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Geflügelpest

13.02.2017

Vogelgrippe: Jetzt gibt es keine Freilandeier mehr

Karin Frisch steht vor dem Gelände, auf dem normalerweise ihre Freilandhühner leben.
Bild: Claudia Deeney

Wegen der Vogelgrippe dürfen Hühner in Bayern nicht mehr ins Freie - und Eier jetzt nicht mehr als Freilandeier deklariert werden. So geht eine Betroffene mit der Situation um.

Freilaufende Hühner sind zurzeit weder in Königsbrunn noch anderswo in Bayern zu sehen. Aufgrund der stark grassierenden Vogelgrippe gab es vor zwölf Wochen die gesetzliche Anordnung, sämtliches eierlegende Federvieh in Ställen unterzubringen. Nicht nur zum Schutz für die Verbraucher, sondern auch um Hühner, Gänse, Enten, Truthähne und andere gefiederte Artgenossen, vor der Ansteckung und damit dem sicheren Tod zu schützen. Die Tiere, die nicht an der Grippe sterben, müssen geschlachtet werden und das könnte für die Betriebe zu einer Existenzbedrohung führen.

Nach einer zwölfwöchigen Übergangsfrist dürfen die Eier nun auch nicht mehr als Freilandeier deklariert werden.

Karin Frisch, vom gleichnamigen Hofladen, ist über die momentane Lage sehr besorgt, wie sie gegenüber unserer Redaktion sagte: „Wir sind ein Familienkleinbetrieb und leben mit unseren Hühnern und anderen Tieren zusammen. Natürlich wünschen wir uns, dass es unseren Tieren gut geht.“ Es wäre fatal, wenn sich die Hühner anstecken würden. Aus diesem Grund ist das Gelände an der Ecke Landsberger-/Lechstraße auch zurzeit verwaist.

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Sämtliche Freilaufhühner wurden in Ställen und einem überdachten Wintergarten – um wenigstens Frischluft schnuppern – untergebracht. „Das ist für uns natürlich ein Mehraufwand, aber für das Wohl der Hühner nötig“, sagt Frisch. Die Tiere haben auch im Stall ausreichend Platz, sie können Nester bauen, dort fliegen und zur Beschäftigung gibt es Heusäcke und Picksteine. Eigentlich alles ganz ähnlich wie bei den Hühnern aus der Bodenhaltung des Hofes.

Nur wenige Menschen dürfen in den Stall hinein

Karin Frisch hätte unter normalen Umständen auch nichts dagegen gehabt, wenn sich unsere Zeitung selbst ein Bild vom Leben der Hühner im Stall gemacht hätte, aber momentan dürfen nur wenige Menschen dort hinein und das auch nur mit ausreichender Schutzkleidung. „Nicht einmal der Tierarzt geht rein, wenn es nicht unbedingt sein muss. Wir halten ständigen telefonischen Kontakt, damit wir gleich reagieren können, sollte uns ein krankes Tier auffallen“, sagt Frisch.

Seit 45 Jahren gibt es den Frisch Hofladen, aber an so eine Situation kann sich niemand erinnern. Die Vogelgrippe gibt es zwar seit Längerem, aber bisher waren solche massiven Einschnitte in das Leben der Freilaufhühner noch nicht nötig. Ab heute muss das Team vom Hofladen die Eier, die ab Sonntag gelegt werden, neu stempeln. Statt wie in der zwölfwöchigen Übergangsfrist „1 Freiland“ wird auf den Eiern dann „2 Bodenhaltung“ zu lesen sein.

Niemand weiß, wann die Stallpflicht wieder ausgesetzt wird

Der Qualität tut das keinen Abbruch ist Frisch überzeugt, da auch ihre Hühner aus der Bodenhaltung glückliche Hühner sind und sie nicht erkennen kann, dass die nun in den Ställen untergebrachten Freiluft-hühner jetzt auf einmal unglücklicher wären. Trotzdem ist sie froh, wenn die Tiere wieder raus dürfen, auch wenn es momentan keine Entwarnung gibt und keiner sagen kann, ab wann die Stallpflicht wieder ausgesetzt wird.

Frisch hofft, dass mit dem Frühjahr und milderen Temperaturen die Grippeviren ihre Kraft verlieren und dann das derzeit recht kahle Gelände wieder von den Hühnern bevölkert wird. Bis dahin werden auch die Süßkartoffeln dort wieder wachsen. Die sehen zwar nicht gerade aus, wie sich der Laie ein passendes Umfeld für Hühner vorstellt, weiß Frisch, erklärt aber: „Diese Pflanze wächst hoch und das ist wichtig, weil das Huhn Angst vor Greifvögeln hat und daher Schutz sucht.“ Außerdem scharren und picken die Hühner eigentlich ununterbrochen und jede grüne Wiese wird innerhalb kürzester Zeit ein Acker.

Ob die Stallpflicht nach diesem Jahr nie mehr kommen wird, bezweifelt Frisch. Sie fürchtet, dass das nicht das letzte Mal gewesen ist.

Mehr zur Vogelgrippe in Deutschland lesen sie auch in unserem Newsblog: Vogelgrippe: In Niederbayern müssen 10.000 Puten getötet werden

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13.02.2017

Macht doch nichts. Oder merkt gar jemand einen Unterschied?

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