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Schwabmünchen

10.08.2018

Outdoor-Visionär Hubert Schöffel stirbt mit 88 Jahren

Hubert Schöffel wurde 88 Jahre alt.
Bild: Reinhold Radloff

Der Schwabmünchner Hubert Schöffel machte das Unternehmen zu einem der führenden Hersteller von Sport- und Freizeitmode. Nun ist er gestorben.

Hubert Schöffel ist tot. Der Seniorchef des weltweit erfolgreichen Outdoor-Spezialisten starb im Alter von 88 Jahren in seiner Heimatstadt Schwabmünchen. Dies gab die Familie jetzt in einer Pressemitteilung bekannt.

Der Unternehmer schlief demnach friedlich im Kreise seiner Familie ein. „Hubert Schöffel war bis zuletzt sehr aktiv und fit. Als Opernfreund war er noch letzte Woche bei den Festspielen in Salzburg“, sagte eine Unternehmenssprecherin auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Seniorchef übernahm das seit 1804 bestehende Familienunternehmen als 28-jähriger junger Mann in sechster Generation von seinem Vater Ludwig Ende der 1950er-Jahre. Sein älterer Bruder fiel während des Zweiten Weltkriegs in Russland. Hubert Schöffel und seine Frau Lydia, die 1999 starb, machten das Unternehmen, in dem schon immer Bekleidung angefertigt wurde, zu einem der führenden Hersteller von Ski- und Outdoorbekleidung. In den 60er-Jahren begann der Aufschwung von Schöffel. Die Arbeitszeit sank während des Wirtschaftswunders, sodass die Menschen mehr Freizeit hatten. Und auch mehr Geld. Hubert Schöffel erkannte das Potenzial und spezialisierte sein Unternehmen auf Sport- und Freizeitbekleidung.

Hubert Schöffel wagte immer wieder Innovationen

Dabei kam ihm zugute, dass er selber ein begeisterter Bergwanderer war. Mit seinem Vater, einem Gründungsmitglied des Deutschen Alpenvereins, und später mit seinem Sohn Peter, der heute das Unternehmen führt, war er viel in den Alpen unterwegs und erkannte, was Bergwanderer und Skifahrer brauchten.

Hubert Schöffel wagte immer wieder Innovationen: Elastische Bundhosen machten die Bewegung bequemer, es folgten Polster im Anorak und dann machten kräftige Farben endgültig klar, dass Sportmode nicht länger schwer und grau sein muss, sondern schick und bunt. Damals war es eine Revolution und im Handel zunächst nicht unumstritten. Doch wenn Hubert an etwas glaubte, setzte er seinen Weg konsequent fort.

Seniorchef Hubert Schöffel als damals 23-Jähriger beim Aufstieg auf die Weißkugel.
Bild: Schöffel

So auch bei der Kooperation mit der Firma Gore, die Anfang der 80er-Jahre eine revolutionäre Klimamembran auf den Markt gebracht hatte: Gore-Tex. Denn es schien so, als dass die bis heute weltweit beliebte wind- und wasserdichte Gore-Tex-Membran schon zum Scheitern verurteilt sei, weil technische Probleme die Kunden verunsicherten. Doch Hubert Schöffel war von dem strapazierfähigen und leichten Produkt so überzeugt, dass er die Kapazitäten zur Herstellung von 24000 Jacken für seine Firma bestellte, ohne auch nur einen Auftrag zu haben. Das Schwabmünchner Unternehmen nähte als Erstes die revolutionäre Membran in seine Jacken ein. Der Erfolg gab dem beharrlichen Outdoor-Visionär recht, das Geschäft mit der Klimamembran boomte.

Umsatz der Schöffel-Gruppe steigt auf 100 Millionen Euro

Schöffel wurde zu einem führenden Hersteller von funktioneller Ski- und Outdoorbekleidung und ist es bis heute geblieben. Der Umsatz stieg von fünf Millionen Mark im Jahr 1980 auf 40 Millionen Mark 1990. Die Schöffel-Gruppe erzielte vergangenes Jahr einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro.

1986 stieg Huberts einziger Sohn Peter Schöffel in das elterliche Unternehmen ein und übernahm Anfang der 90er-Jahre die Geschäftsleitung. Der bis zuletzt mobile Seniorchef, der in seinem eigenen Haus lebte, besuchte das Unternehmen regelmäßig. Nach Angaben des Unternehmens lies er als Ehrenvorstand der Geschäftsführung „konkret gefragt seine Erfahrung einfließen“ und stand beratend zur Seite.

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