hauptstraße in Oberottmarshausen im Vergleich zu anderen Kreisstraßen im Landkreis Augsburg nicht sonderlich hoch belastet sei. Auch konnte kein Anstieg des Verkehrs beobachtet werden, teilt Behördensprecher Jens Reitlinger mit. Nach Angaben des Landratsamts waren 2015 auf der Kreisstraße durch Oberottmarshausen täglich 2547 Fahrzeuge unterwegs. Im Jahr 2010 waren es noch 2764 Autos.

Auch was die Sicherheit der Schulkinder angeht, sieht die Behörde keinen Verbesserungsbedarf. Es seien zwei Schulweghelferübergänge eingerichtet. Diese seien mit dem Gefahrzeichen „Kinder“ abgesichert. Im gesamten Landkreis gebe es keine andere Stelle, an der zwei Schulweghelferübergänge in so geringem Abstand zueinander zu finden wären.

Doch Schilder allein reichen nicht. Es müssen Freiwillige gefunden werden, die sich für eine kleine Aufwandsentschädigung jeden Morgen an die Straße stellen. Martina Wildegger ist eine von ihnen. Wie Sturm engagiert sie sich seit mehreren Jahren als Schulweghelferin. Ihr ist bewusst, dass sich an der Verkehrssituation so schnell nichts ändern lässt. Nur zu fordern – das helfe nichts. Es müsse auch die Bereitschaft da sein, die Gemeinde zu unterstützen und sich als Schulhelfer zu engagieren.

Die vielen Lastwagen sind ein Problem

Gerade zu den Stoßzeiten sei es für die Kinder sicherer, in Begleitung über die Straße zu gehen. Neben der überhöhten Geschwindigkeit seien die vielen Lastwagen ein Problem. Schlimm sei es bei Baustellen oder nach einem Unfall auf der B17. „Da standen wir auch schon mittags hier“, sagt Wildegger.

Aber auch an normalen Tagen rauschen neben Autos zahlreiche Lastwagen durch den Ort. Es gebe einen hohen Schleichverkehr von der B17, sagt Bürgermeister Mößner. Die Zahl der Lastwagen, die jeden Tag zwischen Oberottmarshausen und Königsbrunn über die vierspurige Straße rollen, hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Waren vor zehn Jahren noch 2900 Lastwagen unterwegs, stieg die Zahl im Jahr 2015 auf 3200, teilt Stefan Heiß vom Staatlichen Bauamt mit. Die Zahl der Autos ist nach seinen Angaben zwar etwas zurückgegangen – allerdings waren es 2015 immer noch 41.700 Autos am Tag. Bereits vor zwei Jahren sprachen die Gemeinderäte über einen verbesserten Lärmschutz entlang der B17. Erste Planungen sahen eine zwei bis vier Meter hohe Mauer auf dem bestehenden Lärmschutzwall vor. Immerhin soll südlich der Rainstraße und damit nahe der B17 ein neues Wohngebiet entstehen.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

14.02.2020

Warum kann die Gemeinde keine Fussgängerbrücke über die Fahrbahn bauen?

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren