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Schwabmünchen

01.07.2020

Volksfest: Was bleibt heuer vom Michaelimarkt?

Im Festzelt feierten auf dem Michaelimarkt in Schwabmünchen in den vergangenen Jahren 3000 Besucher. Dieses Jahr wird das anders.
Bild: Christian Kruppe (Archivbild)

Plus Die Stadt Schwabmünchen hat an einer abgespeckten Version gearbeitet, aber auch die ist wegen der Verlängerung des Verbots von Großveranstaltungen in Gefahr.

Trubel an den Fahrgeschäften am Familiennachmittag auf dem Festplatz. 3000 feiernde Partybesucher bei den Mercuries gleichzeitig im Festzelt. Und Tausende, die sich über den Jahrmarkt durch die Gartenstraße an den Ständen der Händler drängen. Diese Bilder vom Michaelimarkt in Schwabmünchen wird es heuer wegen Corona nicht geben.

Das war auch der Stadtverwaltung klar, die in den vergangenen Wochen nach Gesprächen mit dem Vorsitzenden des schwäbischen Schaustellerverbandes, Josef Diebold, an einem alternativen Konzept gearbeitet hat. Es hatte vorgesehen, dass der Michaelimarkt von 24. bis 29. September dezentral auf den verschiedenen Plätzen der Stadt stattfindet, informiert Bürgermeister Lorenz Müller.

Plätze in Schwabmünchen wären gut zu kontrollieren

Auf dem Festplatz sollte zwar kein Bierzelt stehen, dafür aber Fahrgeschäfte. Die Zeltbetreiber, Cornelia und Klaus Richter, hatten bereits im Vorfeld von sich aus den Markt abgesagt. Das Bierzelt mit all den Vorschriften, Abständen und dem Sicherheitspersonal wirtschaftlich zu betreiben, wäre nicht möglich gewesen. Ein Betrieb von Fahrgeschäften auf dem Festplatz wäre aber denkbar. Auf dem Eislaufplatz in der Jahnstraße, dem Schrannen- und dem Stadtplatz in der Neuen Mitten hätten zudem Marktkaufleute und Gastronomen ihre Waren, Getränke und Speisen anbieten können. Diese Plätze hätte man gut umzäunen und so den Besucherzustrom kontrollieren können.

Verlängerung des Verbots lässt das Konzept kippen

Müller wollte die 450-jährige Tradition unbedingt aufrechterhalten und den Markt zumindest in abgespeckter Form stattfinden lassen, „denn der Markt ist für die Stadt und die Bürger etwas Besonderes“, so der Bürgermeister. Doch selbst die abgespeckte dezentrale Version des Jahrmarktes ist nun in Gefahr. Denn mitten in den Planungen für das Konzept grätschte Ende Juni die erneute Verlängerung des Verbots für Großveranstaltungen bis Ende Oktober, die zunächst bis Ende August gegolten hatte. Der Michaelimarkt wäre vom ersten Verbot also nicht mehr betroffen gewesen im September. „Das Konzept ist jetzt wieder hinfällig“, so Müller. Denn aktuell gilt für Veranstaltungen im Freien eine maximale Besucherzahl von 100.

„Wenn ich allerdings die Plätze mit einigen Ständen öffne, kommen da mehr als ein paar Hundert Menschen“, ist sich Müller sicher. Zudem gilt nach wie vor: Eineinhalb Meter Abstand halten. Wird schwierig, wenn zum Beispiel in der engen Museumstraße links und rechts Händler stehen und Besucher in beide Richtungen unterwegs sind. Auch die vorgeschriebene Registrierung aller Gäste zur Nachverfolgbarkeit bei einem möglichen Infektionsgeschehen scheitert an der Umsetzbarkeit.

Ende Juli soll feststehen, wie und ob es weiter geht

„Das haut uns in den Planungen jetzt wieder um Einiges zurück. Aber ich gebe nicht auf“, so Müller. Wenn es irgendwie möglich ist, soll es einen kleinen Michaelimarkt geben. Ich welcher Form ist noch aber völlig unklar. „Wir müssen schauen, was wir dürfen.“ Denn Vollzugshinweise zur Verlängerung des Verbots gibt es noch nicht. Und Änderungen stehen quasi an der politischen Tagesordnung. Ob und wie das Schwabmünchner Fest stattfinden wird, soll spätestens Ende Juli feststehen. Zunächst einmal wird nun allen Bewerbern vorsichtshalber abgesagt. „Sie sind bestimmt nicht böse, wenn einige dann doch kommen dürfen“, sagt Müller.

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01.07.2020

Man soll hier nicht aus Traditiongründen mit Gewalt an etwas festhalten, was nicht festzuhalten ist. Ein Michelimarkt, in welcher
Form auch immer, birgt in diesen Jahr zu viele gesundheitliche Gefahren in sich. Man sollte deshalb zum Schutz der Bervölkerung
dieses Jahr auf die Traditionsveranstaltung komplett verzichten. Alles andere wäre unkalkulierbares Risiko.

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