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Tradition

15.06.2018

Seit 200 Jahren: Radegundisfestin Waldberg

Das 200-jährige Patrozinium in Waldberg zu Ehren der heiligen Radegundis steht im Mittelpunkt des Festes.
Bild: Anja Fischer

Dieses Mal besonders wetterfest

Es ist wieder Zeit für das traditionelle und beliebte Radegundisfest in Waldberg. Die Vorbereitungen dafür laufen seit Wochen auf Hochtouren. Der Ursprung des Patroziniumsfestes reicht genau 200 Jahren zurück, doch diesmal gibt es einige Neuerungen.

In diesem Jahr mussten nicht nur Helfer, Kuchenbäckerinnen, Oldtimer und vieles mehr organisiert werden, die Besucher werden auch am Festplatz eine Überraschung erleben. Dieser wurde nämlich mit Kies aufgeschüttet und kann nun auch bei Regenfällen trockenen Fußes betreten werden. „Wir werden auch das Festzelt drehen und so eine etwas gemütlichere Atmosphäre schaffen können“, sagt Michael Spatz von den Schwarzachtalern, die das Fest seit vielen Jahren ausrichten. Er hofft trotzdem, dass der Regen am Wochenende eine Pause macht. Im vergangenen Jahr hatte ja Regen Probleme bereitet. Aus der Wettererfahrung heraus wurde auch der Platz für eventuelle Nässe präpariert.

Die Vorbereitungen für das Radegundisfest betreffen auch und vor allem die Radegundiskirche, die für den Ehrentag ihrer Heiligen selbstverständlich besonders schön geschmückt werden soll. Messnerin Hermine Kleber ist dafür viele Stunden im Einsatz. Die Radegundismädchen kümmern sich um den Bogen am Kircheneingang und schmücken die Radegundisfigur, welche am Festsonntag in der Prozession durch Waldberg getragen wird. Dieses Jahr ist ein besonders Datum für das Patroziniumfest: In der 1818 neu gebauten Pfarrkirche fanden im Folgejahr erstmals die Feierlichkeiten zu Ehren der Heiligen Radegundis statt. 200 Jahre ist das nun her, und dieses Datum sorgt dafür, dass das diesjährige Radegundisfest zu etwas ganz Besonderem werden soll.

Die Legende zur heiligen Radegundis reicht noch viel weiter zurück. Sie wurde in Wulfertshausen bei Friedberg um das Jahr 1270 geboren und war als Dienstmagd auf Schloss Wellenburg tätig. In ihrer Freizeit kümmerte sie sich – zum Missfallen ihrer Herren – um die Armen und Aussätzigen, die am Fuße des Schlossberges in einem Aussätzigenhaus untergebracht waren. Einmal wurde sie auf dem Weg zum Leprahaus von ihrem Dienstherrn aufgehalten und augenblicklich sollen sich Milch und Butter, die sie im Korb hatte, zu Lauge und Kamm verwandelt worden sein, was sie vor Bestrafung schützte. Sie setzte ihr gutes Werk fort, doch eines Tages wurde sie auf dem Weg zu den Kranken von Wölfen angefallen und erlag drei Tage später ihren Verletzungen. Die Bistumsheilige zählt damit zu den sogenannten bayerischen Wolfsheiligen.

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