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Landkreis Augsburg

25.02.2015

Sparkassen-Schließung: Das sagen die Verantwortlichen

Kreissparkasse Augsburg Martin Luther Platz

80 Stellen sollen in den nächsten vier Jahren wegfallen. Und die Banken-Konkurrenz im Augsburger Land freut sich.

Landkreis Augsburg Wenn Zinsen niedrig sind, dann spüren das nicht nur die Kunden, sondern auch die Banken selbst. Sie verdienen weniger Geld. Obwohl die Bilanzsumme der Kreissparkasse Augsburg mit knapp 3,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr leicht gestiegen ist, ging der Bilanzgewinn der Bank um 300000 Euro zurück. Und das ist genau der Betrag, den die Kreissparkasse in Zukunft jedes Jahr einzusparen hofft, indem sie neun ihrer bislang noch 36 Geschäftsstellen zumacht (wir berichteten). Gleichzeitig wird mittelfristig auch bei den Mitarbeitern gespart werden: Bis zum Jahr 2018 sollen 60 Stellen abgebaut werden. Das werde über natürliche Fluktuation sowie Teil- und Bonuszeitkonten geschehen. Aktuell beschäftigt die Kreissparkasse 683 Mitarbeiter.

Immer weniger Menschen würden die Filialen nutzen, um ihre Finanzgeschäfte zu erledigen, so die Argumentation des Vorstands der Kreissparkasse auf der Bilanzpressekonferenz. Und nicht nur die niedrigen Zinsen drücken auf den Gewinn – die werden übrigens nach Einschätzung von Vorstandsvorsitzendem Richard Fank noch einige Jahre auf diesem Niveau bleiben, mindestens bis 2018/19. Gleichzeitig wünschen die Kunden einerseits eine qualitativ hochwertige Beratung, andererseits muss diese auch mit viel Aufwand den gesetzlichen Anforderungen entsprechend genau dokumentiert werden. Und das kostet ebenfalls. Deshalb, so der Vorstand der Kreissparkasse, gehe man nun mit einem veränderten Konzept in die Zukunft.

Teilweise sieht dieses Konzept auch die Zusammenarbeit mit einem Konkurrenten vor. Wie die Sparkassen als kommunale Geldinstitute sind auch die Genossenschaftsbanken traditionell in der Fläche aktiv. Und manchmal lohnt sich eine Zusammenarbeit. Seit 2013 betreiben die VR-Bank Handels- und Gewerbebank mit Sitz in Gersthofen und die Kreissparkasse gemeinsam eine Geschäftsstelle in Aystetten. An zwei Tagen sind dort die Mitarbeiter des einen, an anderen zwei Tagen die Angestellten des anderen Instituts vor Ort. In so einer Form soll ab Mitte März auch die Kooperation in Gablingen ablaufen. Einen zusätzlichen guten Grund dafür nennt VR-Bank-Vorstand Ulrich Kain: In ganz kleinen Geschäftsstellen, in denen vielleicht nur ein Mitarbeiter vor Ort ist, gehe es auch um deren Sicherheit.

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Im vergangenen Jahr hatte die VR-Bank Handels- und Gewerbebank ihre kleinen Filialen in Heretsried, Lauterbrunn und Affaltern geschlossen. Ihre Erfahrung dabei: Die Beratung vor ort werde nicht vermisst, so Kains Mit-Vorstand Georg Schneider. Den Menschen fehle hingegen oft die Möglichkeit, Bargeld abzuheben. In anderen Orten, wie Biburg oder Herbertshofen, ziehen die Kunden beider Dienstleister deshalb künftig am selben Automaten ohne Gebühren Geld.

An anderer Stelle lohnt sich die Zusammenarbeit hingegen nicht – nämlich dann, wenn eine Bank besonders stark vor Ort aufgestellt ist. Die Raiffeisenbank Augsburger Land West bleibt deshalb bislang lieber solo. „Wir sind im westlichen Landkreis verwurzelt und stark. Und am Ende entscheidet der Kunde“, so Bankvorstand Hermann Scherer. Genau aus diesem Grund habe man sich etwa in Horgau oder Adelsried, wo die Kreissparkasse demnächst nur noch Selbstbedienungsfilialen führen wird, gegen eine Kooperation entschieden. Die Raiffeisenbank Augsburger Land West arbeite vor allem an der internen Kostenreduktion, erläutert Hermann Scherer. Im vergangenen Jahr hatte die Bank ihre beiden Mini-Filialen in den Altenmünsterer Ortsteilen Baiershofen und Zusamzell geschlossen.

Vorab über die Pläne der Kreissparkasse war der Verwaltungsrat informiert. Dessen Vorsitzender, Landrat Martin Sailer, spricht von einer richtigen Entscheidung. In den Filialen habe es weniger als zwei Kundenkontakte pro Stunde und Mitarbeiter gegeben – das lohne sich nicht. Vereinbart worden sei, dass im Rahmen der Geschäftsstellenschließungen aber keine Mitarbeiter entlassen werden sollen.

Eine Ausschüttung an die Gewährsträger der Kreissparkasse, sprich die Kommunen, das mache man im Landkreis Augsburg übrigens bewusst nicht, so Sailer. „Die Kreissparkasse hat als Kreditgeber für Privatpersonen und Unternehmen eine wichtige Aufgabe“, sagt der Landrat. Davon profitierten auch wieder die Gemeinden und Städte. Beispiel Immobilien: Im vergangenen Jahr hat die Kreissparkasse 170 Objekte im Wert von 32,5 Millionen Euro vermittelt.

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