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Langenneufnach

08.04.2021

Von den Stauden in den Balkan: Hilfsgüter für Rumänien

An den Zielorten rund um die Stadt Iasi werden die Hilfstransporte aus den Stauden stets freudig begrüßt und schnell entladen. Am 24. April ist der nächste Sammeltag in Langenneufnach.
Foto: Walter Kleber

Am 24. April sammelt die Rumänienhilfe Stauden wieder Hilfsgüter, die von Langenneufnach in das Balkanland gebracht werden. Welche Spenden gefragt sind.

Seit über 30 Jahren organisiert die Rumänienhilfe Stauden alljährlich einen großangelegten Hilfstransport in das Balkanland am äußersten Rand der EU. Auch drei Jahrzehnte nach dem Fall des Eisernen Vorhangs herrschen dort vor allem in ländlichen Regionen noch immer Not und bittere Armut. Auch und gerade in Corona-Zeiten wollen die Helfer unter strenger Einhaltung der gebotenen Hygieneregeln die lange Tradition der Hilfslieferungen nicht unterbrechen. Die Vorbereitungen für die nächste Tour laufen bereits auf Hochtouren.

Sammelstelle auf dem Topstar-Betriebsgelände in Langenneufnach

Am Samstag, 24. April, besteht von 9.30 bis 12 Uhr wieder Gelegenheit, gut erhaltene Sammelgüter abzugeben. Die Sammelstelle wird erneut auf dem Betriebsgelände der Firma Topstar im Langenneufnacher Gewerbegebiet "Im Hohenlicht“ eingerichtet. Die Zufahrt erfolgt über den Kreisverkehr am nördlichen Ortseingang. Die Organisatoren verweisen auf die Masken- und Abstandspflicht. Die Helfer rechnen auch heuer wieder mit gut 25 Tonnen an Hilfsgütern, die von der Bevölkerung in den Stauden gespendet werden. Gefragt sind in erster Linie gut erhaltene Kleidung, Bettwäsche, Haushaltswaren, Kinderwagen, Rollstühle, Fahrräder und Spielsachen. Nicht angenommen werden Möbel, Federbetten, Matratzen und Unterwäsche. Zusätzlich zu den Sachspenden freuen sich die Verantwortlichen der Rumänienhilfe Stauden immer auch über Geldspenden für die Reisekasse.

Auf zwei vollbeladenen Sattelzügen, die von zwei Versorgungsfahrzeugen begleitet werden, gehen die Hilfsgüter dann am Freitag, 30. April, von Langenneufnach aus auf die 1800 Kilometer lange Reise über die Karpaten. Das Team umfasst in diesem Jahr zwölf Helferinnen und Helfer, die an den Zielorten die Verteilung der Hilfsgüter koordinieren.

Kleidung und Dinge des täglichen Bedarfs für die Menschen in Iasi

Hauptziel des Hilfstransportes ist ein weiteres Mal die Universitätsstadt Iasi im rumänisch-moldawischen Grenzgebiet, mit knapp 300.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt des Landes. Eine erste Anlaufstelle ist hier seit über 20 Jahren die Frauenvereinigung mit ihrer unermüdlichen Vorsitzenden Rodica Mihai an der Spitze. Gut hundert besonders bedürftige Familien sind bei der Vereinigung gelistet, die mit Kleidung und Dingen des täglichen Bedarfs versorgt werden.

Denn medizinische und soziale Strukturen, wie sie in Deutschland Standard sind, gibt es nicht. Parallel zur Akuthilfe für die Familien erweitern die Frauen nach und nach ein großes Lager mit Decken und Hilfsgütern, damit die Region für die nächsten Unwetter, die in jüngster Zeit enorme Schäden angerichtet haben, gerüstet ist.

Die Helfer aus den Stauden besuchen mehrere Einrichtungen in Rumänien

Ebenfalls in Iasi besuchen die Helfer aus den Stauden ein städtisches Kinderheim, in dem Halbwaisen und Vorschulkinder aus Problemfamilien ein neues Zuhause auf Zeit finden. Die Langenneufnacher Michael-Wagner-Stiftung "Kinderlachen“ schickt den Kindern 50 mit Schul- und Spielsachen gefüllte Schulranzen mit. Aus Mitteln der Stiftung wurden bereits in früheren Jahren die Schlafräume mit Etagenbetten ausgestattet.

Eine regelmäßige Anlaufstelle im Umland ist auch eine kirchlich getragene Behinderteneinrichtung im Dorf Victoria, rund 40 Kilometer von Iasi, wo 80 geistig behinderte Menschen betreut werden. Eine weitere Behinderteneinrichtung befindet sich in Pastraveni, gut 90 Kilometer westlich von Iasi, die unter der Schirmherrschaft der ehemaligen bayerischen Landtagspräsidentin Barbara Stamm steht.

Im Verteilerplan der Stauden-Hilfsgüter ist – dann bereits auf der Rückfahrt – auch wieder die Stadt Satu Mare in der Region Mara Mures an der Grenze zu Ungarn und der Ukraine. Die dortige Caritas – sie kooperiert eng mit der Caritas in Augsburg – unterhält hier ein Depot mit Hilfsgütern und betreut ein Altenheim und eine Suppenküche für Arme. In Satu Mare übernachten die Rumänienhelfer aus den Stauden ein letztes Mal, bevor sie dann die Rückreise in die Heimat antreten. Am 7. Mai werden die Helfer wieder zurück in den Stauden erwartet.

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